Domscheit-Berg wirft Wikileaks-Chef Julian Assange Verantwortungslosigkeit vor
10.02.2011 | 16:08 Uhr 2011-02-10T16:08:00+0100Berlin. Daniel Domscheit-Berg wirft in seinem Buch Wikileaks-Chef Julian Assange mangelnde Sorgfalt vor. Der ehemalige Sprecher der Enthüllungsplattform sagt, Assange hätte die Wikileaks-Idee mit seinem autokratischen Führungsstil verraten.
Daniel Domscheit-Berg sieht befangen aus, fast schüchtern, als er den pompösen Marmorsaal des Berliner Palais am Festungsgraben betritt. Rund zwanzig Kameraleute drängen sich um den Tisch, an dem der ehemalige Sprecher der Enthüllungsplattform Wikileaks gleich seine persönliche Enthüllung präsentieren wird: sein Buch „Inside Wikileaks. Meine Zeit bei der gefährlichsten Website der Welt“. Vorher jedoch muss er noch in die Kameras der internationalen Presse lächeln. Journalisten aus Russland, Norwegen, Spanien, Berlin - gut 100 Presseleute wollen das nächste Kapitel in der Schlammschlacht um die Deutungshoheit über Wikileaks miterleben.
Das Buch, ab Freitag in Deutschland und demnächst in 19 Ländern erhältlich, soll für Transparenz sorgen, sagt Daniel Domscheit-Berg . Genau wie es Wikileaks auch einmal wollte. Und eben das ist sein Vorwurf: Der Gründer der Plattform, Julian Assange , habe die Wikileaks -Idee verraten. Mit seinem autokratischen Führungsstil, mit „Verantwortungslosigkeit“ gegenüber den Informanten, mit der Neigung, Kritiker mit Anwaltspost zu überziehen. „Kinder sollen nicht mit Waffen spielen“, sagt Domscheit-Berg und meint damit, Assange sei nicht mehr mit der gebotenen Ernsthaftigkeit bei der Sache, und das könne potenziellen Informanten schaden.
Deshalb auch hatte der ehemalige Wikileaks-Sprecher Domscheit-Berg mit einigen Mitstreitern bei ihrem Ausscheiden im vergangenen September noch unveröffentlichte Dokumente und Materialien mitgenommen. Er habe immer wieder versucht, mit Assange eine „saubere Übergabe“ zu arrangieren, aber „bei ihm war der Wille nicht vorhanden“, sagt Domscheit-Berg bei der Buchpräsentation. Die Dokumente seien „neutral zwischengelagert“. „Wir haben bis heute immer kommuniziert, dass wir das Material nicht behalten wollen“, so der Buchautor. Assange hatte schon am Wochenende mit einem Anwaltsbrief gekontert: Die Materialien seien „entwendet“ worden, selbstverständlich seien sie bei Wikileaks sicher.
„Wir waren einmal beste Freunde“
Diese Episode ist nur ein Beispiel in einer langen Reihe von Konflikten zwischen den beiden ehemaligen Partnern Domscheit-Berg und Assange. „Wir waren einmal beste Freunde gewesen, Julian und ich, oder zumindest so etwas in der Art - ich bin heute nicht sicher, ob es diese Kategorie in seinem Denken überhaupt gibt“, schreibt Domscheit-Berg.
Als „Geschichte von zwei Jungen und einem Server“ skizziert er die Anfangszeit von Wikileaks. Er beschreibt, wie sie mit ihrer ersten größeren Veröffentlichung über das Schweizer Bankhaus Julius Bär berühmt wurden und das schließlich der Bank zu verdanken hatten. Die hatte nämlich per Gericht die Website wikileaks.org abschalten lassen, musste aber schnell festzustellen, dass Inhalte aus dem Internet nicht einfach so verschwinden, nur weil eine Seite gesperrt wird.
„Ich glaube sagen zu können, dass wir zusammen die beste Zeit unseres Lebens verbracht haben“, schreibt Domscheit-Berg, der bei Wikileaks „Daniel Schmitt“ hieß. „Ich habe an einem Tag mit dem berühmten Enthüllungsjournalisten Seymour Hersh Pizza gegessen, am nächsten von uns in den Abendnachrichten gehört und am dritten bei Ursula von der Leyen auf dem Sofa gesessen.“
Julian Assange allerdings sei über den gemeinsamen Ruhm zum „Popstar“ geworden. Das meint Domscheit-Berg positiv und negativ zugleich. Assange sei „eine der spannendsten und verrücktesten Gestalten in der aktuellen Medienberichterstattung“, aber auch „paranoid, machtversessen, größenwahnsinnig“.
„Schlammschlacht“ oder „Klarstellung“
Ob es nicht schädlich für das Projekt „Wikileaks “ sei, wenn Domscheit-Berg jetzt per Buch zur Schlammschlacht mit Assange beitrage, fragt der NDR-Journalist Kuno Haberbusch, der die Buchvorstellung am Donnerstag moderiert. „Inside Wikileaks“ sei eine Klarstellung, entgegnet Domscheit-Berg. „Transparenz muss auch für uns gelten. Alles andere wäre ein Widerspruch in sich selbst.“
Deshalb auch sei es durchaus der Sache dienlich, darüber zu schreiben, wie Assange einst eine Katze gequält habe, seiner Auffassung nach, „um sie zu trainieren“. „Es spiegelt meine Erfahrungen mit Julian Assange wider, für mich ist diese Geschichte bezeichnend.“
Wie sich Wikileaks in den vergangenen Monaten entwickelt habe, tue ihm einfach nur Leid, so Domscheit-Berg. „Ich sehe wenig inhaltliche Arbeit.“ Der Fokus liege darauf, Spenden zu generieren.
Die Grundidee von Wikileaks sei damit mitnichten tot. „Ich glaube, dass wir gerade erst am Anfang stehen. Es gibt viel mehr Leute, die Dinge ans Licht bringen wollen, als man denkt“, sagt Domscheit-Berg.
Doch sind Julian Assange und Wikileaks dafür noch die Richtigen? Er hoffe, dass das Projekt sich fängt, sagt er. „Ich halte es für eine wichtige Bereicherung.“ So richtig überzeugt klingt das nicht. (dapd)
21:26
Politiker sind verlogen. Darum kleidet sich die Welt in Lügen.
Dem sind keine Grenzen gesetzt, der sie nicht hinnimmt.
21:19
Ach ja, r-kant, vermutlich steckt in jedem von uns ein kleiner Assange, nicht war? Oder warum Ihr Gekeife? Da zieh ich hin und wieder das Treppenhausgetratsche vor, ist nicht so niederträchtig. Dabei ist es völlig unwichtig, ob jemand - wie Sie oder Assange - im Recht ist oder nicht. Recht ist doch ein dehnbarer Begriff.
Allerdings finde ich es durchaus auch Besorgniserregend, dass Staatsgeheimnisse einfach so mir nichts dir nichts ausspioniert werden können - verbreitet und so viel Applaus bzw. Aufmerksamkeit erfahren. Meine, dass Staaten Menschenrechtsverletzungen begehen und die Amis sich selbst bei einigen Kriegen legitimiert haben - das wussten wir vorher auch.
Und das Politiker auch nur Menschen sind, genauso wie Militärs und Despoten - ist uns vermutlich auch nichts Neues. So findet eben jeder seinen Markt und seine Kapitalschiene. Und Neugierde scheint doch ganz gut bezahlt zu werden.
20:44
Der Herr Assange ist schon ein merkwürdiges Kerlchen. Der Verräter verurteilt den Verrat.
19:32
r . kant
Wenn Sie hier nicht den Rechtschreib - Macker mimen würden , wären mir Ihre Schreibfehler herzlich egal .
Ach so , siehe oben #16 :
Beträge oder meinten Sie Beiträge ?
Vielleicht erklärt das , weshalb man Ihre C ( sorry ) ommentare so sorgfältig durchlesen muß inc ( sorry ) lusive dem Rätselraten : Was meinte r . kant ?
Ihr Glashaus erhält definitiv keine Glasversicherung mehr !
18:19
@ vanagas
Danke für die Info über meine Rechtschreibfehler. Ich bin immer dankbar, wenn das noch jemandem auffällt. Zeigt das doch, dass viele Menschen meine Beträge sorgfältig durchlesen und meine Kommentare so gut sind, dass sie sogar länger in deren Gedächtnis hängen bleiben. Ich freue mich daher sehr über ein derartiges Feedback.
Wo wir dann beim Thema sind, weise ich sie dann noch freundlichst darauf hin, dass man die beiden Worte
Kommentar und Korrigieren nicht mit C schreibt.
:-)))))))
17:51
r.kant
Ich bitte Sie folgende Ihrer Rechtschreibunfälle in den letzten Commentaren zu corrigieren :
- Liebahber
- Assange - Grupies
- Hohlkoptheorie ( wobei ich das richtig witzig finde ; andere als Hohlkopf zu bezeichnen aber selber nicht Hohlkopf schreiben können ! ! ! )
und vom 5 . 2 . ebenfalls zum Thema Assange :
Ich vermute Assange macht das Ganze nur wegen des Rums und des Geldes .
Danke , r . kant !
17:45
#12 von r.kant . PS: Haben sie Probleme mit Menschen mit einem Doppelnamen?
Nein, ich habe kein Problem mit Doppelnamen! Aber das können Sie als ewiger Single wahrscheinlich nicht nachempfinden. Ich habe auchkein Problem damit, dass bezahlte Kommentatoren-Hiwis die Quote puschen.
Was mich allerdings stört, ist das ein vermeintlicher Netzblogger namens Daniel-Dindends dem systemuntertüztenden Establishment in die Hände spielt. Von dem Zeitpunkt an an dem Wikileaks die peinlichen iranischen Kollateral-Videos veröffentlicht hat, hat Daniel Dopplnamen eine negtive Anti-PR-Wickileaks-Stratgie gefahren hat. Das Celler Loch und seine Klone lassen grüsssen. Congrats too Cia und BND
17:29
@ #9
Das irgendein Botschafter irgendeinen Unsinn über Frau Merkel erzählt und wenn diese von Wikileaks veröffentlicht wird, ist das Treppenhausgetratsche.
Die ganzen Botschaftsdepeschen sind nichts anders als Treppenhausgetratsche.
Das ist sogar noch unter Bildzeitungsniveau, aber jeder Schwachsinn findet doch noch einen Leser, der das alles ganz toll findet.
Und selbst Assange findet ja noch seine Anbeter!
17:25
@ #9
Ihre Kommentare sind bis jetzt lediglich eine Aneinanderreihung von ziemlich einfältigen Unterstellungen.
Irgendeine substantielle Aussage sehe ich bei ihnen nicht.
Und warum sollte ich mich als Kommentator tarnen, wenn ich lediglich einen Kommentar schreibe?
Aber einen Kommentar ohne Verschwörungstheorie bekommen sie wohl nicht hin?
PS: Haben sie Probleme mit Menschen mit einem Doppelnamen?
Ich begebe mich jetzt mal kurz auf ihr Niveau! Hat ihre Frau gegen ihren Willen auf dem Doppelnamen bestanden und jetzt lachen ihre Stammtischbrüder schon seit Jahren über sie schlapp!
Dann kann ich natürlich verstehen, dass sie Probleme mit Doppelnamen haben!
17:24
@8 von r.kant
Wer die Enthüllung von Kriegsverbrechen, Korruption etc mit Treppenhaus-Getratsche vergleicht, hat ja nun wirklich nichts verstanden.
Aber Sie haben ja Recht, es lebt sich leichter, wenn man nicht weiß, was die Mächtigen so treiben. :-)