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The Voice of Germany

The Voice of Germany ist zu viel für Freaky T - Isabell Schmidt im Finale allein unter Männern

08.12.2012 | 15:52 Uhr
The Voice of Germany ist zu viel für Freaky T - Isabell Schmidt im Finale allein unter Männern
Freaky T aus dem Team Xavier sorgte im Halbfinale von "The Voice of Germany" für die Überraschung des Abends: Sie stieg freiwillig aus der Show aus.Foto: ProSieben/Richard Hübner

Essen.  Brigitte Lorenz wird nicht „The Voice of Germany“ - sie hatte im Halbfinale der Castingshow am Freitagabend das Nachsehen gegenüber Konkurrentin Isabell Schmidt. Nick Howard punktete wie erwartet mit Schwiegersohn-Charme. Die große Überraschung des Abends: Eine Kandidatin gibt auf.

Liebe Leser, ich muss Ihnen etwas gestehen: Am Freitag war mein erstes Mal. Das erste Mal, dass ich „The Voice of Germany“ gesehen habe. Nicht komplett, zwischendurch habe ich auch mal weggeschaltet, wenn die Sendung ihre Längen hatte. Aber dann war ich doch neugierig, was diese Show denn jetzt so einzigartig macht, wie alle sagen.

Irgendwie, so erinnerte ich mich, solle "The Voice" authentischer sein als die üblichen Casting-Shows, bei denen die Kandidaten erst vorgeführt und später verheizt werden. Und tatsächlich entdeckte ich in der Jury weder einen arroganten Musikproduzenten mit Sonnenbankfalten noch einen cholerischen Choreografen, der seinen Vornamen gerne abkürzt. Dafür aber eine ganze Menge Sängerinnen und Sänger, die sicherlich wissen, worum es beim Singen geht, anstatt nur darüber zu urteilen. So weit, so gut.

Und dann erinnert das Studio doch wieder an „Deutschland sucht den Superstar“ oder „Popstars“: die spiegelglatte Bühne mit den beleuchteten Stufen, die blauen, unruhigen Scheinwerfer während der Auftritte der Kandidaten, und der Moderator ist doch auch derselbe wie bei DSDS! Nee, doch nicht, aber Thore Schölermann steht Marco Schreyl ins Sachen nichtssagendes Gequatsche in Nichts nach.

Für die "The Voice"-Regeln braucht der Queransteiger eine Anleitung

Für das Reglement von „The Voice of Germany“ braucht der Quereinsteiger eine Betriebsanleitung. Jedes Jury-Mitglied durfte sich anfangs ein paar eigene Kandidaten aussuchen. Dann flog in jeder Sendung einer raus, das entschieden der jeweilige Juror und das Publikum, so auch beim Halbfinale. Ziel ist es also, dass jeder Juror einen seiner Kandidaten ins Finale bringt.

Und die Juroren sind es auch, die nach den Auftritten immer besonders gerührt sind. Vielleicht erkennen sie sich selbst in ihren Kandidaten wieder? Manch ein Talent wirkt schon fast wie ein Klon des jeweiligen Coaches. Nenas Kandidaten Brigitte Lorenz und Isabell Schmidt tragen bei ihren Auftritten beide Shirt und Lederjacke, Nena-Stil eben. Brigitte glänzte sogar mit einer Nena-Gedächtnis-Frisur in Blond.

Und man mag es auch etwas seltsam finden, dass Rea Garveys Favorit Nick Howard, der schließlich seinen Konkurrenten Michael Heinemann hinter sich ließ und ins Finale einzog, ebenfalls so einen niedlichen englischen Akzent hat.

Coole Brigitte Lorenz sang das beste Lied des Abends

Wie auch immer - am Ende blieben im Halbfinale manche Typen auf der Strecke. Die coole Brigitte Lorenz (mit dem besten Lied des Abends: „Wenn ich dich nicht hätte“) musste gehen, die etwas blasse Isabell Schmidt durfte bleiben. Michael Heinemann, das Landei mit dem Moppelbonus, verlor gegen den aalglatten Nick Howard, und aus dem Team Boss Hoss zog James Borges ins Finale ein, Rob Fowler musste gehen. Ob sich bald noch viele Zuschauer an die Ausgeschiedenen erinnern können, ist fraglich - da unterscheidet sich „The Voice“ vermutlich nicht groß vom Casting-Show-Proletariat auf RTL.

Der wohl authentischste, überraschendste Moment des Abends war die Ankündigung von Sängerin Freaky T, freiwillig aus der Show auszuscheiden. „Körperlich wird das alles zu viel für mich“, erklärte sie. Schon bei einem der ersten Auftritte hatte die tätowierte Rockerin erklärt, dass sie unter Epilepsie leidet - und zum Schutz vor dem grellen Licht immer Sonnenbrille trägt. Spontan nahm Mentor Xavier Naidoo sie in den Arm, alle akzeptierten ihre Entscheidung. Ihr Konkurrent Michael Lane kam so kampflos ins Finale. Das ist übrigens nächsten Freitag. Dann ist der Gleichstand unter den Coaches auf jeden Fall Geschichte.



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