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Letzter Vorhang für den King of Pop

26.06.2009 | 07:28 Uhr
Letzter Vorhang für den King of Pop

Washington. Michael Jackson stirbt mit 50 Jahren an Herzstillstand. Die Pop-Ikone stand kurz vor geplantem Comeback. Der Publikumsliebling wollte in den nächsten Monaten wieder auf die Bühne treten. Karten für die Konzerte waren bereits restlos ausverkauft.

Der letzte Vorhang ist gefallen für den König des Pop. Mit nur 50 Jahren ist Michael Jackson am Donnerstag in Los Angeles gestorben. Jacksons Tod kam just in jenem Moment, als er zur Rückkehr auf den Thron des Pop-Universums ansetzte. Mitte Juli wollte er nach jahrelanger Bühnenabstinenz in London sein Comeback-Konzert geben, für die Auftrittsserie hatte er binnen Stunden 500.000 Karten verkauft - Jacksons Faszination war ungebrochen.

Tragischer Schlusspunkt eines Künstlerlebens

Der letzte Vorhang ist gefallen für den König des Pop. Foto: ap

Sein früher Tod ist der tragische Schlusspunkt eines Künstlerlebens, das glanzvolle Höhen erklommen und schmerzhafte Tiefen durchschritten hat. Schon mit vier Jahren hatte Jackson seine Gesangspremiere auf der Bühne. In den 80er Jahren stieg er auf zum unangefochtenen «King of Pop», ehe er zum König der Gesichtsoperationen, der Extravaganzen und der Skandalgerüchte um seine Beziehungen zu Kindern wurde.

Wegweisende Pop-Alben gehören ebenso zu Jacksons Vermächtnis wie die Tatsache, dass er in den USA 2005 unter dem Verdacht des sexuellen Missbrauchs von minderjährigen Jungen vor Gericht stand. Das Urteil des Gerichts lautete damals auf Freispruch. Das Urteil der Öffentlichkeit fiel harscher aus: Jackson verlor die Gunst vieler Fans. Das Image-Desaster durch die Pädophilievorwürfe begleitete den künstlerischen Absturz. Seine letzten Alben floppten, die Kritiker fällten vernichtende Urteile, finanzielle Probleme beschleunigten den Niedergang der Pop-Ikone.

Jackson schuf sich seine eigene Welt

Mit nur 50 Jahren ist Michael Jackson am Donnerstag in Los Angeles gestorben. Foto: ap

Jackson flüchtete sich in das Dasein eines rast- und heimatlosen Nomaden, der einen bizarren Lebensstil pflegte. Öffentliche Auftritte hat er seit dem Prozessende 2005 weitgehend gemieden. Mal nahm er im Golfstaat Bahrain Domizil, mal tauchte er in London oder den USA auf. Fotos zeigten einen Mann, dessen Gesicht durch chirurgische Eingriffe geprägt war. Seine drei Kinder trugen in der Öffentlichkeit Masken. Jackson schuf sich seine eigene Welt. Eine eigene Kindheit hatte er nie erlebt, weil ihn der ehrgeizige Vater auf die Bühne trieb. Als Erwachsener zog sich in sein weltabgewandtes Phantasiereich zurück.

Ruhm und Anerkennung mischten sich in Jacksons Karriere mit einer Prise Tragik. «Er wurde so reich, so mächtig und so berühmt, dass er sich aus jeder Art von Wirklichkeit zurückziehen durfte», sagte der Popkultur-Experte Robert Thompson von der US-Universität Syracuse anlässlich von Jacksons 50. Geburtstag im vergangenen Jahr. «Michael Jackson ist das perfekte Beispiel für jemanden, den die Wucht seines Ruhms zerstört hat.»

Dabei war Jackson einmal ein Publikumsliebling, der in den 80er Jahren die Popmusik revolutioniert hat. Sein Album «Thriller» ist mit weltweit mehr als 50 Millionen Exemplaren immer noch das meistverkaufte Album aller Zeiten. Mit dem «Moonwalk» hatte er eine neue Tanzform auf die Bühne gebracht, der kecke Griff in den Schritt wurde Jacksons Markenzeichen. Mit detailverliebter Besessenheit perfektionierte er die Show-Auftritte, die er bereits als Kinderstar hatte absolvieren müssen.

50 große Konzerte waren schon ausverkauft

An die Zeit der Triumphe wollte Jackson bei seinem Comeback im Juli anzuknüpfen versuchen. Vielleicht trieb ihn dabei einfach das Verlangen, nicht als tragische Figur in Erinnerung zu bleiben. Wahrscheinlich spielte auch finanzielle Gründe eine Rolle. In US-Medien häufen sich Berichte über Schulden des dreifachen Vaters, seine 1000 Hektar große Phantasie-Ranch Neverland («Nimmerland») in Kalifornien war zeitweise von der Zwangsversteigerung bedroht.

Etwa 50 große Konzerte wollte Jackson in den kommenden Monaten geben, die Karten dafür waren restlos ausverkauft. Dem Bühnen-Genie musste es gefallen haben, dass er noch immer die Massen anziehen konnte. «Bis heute wird seine Musik in allen Ecken der Welt gespielt», sagte Musikproduzent Quincy Jones, selbst eine Legende, am Donnerstag dem Sender NBC. «Der Grund dafür ist, dass er es alles hatte: Talent, Würde, Professionalität.» (afp)

DerWesten

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Kommentare
05.07.2009
21:00
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von Haberkost Peter | #3

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05.01.2009
21:00
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von Haberkost Peter | #2

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05.01.2009
20:59
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von Haberkost Peter | #1

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