Drei Monate A40-Vollsperrung, kein Tag Chaos
19.09.2012 | 17:28 Uhr 2012-09-19T17:28:00+0200
Essen. Annegret Schaber von Straßen NRW war die verantwortliche Projektleiterin für die Aktion „A 40-Vollsperrung“. Und sie stand unter enormem Druck, denn ihr Plan, die umfangreichen Arbeiten nicht nach und nach, sondern auf einen Schlag bei kompletter Sperrung der Hauptverkehrsader des Reviers durchzuführen, war sehr umstritten. Und wurde bundesweit beobachtet. Bilanz wenige Tage vor der Wiederöffnung: Lief doch ganz gut.
Stewardess wollte sie werden, als sie noch klein war. Weil sie „so gern Urlaub macht“. Heute ist Annegret Schaber 55 und – Bauingenieurin. Auch aus den Urlaubsplänen wurde zumindest in diesem Sommer nichts. Es gab zu tun: Annegret Schaber ist die Frau, die bei Straßen NRW das gewagte Projekt „Vollsperrung der A 40“ stemmt .
Drei Brücken mussten saniert, ein Tunnel nachgerüstet, auf gut zehn Kilometern Autobahn Flüsterasphalt auf- und Lärmschutzwände angebracht werden. Arbeit genug für 24 Monate – wenn man sie Stück für Stück in Angriff nehmen wollte. Wie üblich. Schaber aber wollte nicht wie üblich vorgehen. Als Leiterin des Projekts schlug sie vor, die Hauptverkehrsader des Reviers auf der betroffenen Strecke komplett zu sperren. Für drei Monate!
Experte prophezeite das große A40-Chaos
„Sie sind ja verrückt“, war das Erste, was die gebürtige Hernerin zu hören bekam, als sie den Plan Land und Bund vorstellte. Bei der Stadt Essen lachte man immerhin; weil man an einen Aprilscherz glaubte. Verkehrsexperte Ferdinand Dudenhöfer erklärte, die Planung sei „stümperhaft“ , sie werde im Chaos enden; Stauforscher Michael Schreckenberger prophezeite „große Probleme“, schließlich müssten 95 000 Autofahrer umgeleitet werden.
Annegret Schaber blieb ruhig – und bei ihrem Plan. Immer wieder erklärte sie die Vorzüge gegenüber der langwierigen Variante „Bauen unter Verkehr“, vertraute dabei auf persönliche Erfahrung („Ich bin 32 Jahre im Job“), wusste ihre Behörde, ihr Team hinter sich. Und konnte überzeugen. Am Ende waren alle einverstanden. „Anders geht’s auch gar nicht“, ergänzt die Ingenieurin heute, so trocken wie selbstbewusst.
„Die Welt schaut auf NRW“
Am 7. Juli, dem ersten Tag der NRW-Sommerferien, wurde die A 40 dann tatsächlich gesperrt , ein einmaliges Modellprojekt damit gestartet. Nicht nur bundesweit sorgte es für Aufregung: „Die verkehrspolitische Welt schaut auf NRW“ titelte die Süddeutsche, der Spiegel sprach von einem „Experiment, das in seiner politischen Brisanz nicht zu unterschätzen“ sei.
Annegret Schaber schlief gut in der Nacht zuvor.
Und in all den Nächten, die bis heute folgen sollten, ebenfalls. „Das bringt’s doch auch nicht, wenn man sich Stress macht“, erklärt sie. Wichtig sei: gut vorbereitet zu sein. Was darüber hinaus nicht zu ändern sei, sei eben nicht zu ändern. Basta. Und schließlich stehe sie als Projektleiterin zwar im Focus der allgemeinen Aufmerksamkeit, aber: „Wir arbeiten im Team!“
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08:35
Also es wird so viel gemeckert wenn was schief läuft. Hier ist soweit alles in Ordnung, da sollte und kann man auch mal eine Behörde loben. Gute Vorbereitung, Durchführung anscheinend ohne, zumindest große, Pannen. Und pünktliche Schlussarbeiten. Prima gemacht.
14:37
Es ist schade, dass die Autobahnmeisterei nichts aus der Sperrung lernen wird. Was wirklich helfen würde, nämlich die jetzt vorhandene zweispurige Verbindung von A 40 und A 52, wird wieder zurückgebaut. Da wird der 3 -spurige Ausbau der A 40 auch nicht helfen.
Wie sie sicherlich mit ihren Augen mal erkannt haben dürften, ist, das die Strecke in jetzigen Zustand ohne Baustelle und Sperrung einfach keine 2 Spuren für die Ab- und Zufahrt herbringt. Dies um zubauen ist weit aus komplexer als mal eben ne Brücke neu zu basteln. Also immer schön realistisch bleiben und bisschen mehr nachdenken ;). Und solange Bottrop kein Bock auf eine richtige A52 hat, wird der Zustand auch erstmal so bleiben.
Vorweg erst einmal: Wenn Sie jemanden kommentieren, sollten Sie Ihren herablassenden Ton für sich behalten. Ansonsten: Wer auf einer Strecke von mehr als 20 Kilometern eine Autobahn umbaut und erweitert, inklusive kompletter Neustrukturierung von Ab- und Zufahrten (Anbindung des Sheffieldrings in Bochum an die A 40) kann sicherlich auch bezüglich der A 52-Anbindung eine Lösung finden (in Köln geht das mehrspurige Auffahren ja auch). Das ist nicht eine Frage des Könnens sondern des Willens.
14:34
Der einzige Grund, warum es keine großen Behinderungen gab, war die zweispurige Ab- und Zuführung auf die A52.
Pünktlich zur Wiedereröffnung werden wir wieder den alten Stress haben. Macht endlich Frillendorf dicht oder anders zugeführt und führt die A52 zweispurig auf die A40.
14:17
Neue Ideen braucht das Land!
14:00
Durch ständiges Wiederholen der falschen Behauptungen wird es nicht besser!
Es gab und gibt durch die Baustelle und dadurch verursachte Ampelveränderungen massive Behinderungen und Rückstaus! Heute morgen Überfüllung der Richard-Wagner-Straße und der Ruhrallee! Stau? aber sicher! Und zwar ohne Ende.
Aber es hab ja keine Staus?
Man sollte manchen Verantwortlichen mal die rosa Brille abnehmen. Denn auch vor dem Bahnhof gab es dank veränderter Ampelschaltungen und SEV in den Ferien massive Behinderungen! Oder warum brauchte ein den Hbf ansteuernder SEV-Schnellbus von der Hyssenallee bis zur eigentlichen Endhaltestelle direkt vor dem Hbf mehr als 10 Minuten (und das immer wieder!)?
Ach ne, es war kein Stau Schuld, nur Unmengen von Autos die gleichzeitig da her fahren wollten!
Und wo ist da das Besondere? Oder die falsche Behauptung?
Stau gibt es bei uns JEDEN TAG - ob nun auf der A40 oder woanders. Aber das ist doch noch lange kein Chaos!
Naja zum angekündigten "Weltuntergang" war das dann ja noch recht harmlos...
13:31
Die einzigen, die bereits im VORFELD (ohne dass eine einzige sichere Erkenntnis vorlag) ständig von einem "bevorstehenden Chaos und Kollaps" gesprochen haben und dieses somit quasi heraufbeschworen haben, waren PRESSE sowie die zahlreichen Hobby-Kommentatoren und Dauer-Nörgler.
13:20
Gute Leistung! Das hat alles in allem wirklich wunderbar funktioniert!
13:11
Schade, dass die Sperrung jetzt wieder aufgehoben wird. Das waren 3 Monate, in denen ich tatsächlich die kürzeste Strecke zu meiner Arbeit im Rheinland nehmen konnte (A40 - A52...), ohne nennenswert im Stau zu stehen. Werde dann demnächst wieder den weiten weg über A43 - A1... nehmen müssen.
Oder bleibt die 2-spurige Anbindung der A52 an die A40 erhalten? Das könnte nachhaltig was bringen.
12:42
Auf jeden Fall Gute Arbeit geleistet. Am Anfang war das Geschrei und die Befürchtungen groß, abr ich persönlich hab in der Zeit der Vollsperrung eigentlich gar nichts gemerkt, obwohl ich nur mehrere hundert Meter von der A40 entfernt wohne und auch die Friedrich-Ebert Strasse oft befahre.
Es wurde also der unumstößliche Nachweis erbracht, daß dieser Abschnitt der Autobahn vollkommen entbehrlich ist?
Dann umgehend alles wieder abreißen, renaturieren und der Bevölkerung als Parklandschaft und Naherholungsgebiet zurückgeben.