Historischer Wahlsieg für Obama - "Das Beste kommt noch"
07.11.2012 | 06:24 Uhr 2012-11-07T06:24:21+0100
Washington. Barack Obama bleibt weitere vier Jahre im Weißen Haus. Seinem unterlegenen Kontrahenten Mitt Romney bat er eine Kooperation an, um die USA voranzubringen. "Für die USA kommt das Beste erst noch", gab sich Obama optimistisch.
Es ist lange Zeit die erwartete Zitterpartie gewesen. Und dann kam das Ende doch abrupt. Bei der Präsidentschaftswahl in Amerika stand Amtsinhaber Barack Obama (51) bereits gegen 5.30 Uhr mitteleuropäischer Zeit nach übereinstimmender Meinung von vier großen TV-Sendern als Sieger fest und kann für eine zweite Amtszeit planen , die mit der Amtseinführung am 20. Januar 2013 beginnt. Obama hat demnach mehr als die erforderlichen 270 Stimmen im Wahlmänner-Gremium errungen .
Der alte und neue Präsident wandte sich über den Kurznachrichtendienst Twitter an seine Anhänger: „Das alles ist durch Euch passiert. Danke. Vier weitere Jahre.“ In Chicago, wo Obama über 10 000 Anhänger der Demokraten zusammengekommen waren, war der Jubel groß. Im Hauptquartier von Mitt Romney in Boston herrschte Entsetzen und Schweigen. Um sieben Uhr deutscher Zeit gestand Mitt Romney die Niederlage ein.
Romney bedankte sich bei seinen Unterstützern, Vizepräsidenten-Kandidat Paul Ryan ("Nach meiner Frau Ann die beste Entscheidung meines Lebens") und kündigte an, Barack Obama und dessen Familie in seine Gebete aufzunehmen.
"Für die USA kommt das Beste erst noch"
Für die meisten Amerikaner ist die lahmende Konjunktur ihres Landes das größte Problem. Um diese wieder in Gang zu bringen, plant Präsident Obama unter anderem, Steuererleichterungen für Besserverdienende zu streichen, den Etat für Armee-Einsätze zu reduzieren und die Banken stärker zu regulieren.
Nachdem Herausforderer Romney seine Niederlage eingestanden hatte, trat auch der Wahlsieger vor die Kamera: In der Stunde des Triumphes kehrte Barack Obama zu dem Optimismus zurück, mit dem er seine Landsleute bereits vor vier Jahren für sich gewonnen hatte. "Für die Vereinigten Staaten von Amerika kommt das Beste erst noch", sagte der US-Präsident nach seiner Wiederwahl in der Nacht zum Mittwoch. Doch Obama weiß, dass er die großen Probleme des tief gespaltenen Landes nicht allein lösen kann. In seiner Siegesrede bot er dem Wahlverlierer Mitt Romney und den Republikanern eine Kooperation an. Denn die Machtverhältnisse im Kongress haben sich nicht geändert.

Barack Obama ist weitere vier Jahre US-Präsident. Haben die Amerikaner die richtige Entscheidung getroffen?
"Wir sind nicht so gespalten, wie es unsere Politik nahelegt", sagte Obama. "Ich freue mich darauf, mich mit Gouverneur Romney zusammenzusetzen und darüber zu reden, wie wir gemeinsam daran arbeiten können, dieses Land voranzubringen." Auch der Republikaner schlug nach 18 Monaten erbittertem Wahlkampf versöhnliche Töne an und beschwor die nationale Einheit. "In Zeiten wie diesen können wir parteipolitisches Gezanke nicht riskieren", sagte Romney.
Obama entschied die Swing States für sich
Gut sechs Stunden nach Beginn der Auszählung stand fest, dass Obama über die Hälfte der elf wichtigen Wechselwähler-Bundesstaaten (Swing States) gewonnen hat. Dagegen konnte sein Herausforderer Mitt Romney (65) bis dahin Zeit lediglich North Carolina als „Battleground“-State für sich erobern.
Obama sicherte sich die zuletzt heftig umworbenen Staaten Wisconsin (Heimatstaat von Vizepräsidenten-Kandidat Paul Ryan) , Michigan (Romneys Heimatstaat), Pennsylvania, New Hampshire, Iowa und Ohio. An allen Schauplätzen wollte der 65-jährige Multimillionär unbedingt punkten. In Pennsylvania macht er sogar noch am Wahltag morgens Wahlkampf.
Alle Augen richteten sich von Beginn an auf Florida (das zum Zeitpunkt dieses Berichts noch nicht ausgezählt war) und Ohio. In beiden Staaten hatte sich über Stunden an dem prophezeiten Kopf-an-Kopf-Rennen nichts geändert. CNN war der erste Sender, der um 5 Uhr 18 verkündete: "Obama holt Ohio."
Die Erfolge in den Swing States hoben Obama über die erforderliche Schwelle von 270 Wahlmännerstimmen. Nach jüngsten Angaben der Fernsehsender sicherte sich Obama 303 Stimmen, Romney 206. Die Angaben zu Florida, wo das Rennen äußerst knapp war, standen noch aus, weil die Auszählung in der Nacht unterbrochen wurde. Entscheidenden Einfluss auf das Ergebnis kann Florida aber nicht mehr nehmen. Zur Erinnerung: Vor zwölf Jahren war der Republikaner George W. Bush erst nach Wochen von Gerichten zum Sieger erklärt worden, weil Nachzählungen in Florida das Endergebnis verzögert hatten. (mit afp)
10:38
Ach ja und Abschaffung der staatlichen Altenpflege - auf diese Art und Weise wird vielleicht jedem klar, das er und sie sorgsam mit Nachwuchs und Generationenvertrag umzugehen hat - ambulante Stationen sichern vieles noch mal so gut.
10:36
Gratulations! Eine Ankurbelung der Wirtschaft könnte über die Verstaatlichung der Sender erreicht werden - vermutlich für Leute mit viel Geld bei Film und Fernsehen eine äußerst unattraktive Angelegenheit. Jedoch: die Anbindung an Arbeitsplätzen und ihre Sicherung sind eine Garantie für eine funktionierende Wirtschaft. Und je weniger Interessenskonflikte es zwischen Staat und Bevölkerung gibt - ....die Freizeitindustrie bringt dem Staat wieder Geld und den Leuten Entspannung anstatt Erregung. Die kann dann vermutlich einfach mal im eigenen Ehebett stattfinden... nein, sorry, das geht natürlich zu weit.
14:16
Mr. President, tear down this wall/prison in Guantanamo...
13:09
18 Monate hat man die Bevölkerung aufgestachelt, wie nie zuvor. 18 Monate wurde polarisiert. 18 Monate haben Romney und Obama Anhänger erbittert gegeneinander gekämpft!
Und jetzt wollen diese beiden Herren, dass wie frieden herrscht in der gespalteten Nation?
Wer den Wahlkampf übertreibt, der hinterlässt am Ende garantiert nur Verlierer. Da hilft es dann auch wenig, wenn sich die Kontrahenten am Ende des Tages in die "verbalen" Arme fallen und Besserung geloben.
Ich denke, dass es sehr lange dauern wird, bis sich die USA von dieser Präsidentschaftswahl erholt hat. Und dann könnte auch bereits wieder Wahlkampf sein...
Kleine Berichtigung: vor 18 Monden stand Romney noch gar nicht als Praesidentschaftskandidat fest.
12:58
Gestern Abend hieß es, das es noch bis zum Vormittag (MEZ) dauern könnte, bis das "knappe" Ergebnis vorliegt. Ein bewährtes System der rechten, die Wähler zu verunsichern, wie in Deutschland bei der Abwahl von Kohl. Die Amis haben sich vom rechten Störfeuer nicht beirren lassen, das man seinerzeit schon bei der Abwahl von Bush mit manipulierten Wahlmaschinen eröffnete. Hoffentlich reagiert der Deutsche Michel 2013 genau so, dann sind die Chaos-Wochen von Merkel und Co. gezählt.
Was soll Deutschland denn wählen ? Das Rot-Grüne -Chaos ! Das wird der Untergang der Nation
Von einer knappen Wahl haben im Vorfeld fast alle Medien und Beobachter gesprochen, ob links oder rechts. Alle Umfragen sahen es ebenso, ob von linken oder rechten Instituten. Die Parteien sprechen gern von einer knappen Wahl, weil das am besten ihre Wähler mobilisiert. Wer weiß, wie die Wahl ausgegangen wäre, wenn die Mobilisierung nicht so gut funktioniert hätte. Für die USA finde ich es erfreulich, dass relativ viele Menschen zur Wahl gegangen sind. Und es ist ebenso erfreulich, dass es am Ende ein ziemlich klares Ergebnis geworden ist. Ein Patt von 269 Wahlmännerstimmen, was ja möglich gewesen wäre, hätte die Politik gelähmt.
12:57
"Für die USA kommt das Beste erst noch"
So ein klein wenig von diesem schier unendlichen US-Patriotismus würde uns Deutschen auch ganz gut stehen...
Patriotismus ist in Deutschland höchst unerwünscht. Das möchte Links-Grün nicht. Und alle , die was wollen , was Links-Grün nicht will sind üble Rechtsradikale.
Das hat wenig mit Patriotismuns zu tun, sondern eher mit positivem Denken. Daran koennten sich die Deutschen wirklich ein Beispiel nehmen, anstatt oft zu jammern und anderen die Schuld fuer ihr eigenes Scheitern/Versagen zuzuschieben und in Fatalismus zu verfallen.
12:53
Mir ist die us-amerikanische Politik schon deshalb suspekt, da Präsident nur werden kann, wer ein riesiges Vermögen in den Wahlkampf steckt. Und das bedeutet, dass es wesentlich mehr Klientel-und Lobbypolitik gibt als hier, da dieser ja dann überwiegend von personen finanziert wird, die hiermit gewisse Interessen verfolgen.
Da loben Sie sich sicher die chinesische Politik, da wird ja auch gerade gewählt. Wie schön leise und still es dort zugeht. Einfach toll.
12:37
Aus europäischer Sicht der Dinge vermutlich die bessere Alternative.
Steht der Republikaner Romney schließlich für ein Amerika mit Werten - bei denen eine so oft postulierte "Werte-Gemeinschaft" auf beiden Seiten des Atlantiks , mangels genügender Schnittmengen , noch schwerer aufrecht zu halten und plausibel zu machen wäre ,als es auch unter der Präsidentschaft Obamas sowieso schon ist.
11:22
Die Amis haben das kleinere Übel gewählt. Sie hatten allerdings nur die Wahl zwischen Pest und Cholera. Obama ist ein Kind der Wallstreet. Von der Regulierung der Finanzmärkte ist nichts übrig geblieben. Die Finanzelite kann sich nach wie vor ungestört bereichern und ihrem Spaß frönen. Er hat nicht den Mut gehabt, gegen die weltbeherrschende Finanzoligarchie beherzt vorzugehen. Goldman Sachs, JP Morgan & Co. beherrschen zusammen mit der City of London das Weltfinanzsystem. Romney wollte sogar die Reichen auf Kosten der Mittelschicht und der Armen weiter entlasten. Auch er ist eine Marionette der Wallstreet. Nahezu alle Wahlversprechen hat der Friedens-Nobelpreisfürst Obama gebrochen. Die Militärausgaben sind mit 711 Mrd. Dollar zehnmal so hoch wie in Rußland. Man denke doch nur an die schmutzigen Drohneneinsätze, die auch die Tötung Tausender Unschuldiger (Kollateralschäden) billigend im Kauf nimmt. Dieser Obama sollte über Menschenrechtsverletzungen in China, Rußland, usw. schweigen.
10:06
Nun ja. In den USA gibt es halt die indirekte Wahl über die Wahlmänner und hierbei hat er im Verhältnis zum Romney mehr als nur eindeutig gewonnen.