Für Gespräche bleibt oft zu wenig Zeit

Für Gespräche mit den Bewohnern in Altenheimen bleibt oftmals nicht viel Zeit.
Für Gespräche mit den Bewohnern in Altenheimen bleibt oftmals nicht viel Zeit.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Leider verfügen Heigen viele Altenpflegeeinrichtungen über zu wenig Personal.

Iserlohn..  Wer denkt nicht gerne zurück an die schöne Zeit mit den Großeltern. Sie waren Tröster, Helfer und ein Zufluchtsort, wenn die ach so strengen Eltern in den Augen der Kinder, mal wieder tadelten oder Verbote aussprachen. Opa und Oma sind, sofern sie das Rentenalter erreicht haben, in vielen Familien eine große Hilfe. Ob sie nun ihre Enkel vom Kindergarten oder aus der Schule abholen, sie mit Speis und Trank versorgen und die Hausaufgaben überwachen, stets sind sie zur Stelle, wenn Not am Mann ist. Für die meisten berufstätigen Eltern ist dieses eine große Unterstützung. Kleine Kinder kleine Sorgen, große Kinder große Sorgen. An diesen bekannten Spruch erinnert sich jeder im fortgeschrittenen Alter.

Wer wünscht sich nicht ein intaktes und harmonisches Familienleben? Leider machen in der heutigen, hektischen Gesellschaft viele Faktoren ein Miteinander unmöglich. Die Zeit, als noch bis zu vier Generationen unter einem Dach wohnten, ist schon lange vorbei. Viele der heutigen pflegebedürftigen Senioren werden von ihren Familienangehörigen oder einem Pflegedienst in ihrer eigenen Wohnung betreut.

Wenn diese nicht möglich (oder auch nicht gewollt) ist, werden der Opa oder die Oma in ein Alten- oder Pflegeheim untergebracht. Für viele Senioren ist das schwer zu verkraften, haben sie doch in den meisten Fällen alles für ihre Familie getan. Fallen die Besuche der Angehörigen dann noch spartanisch aus, macht es die Betroffenen mutlos und depressiv.

Leider ist in allen Heimen die Personaldecke sehr dünn. Für ein Gespräch oder eine Zuwendung zum Patienten bleibt dem Pflegeteam keine Zeit. Wie wird das alles mal enden?

In Japan, mit den meisten Menschen über 65 Jahre, entwickelt man schon Roboter, welche die Senioren versorgen sollen. Eine schreckliche Vorstellung!

Noch schlimmer aber ist es, wenn man Angehörigen von hochbetagten Senioren den Vorwurf macht, dass diese so lange leben, wie es kürzlich ein japanischer Minister machte. Fassungslos habe ich einen Bericht darüber in der Zeitschrift „Humanes Leben – Humanes Sterben“ gelesen.

Wünschen wir uns alle, dass sämtliche Pflegeberufe mehr Anerkennung und Beachtung finden. Vor allem aber mehr qualifiziertes Personal. Die Vorstellung, von einem Roboter den Hintern ausgeputzt zu bekommen, oder dass er mir eventuell am Lebensende seine kalte Hand reicht, ist einfach unerträglich. Aber zum Glück leben wir ja in Deutschland!