King of Pop
Verstecktes Grab für Michael Jackson
02.09.2009 | 12:28 Uhr 2009-09-02T12:28:00+0200
Glendale. Es wird ruhig um den King of Pop: Michael Jackson wird am Donnerstag auf einem der exklusivsten Friedhöfe der Welt bei Los Angeles beerdigt. Sein Leichnam wird in einem streng abgeschirmten Mausoleum aus Marmor und Mörtel ruhen. Kein Gekreische mehr, nur Schweigen.
Nach einem Leben im Rampenlicht und einer nahezu beispiellosen Hysterie nach seinem Tod wird Michael Jackson am Donnerstag zur letzten Ruhe gebettet: Auf einem der exklusivsten Friedhöfe der Welt, dem Forest Lawn Glendale nordwestlich von Los Angeles, wird der «King of Pop» beigesetzt.
Während Jackson 50 Jahre lang wie kaum ein zweiter eine Person der Öffentlichkeit war, markiert seine Beerdigung das Ende der Zurschaustellung. Sein Leichnam wird in einem versteckten Denkmal in einem streng abgeschirmten Mausoleum aus Marmor und Mörtel ruhen. Kein Gekreische mehr, nur Schweigen. Kein Blitzlichtgewitter, nur Kerzen. Keine Massenaufläufe mehr, nur ausgewählte Besucher erhalten Zugang zum Grab eines der außergewöhnlichsten Popstars.
"Unmöglich, dort hineinzukommen"
Seit seine Familie ihren Plan bekanntgab, Michael Jackson in Forest Lawn beizusetzen, ist das Interesse an dem Friedhof schier explodiert. Die Klicks auf Lisa Burks Blog www.gravehunting.com seien durchs Dach geschossen, sagt sie. Die Gier nach Informationen über Jackson stelle noch immer alles in den Schatten. Aber wenn die Familie Privatsphäre wahren wolle, werde es ihr in dem Großen Mausoleum gelingen. «Unmöglich, dort hineinzukommen», sagt die Promi-Grab-Expertin. «So war es vorher, und es wird nun noch schwieriger.»
In Nachbarschaft Jacksons ruhen Berühmtheiten wie Clark Gable und W.C. Fields. Ein riesiges Fenster bildet das Da-Vinci-Gemälde «Das letzte Abendmahl» ab. Eine Reproduktion von Michelangelos David steht vor dem Gebäude. Auf einem nahen Hügel sind zwei der größten Gemälde der Welt ausgestellt, «Kreuzigung» und «Auferstehung».
Fotos verboten
Die Kombination, bedeutende Kunst und bedeutende Tote zusammenzubringen, gehörte von Beginn an zum Friedhofskonzept, und mit Michael Jackson wird Forest Lawn zweifelsohne um eine exklusive Attraktion reicher.
Kritiker werfen dem Friedhofsmanagement eine Doppelmoral vor. Sie würden ihre prominenten Toten schützen, zugleich aber mit deren Namen angeben, sagt Scott Michaels von Dearly Departured Tours, einem Unternehmen, das Ausflüge zu berühmten Gräbern anbietet. Friedhofssprecher William Martin weist den Vorwurf zurück. «Wir werben nicht, wir machen kein Marketing, das ist doch unangemessen.»
Wie konsequent das Management seine Politik inzwischen umsetzt, musste der Autor und Fotograf Mark Masek vor wenigen Wochen erfahren. Er machte Fotos von dem Mausoleum, um sie auf seiner Homepage zu veröffentlichen. Als er Forest Lawn verlassen wollte, blockierten plötzlich zwei schwarze Vans seinen Weg. Die Sicherheitsposten ließen ihn erst passieren, nachdem er alle seine Bilder vor ihren Augen gelöscht hatte. (ap)
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