Blitzmarathon: Was kostet es, geblitzt zu werden? Wann gibt's Punkte?

Autofahrer müssen am Donnerstag bundesweit mit verstärkten Tempokontrollen rechnen.
Autofahrer müssen am Donnerstag bundesweit mit verstärkten Tempokontrollen rechnen.
Was wir bereits wissen
Trotz breiter Ankündigung werden beim Blitzmarathon alljährlich tausende Raser erwischt. Wir erklären, was das kostet und ab wann Punkte drohen.

Essen.. Achtung, Kontrolle! Am Donnerstag wird in NRW verstärkt geblitzt. Die Polizei nimmt beim Blitzmarathon wieder Temposünder ins Visier.

Angekündigte Kontrollen - wer fällt darauf noch herein?

Jede Menge Temposünder gehen bei den Verkehrskontrollen ins Netz - das zeigen die Erfahrungen aus den vergangenen Blitzmarathons in NRW. In NRW wurden beim Blitzmarathon im Oktober 2013 21.200 Autofahrer erwischt, die zu schnell unterwegs waren - bei insgesamt 782.000 gemessenen Fahrzeugen. Heißt: 2,7 Prozent der Autofahrer waren schneller unterwegs als erlaubt. Im Alltag sind etwa acht Prozent der kontrollierten Autofahrer zu schnell.

Ein paar Unverbesserliche sind aber immer wieder dabei. Ein Motorradfahrer aus Hattingen raste beispielsweise mit 120 Stundenkilometern durch eine 20er-Zone. Beim dritten Blitzmarathon im Oktober 2012 blitzte die Polizei 24.000 Temposünder.

Ist der Blitzmarathon nur Abzocke?

Da widerspricht Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger vehement. Man wolle nicht abkassieren, sondern aktiv den Dialog mit den Autofahrern suchen: "Wir wollen nicht still und heimlich hinterm Busch blitzen, sondern jeder soll sich an dem Tag mit dem Thema beschäftigen", sagte Jäger zum Blitzmarathon. Ziel sei, das Verhalten der Autofahrer zu ändern.

Der Innenminister betonte, dass genau diese Verhaltensänderung mit dem Blitzmarathon erreicht werde: Daten aus den Polizeibehörden zeigten, dass auch zwischen den Blitzmarathons langsamer gefahren werde. Die Zahl der Verkehrstoten und Schwerverletzten in NRW sei seit 2012 überdurchschnittlich stark gesunken, so Jäger.

Bußgeld, Punkte, Fahrverbot - was Rasern droht

Wie gefährlich ist zu schnelles Fahren eigentlich?

Den Statistiken zufolge gehören Tempoverstöße und "unangepasste Geschwindigkeit" zu den häufigsten Unfallursachen. Besonders tödliche Unfälle gehen erschreckend oft auf Raser zurück - und das laut Polizei mit steigender Tendenz.

Allein in Nordrhein-Westfalen starben 2012 nach Angaben des Innenministeriums 159 Menschen bei Geschwindigkeitsunfällen. "Zu hohe Geschwindigkeit ist überall der Killer Nr. 1 auf den Straßen", warnte Innenminister Ralf Jäger (SPD) kürzlich.

Was passiert, wenn ich geblitzt werde?

Die Polizei will die Verkehrssünder beim Blitzmarathon anhalten und direkt mit ihren Vergehen konfrontieren. Dadurch versprechen sich die Behörden einen größeren Lerneffekt als durch den erst Wochen später eintreffenden Bußgeldbescheid.

Viele Temposünder sind dennoch nicht um eine Ausrede verlegen. Zahlen müssen sie in der Regel trotzdem: Bußgelder von bis zu 35 Euro kassiert die Polizei direkt vor Ort - ganz bequem, per EC-Karte. Eine Bargeldzahlung ist nicht möglich. Bei teureren Vergehen kommt ein Bußgeldbescheid nach Hause. Unter Umständen kann sich jedoch ein Einspruch dagegen lohnen.

Ab wann bekomme ich Punkte?

Die Straßenverkehrs-Ordnung setzt bei Verstößen auf eine dreifache Ahndung: Geld, Punkte, Fahrverbot. Teuer wird es bei Geschwindigkeitsüberschreitungen ab 21 Stundenkilometer - egal ob inner- oder außerorts. Dann bekommt man einen Punkt auf seinem Konto im "Verkehrszentralregister" aufgebrummt; der Bußgeldkatalog sieht zudem 70 Euro (außerorts) oder 80 Euro (innerorts) Regelsatz als Strafe vor.

Blitzmarathon

Je größer der Tempoverstoß, desto wahrscheinlicher wird neben einem höheren Bußgeld und Punkten auch ein Fahrverbot. Wer innerorts mit 31 bis 40 Stundenkilometern zu viel auf dem Tacho geblitzt wird, verliert einen Monat seinen Führerschein, zahlt 160 Euro und bekommt drei Punkte in Flensburg. Außerorts ist ein Fahrverbot ab 41 Stundenkilometern über der zugelassen Höchstgeschwindigkeit vorgesehen.

(huse/dae/ts/mit Material von dpa)