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Der bleierne Traum von der Bevölkerungsexplosion

30.12.2009 | 18:39 Uhr
Der bleierne Traum von der Bevölkerungsexplosion

Dortmund. Unternehmerin Angela Feuerstein blickt auf ihr Bleigieß-Ergebnis uns weiß sofort: "Das ist eine Bevölkerungsexplosion!" Wunschdenken - denn die Geburtenrate sinkt dramatisch.

„Das ist eine Bevölkerungsexplosion!” – Und damit so etwas wie Wunschdenken. Als Unternehmerin blickt Angela Feuerstein nämlich mit Sorge auf 2015 – wo laut Statistik die Geburtenrate dramatisch einbricht. „Wir brauchen Nachwuchs!”

Sie ist eine (Sor-) Optimistin. Und deshalb so vielseitig engagiert und interessiert. Dieses Stück Blei, das sie so energisch in die Zukunftsvorschau geschüttet hat, lässt viel Raum für Spekulationen. „Es könnte auch die Krake aus dem Meer sein.” Sinnhafter Abstecher zum Klimagipfel, umfassender Blick auf den Erdball, den es zu beschützen gilt. „Go for water” ist ein Projekt des Netzwerkes berufstätiger Frauen – sauberes Wasser für alle.

Dieser Blick in die Zukunft stoppt nicht an Stadtgrenzen und nicht bei 2010. Feuerstein denkt perspektivisch, strategisch. Gerade hat sie die ersten Verträge für den dualen Studiengang Software an der FH durchgesprochen. Sie lehrt an der Fachhochschule – unter anderem Unternehmensführung. „Wir brauchen kluge Köpfe”, sagt sie überzeugt. Junge, kluge Köpfe – und nicht nur fürs eigene Softwarehaus.

»Wir strampeln

uns ab«

Wobei: Von den 36 Festangestellten bei SMF sind sechs Auszubildende. Diese klugen Köpfe sollen unternehmerisch denken – und fühlen lernen.

Auch in Krisen. Im Februar 2009 hatte auch SMF Kurzarbeit anmelden müssen – ein wichtiger Kunde war von der Fahne gegangen. Dass die Geschäftsführung in dieser Zeit auch ihre eigenen Gehälter deutlich zusammen gestrichen hatte? „Selbstverständlich”. Die sind noch immer gekürzt – dafür wird seit Dezember nicht mehr kurzgearbeitet.

Feuersteins Themen sind so vielfältig, wie das kreative Arsenal an Büroklammern, das sie in ihrem Kalender hortet. Für die vielen Notizen zwischendrin. Jetzt kriegt sie die Dortmunder Kurve. Nicht die Südkurve... Sie wendet das Stückchen Blei: „Wenn wir das so hochheben, dann könnten wir sagen, dass die Gewerbesteuer wieder auf Talfahrt ist...” Sie lacht, kurz, denn der Wirtschaft in Dortmund sei dazu eigentlich nicht zumute. „Wir strampeln uns ab, um die Krise mit möglichst wenig Blessuren zu überbrücken...” Die Wirtschaft sei angeschlagen, und trotzdem greife die Stadt zu. Das sei, wiederholt sie den Vergleich des Kammerpräsidenten, „als ob der Ertrinkende seinen Retter mit unter Wasser ziehe”. „Spare in der Zeit, dann hast Du in der Not”, schreibt sie den Kommunen, der Politik Basiswissen aus dem Grundkurs ins Haushaltsbuch.

Ihre Brille ist neu, funktional. Eine Informatik-Brille eben. Was sie sich wünscht für 2010? Eine Informatik-Offensive NRW. Weil: „Das ist das Handwerkszeug der Zukunft”.

Anja Schröder

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