Heimspiel für Klaus Otte-Wiese in Balve - Lokalmatador hat viel vor

Klaus Otte-Wiese (RV Hellefeld) auf Seal. Der Reiter hat in Balve ein Heimspiel.
Klaus Otte-Wiese (RV Hellefeld) auf Seal. Der Reiter hat in Balve ein Heimspiel.
Foto: WP/Knepper
Was wir bereits wissen
Für den Springreiter Klaus Otte-Wiese ist das Balve Optimum ein Heimspiel, in das er sehr zuversichtlich geht. Ausrechnet in diesem Jahr aber muss er auf die Deutschen Meisterschaften verzichten. Er startet nicht bei den Titelkämpfen, um seine Pferde zu schonen, reitet dafür in anderen Prüfungen.

Balve.. Diese Strecke ist Klaus Otte-Wiese so vertraut. Fast jeden Baum und jede Kurve kennt er zwischen seinem Wohnort Neuenrade-Blintrop und Balve. Knapp zehn Kilometer liegen zwischen seinem Hof und Schloss Wocklum, in dessen Schatten von diesem Donnerstag bis Sonntag das Balve Optimum ausgetragen wird. Klaus Otte-Wiese kennt die Strecke in- und auswendig. Und doch fährt er sie am Mittwochabend mit einem, na ja, ungewohnten Gefühl zurück.

Mit drei Pferden im Orletal am Start

„Natürlich wäre es schöner, wenn sie zu Hause im Stall ständen“, sagt Otte-Wiese nach dem so genannten Veterinär-Check, „aber so sind nun mal die internationalen Regeln: Die Pferde dürfen das Turniergelände erst verlassen, wenn sie nicht mehr starten.“ Classic, Liostro und Seal stehen deshalb in den nächsten Tagen außerhäusig in drei der insgesamt 500 Boxen auf dem Turniergelände im Orletal.

Balve Optimum 2015 Denn Otte-Wiese will natürlich starten, will dabei sein, wenn sich beim Balve Optimum die deutsche Reit-Elite ein Stelldichein im Sauerland gibt. Nicht nur das. Der Routinier des RV Hellefeld setzt sich hohe Ziele für die kommenden Tage: „Ich könnte mauern, klar. Aber ich gehe diesmal positiv in das Turnier und möchte nicht mit leeren Händen nach Hause fahren. Ich möchte in Balve schon etwas gewinnen“, sagt er.

Classic, Liostro und Seal sind gut in Form

Der dreifache Familienvater besitzt gute Gründe, um sein reitsportliches Heimspiel so offensiv anzugehen. Sowohl Classic, seine siebenjährige Stute, als auch die neunjährigen Liostro und Seal siegten am vergangenen Wochenende jeweils in Prüfungen der schweren Kategorie. „Es lässt sich gut an“, sagt Otte-Wiese.

Für die DM-Entscheidung sind Pferde von Otte-Wiese zu jung

Bei aller Vorfreude - etwas Wehmut mischt sich schon in seine Gefühlslage. Die deutsche Meisterschaft der Springreiter, die im Rahmen des Optimums ausgetragen wird und in Klaus Otte-Wiese eigentlich einen Stammgast besitzt, geht in diesem Jahr ohne ihn über die Bühne. „Für die Anforderungen sind meine Pferde schlicht und einfach zu jung. Da steht das Wohl der Tiere im Vordergrund“, erklärt er.

Zuschauerrolle bei Titelkämpfen schmerzt

In Balve, vor heimischer Kulisse, vor vielen Freunden und Bekannten im Publikum, „die einen immer zu etwas mehr Leistung anstacheln“, schmerzt Otte-Wiese die Zuschauerrolle zwar ohnehin, in diesem Jahr allerdings noch ein wenig mehr. Schließlich ist im Teilnehmerfeld der Titelkämpfe kein haushoher Favorit auszumachen.

Balve Optimum 2015 Der amtierende deutsche Meister Daniel Deußer fehlt wie berichtet, andere Reit-Stars schonen ihre besten Pferde ob der Fülle an hochkarätigen und schweren Turniere, welche diese in der grünen Saison absolvieren müssen. Und Klaus Otte-Wiese wäre einer, der bei solchen Voraussetzungen ganz vorne dabei sein könnte. „Aber ich muss an die Zukunft der Pferde denken“, sagt er, „wenn man sie einmal überfordert, muss man wochenlang Reparaturarbeit leisten.“

Er drückt daher anderen Reiterkollegen aus der Region bei der DM die Daumen. Gerrit Schepers etwa, oder Sarah Nagel-Tornau und Kathrin Müller. Außerdem gehen der Fröndenberger Franz-Josef Dahlmann an den Start, Marie Lütgenau und Martina Wrede und Elisabeth Kruse vom gastgebenden RV Balve.

Otte-Wiese hofft auf Schleife in großer Tour

Otte-Wiese fokussiert sich derweil auf andere Prüfungen. Mit Classic ist er in der Youngster-Tour vertreten, mit Liostro in der mittleren und mit Seal in der großen Tour. Und wenn es am Sonntag wieder nach Hause geht, fahren nicht nur die Vierbeiner wieder mit, sondern vielleicht auch die eine oder andere Schleife.