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Kunst

Bunte Welt gleich bessere Welt?

30.11.2010 | 16:00 Uhr
Bunte Welt gleich bessere Welt?

Dortmund. Jeder hat sie schon gesehen. Häufig farbenfroh, manchmal auch nur schwarz-weiß, chaotisch und verschnörkelt oder übersichtlich und klar erkennbar: Graffitis!

Mancher Betrachter versteht sie als künstlerischen Ausdruck, andere betrachten sie eher als Vandalismus an öffentlichem Eigentum. Schon seit einigen Jahrzehnten erblickt man auf riesigem, aber auch kleinem Raum Bilder, Schriftzüge sowie Karikaturen, die von anonymen Künstlern vielerorts angebracht werden. Es ist wie ein Lauffeuer, das sich rasant in beinahe jeder Stadt verbreitet – zumeist in der Nacht – und bei dem Betrachter gemischte Gefühle hervorruft.

So kann es Ärgernis darüber sein, wieder eine verschmutzte Wand zu sehen – häufig regiert dann Unverständnis für diese Form von Kunst. Andererseits bewundern viele den Mut und die Kreativität der illegalen Sprayer, die sich hinaustrauen, um anderen ihre Kunstwerke nahe zu bringen.

Oft ist es die junge Generation, aus der die Gemeinde der Sprayer besteht. Auf diese Tatsache sollte man stolz sein, da auch junge Menschen ihre eigenen Ideen verwirklichen und sich nicht unterordnen lassen. Es ist in vielen Fällen eine Straftat, daher bleiben die Künstler anonym.

Man kann Graffiti eine wichtige Rolle in unserer Gesellschaft zuschreiben, wenn man sie als kreative Bereicherung ansieht, da sie die grauen Städte bunter, farbenfroher aber auch interessanter und lebendiger machen. Dass es unter Bürgern noch kreative Köpfe gibt, die dem monotonen Stadtbild ihren individuellen Stempel aufdrücken wollen, zeugt von einer ständig wandelnden Kunstkultur. Doch der Wandel wird nicht unterstützt und muss sich auf illegalem Wege weiter modifizieren.

Ein möglicher Aspekt, der zu der starken Verbreitung von Graffiti geführt hat, könnte der begrenzte Lehrplan an weiterführenden Schulen sein. Immer mehr wird der unentbehrliche praktische Kunstunterricht ausschlaggebend vernachlässigt. Dazu gehört die Beschaffung falscher Materialien oder die Unterbesetzung der Lehrkräfte im schulischen Bereich Kunst.

Im Kunstunterricht kann nicht ausreichend auf Wünsche und Tendenzen einzelner Schüler eingegangen werden, weil die Aufgabenbereiche vorgeschrieben werden. Hierbei geht nicht nur Kreativität und Spaß verloren. Der daraus aufkeimende Wunsch, sich künstlerisch auszudrücken, wird daraufhin in der Öffentlichkeit ausgelebt.

Folglich wird das Gesprayte bewusst oder unbewusst täglich Hunderten von Menschen wie zum Beispiel an Zügen und Außenwänden nahe gebracht. Daher sollte man sich künftig zweimal überlegen, ob man Graffiti verurteilt oder ob doch mehr dahinter steckt.

Nicole Schmidt, Klasse 11FG3, Fritz-Henßler-Berufskolleg Dortmund

Zeus-Reporter

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2010-11-30 16:00
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