Toben und Tiere - Das hat der "Ketteler Hof" zu bieten

Kinder lieben es besonders: Das Füttern von Tieren, hier des Damwildes im "Kettler Hof" in Haltern.
Kinder lieben es besonders: Das Füttern von Tieren, hier des Damwildes im "Kettler Hof" in Haltern.
Foto: Lars Heidrich
Was wir bereits wissen
Schulklassen und Kita-Gruppen kommen gerne in den "Ketteler Hof" nach Haltern am See. Denn dort gibt es "Klettergebirge", Riesenwippen, Wasserrutschen – und eine Sommer-Rodelbahn.

Haltern.. Irgendwann fällt es auf, irgendwann fängt man an zu suchen. Gibt es hier denn wirklich gar nichts mit Motor? Ha, doch: eine Pferdchenbahn hinten im Gelände und ein Schweinchenkarussell ganz am Anfang. Doch beide fahren gerade nicht. Als wäre es Programm. Willkommen im Ketteler Hof.

Im Westen von Haltern geht man zum Spielen in den Wald. Das sind schon keine Kletterburgen mehr, das sind Klettergebirge zwischen Riesenwippen, Kletterhäuser zwischen Bäumen, und nach der Sommer-Rodelbahn rennen die Kinder zur Schlauchboot-Wasserrutsche zum Wasserspielplatz – zum nächsten Klettergebirge. Man sieht es schon: Das hier ist der Freizeitpark zum Toben, Tollen, Tummeln und Tun.

Geräuschkulisse Spielplatz.

Die Kern-Kundschaft: schon etwas größere Kinder. Als Familie kommen sie, als Schulklasse; gelegentlich auch schon als Kita-Gruppe, die dann mehr in Richtung Hüpfburg geführt wird. „Hier müssen alle körperlich hart arbeiten, und am Ende des Tages sind sie müde und geschafft“, sagt Sylvia Schulze Robert.

Was Eltern, seien wir mal ehrlich, dann und wann durchaus zu schätzen wissen. Und dann gibt es das Phänomen älterer Kunden, Jugendlicher, 17-, 18-, 19-Jähriger vielleicht, die nach mehrjähriger Pause plötzlich wiederkommen in der Gruppe, um sich hier körperlich auszutoben.

400.000 Besuchern im Jahr im "Kettler Hof"

Sylvia Schulze Robert ist eines von drei Geschwistern, die den Ketteler Hof führen: „Der Betrieb hat uns nie Zeit für Privatleben gelassen“, sagt die Halternerin. Ihr Vater Ernst Schulze Robert machte sich 1969 daran, aus dem Umland seines damaligen Ausflugslokals einen "Spiel- und Mitmachpark" zu machen.

„Er stand da und hat gesagt, da kommt der Märchenwald hin, und da kommt das Gehege hin“, erinnert sich seine Tochter: „Das war so revolutionär, dass die Banken keine Kredite gaben . . . Die ganz harten Jahre waren erst 1990 vorbei.“

Heute aber ist der Ketteler Hof nahezu ein Selbstläufer mit bis zu 400.000 Besuchern im Jahr. Auch er wächst ins Gelände hinein und hat mittelfristig noch was vor. Da ist das Thema Übernachtung: „Das ist in der Idee, aber ein ganz neuer Zweig. Vielleicht mit der neuen Generation.“

Und da ist die Vorstellung, etwas wetterfester zu werden. Denn konjunktur- und wetterabhängig sind sie hier wie in jedem Freizeitpark, oft auch von Glaskugeln, die sich heute lieber „Wetter-App“ nennen. „Jeder Kunde möchte den optimalen Tag erwischen“, sagt Sylvia Schulze Robert: „Ab 20 Prozent Regenwahrscheinlichkeit bleiben die Leute zu Hause.“ Merke: Das ist der optimale Tag. Es ist dann nicht so voll.