"Zwei Jahre währende Hängepartie"
20.11.2009 | 18:50 Uhr 2009-11-20T18:50:00+0100
Hickhack um die Zukunft des Gewerbeparkes Siegerland auf dem Gelände der ehemaligen Kaserne. Seit Monaten verkehren die Gemeinde und der Investor nur noch über Anwälte miteinander.
Während Bürgermeister Christoph Ewers die Verantwortung bei dem Hanauer Unternehmer Axel Ebbecke sieht, schiebt der den „schwarzen Peter” zurück in das Burbacher Rathaus.
Bürgermeister Christoph Ewers macht aus seiner Enttäuschung keinen Hehl. „Wir haben ihm alle Wege bereitet, sind ihm entgegengegangen, wo wir nur konnten”, erklärte er kopfschüttelnd, nachdem er die Nachricht erhalten hatte, dass der Hanauer Axel Ebbecke den Gewerbepark Siegerland schließen und den Mietern kündigen will.
„Wir haben die Tür weit geöffnet”
Vor drei Jahren war das Verhältnis des Bürgermeisters und des Investors weit weniger getrübt. Nach jahrelangem Suchen sah die Gemeinde Burbach endlich eine Lösung für das Gelände der zu Beginn des neuen Jahrtausends geschlossenen Siegerland-Kaserne. In Dreiergesprächen zwischen der Kommune, Ebbecke und der Bundesliegenschaftsverwaltung sei ein Konzept entwickelt worden, nach dem das Gelände an den Hessen überging und dieser es binnen einer Frist von drei Jahren zu einem Gewerbepark umgestaltet.
In diesem Vertrag, so Ewers gegenüber unserer Zeitung, sei aber auch festgelegt worden, dass bis zum Ende des ersten Jahrzehntes der „Gewerbepark Siegerland” ordnungsgemäß an das Kanalnetz angeschlossen wird. Gestern erklärte Ebbecke, dies zu fordern überschreite die Kompetenzen der Gemeinde. „Wir haben die Kanäle untersucht, sie sind in einem guten Zustand”, erklärte er. Und fügte hinzu, dass er, falls sich bis zum Jahresende nichts bewege, nicht weiter in das Areal investiere. Das führte zu Verunsicherungen bei den Mietern.
Ebbecke habe „offensichtlich auf unsere Einladung reagiert”, vermutet Ewers und erläutert. „Wir haben den Mietern für Mittwoch eine Einladung zu einer Informationsveranstaltung geschickt, in der wir sie über die rechtliche Lage des Geländes informieren möchten.” Und die sei alles andere als gut.
Denn wegen der noch immer nicht erfolgten Anbindung der 35 von der Gemeinde ermittelten Firmen an die Abwasserentsorgung gäbe es keinen rechtskräftigen Bebauungsplan. Warum, wird von beiden Seiten unterschiedlich beurteilt. Während der mittelhessische Unternehmer das Rathaus in der Verantwortung sieht, erklärt der Verwaltungschef, dass dem Rat ein unterschriftsreifer Bebauungsplan vorliegt, der nur noch die Zustimmung des Plenums brauche. Sobald Ebbecke die Kanalistationsfrage geklärt habe, könne der Bebauungsplan verabschiedet werden.
„Wir haben die Tür weit geöffnet und ihm ein paar Jahre für die Erledigung dieser Arbeiten Zeit gegeben, wenn er uns eine Bürgschaft vorlegt”, so Ewers. Dies sei aber bislang noch immer nicht geschehen. In dem Kaufvertrag sei klar geregelt worden, dass diese Arbeiten vom Investor übernommen werden müssen. „Dafür hat er das Kasernengelände auch zu einem besonders günstigen Preis bekommen”, betont der Bürgermeister und bedauert: „Statt dessen haben wir hier eine zwei Jahre währende Hängepartie.”
Zwei Bürgermeister sollen Rat geben
Den Mietern müsse in der kommenden Woche erklärt werden, dass ihre geschäftlichen Aktivitäten weder planerisch noch bauaufsichtlich abgesichert seien. Die Gemeinde werde versuchen, ihnen zu helfen, Alternativen zu finden. Mit Blick auf Ebbecke stellte Ewers klar, „dass wir die Tür aber keinesfalls zuschlagen wollen. Es ist nach wie vor unser Ziel, hier ein Gewerbegebiet zu etablieren.”
Ebbecke betonte gestern, dass er „der Gemeinde gerne helfen möchte, die Probleme zu lösen”. Deshalb werde er zu dem Treffen am Mittwoch zwei Bürgermeister mitbringen, „die sich mit der Abwicklung solcher Konversionen auskennen.”
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