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Kunst

Zwölf Striche als Markenzeichen

09.02.2012 | 18:27 Uhr
Zwölf Striche als Markenzeichen
Werner Block stellt seine Kunstwerke in der Galerie „Himmelstropfen“ in Witten-Annen aus. Foto: Walter Fischer / WAZ FotoPool

Witten.Zwölf Pinselstriche in Aquarellfarben, stets nebeneinander gesetzt, in senkrechten Bahnen von oben nach unten: Werner Blocks Gemälde haben einen hohen Wiedererkennungswert. Der 65-jährige Bochumer stellt seine Werke derzeit in der Galerie Himmelstropfen in Annen aus.

„Ein Stück Farbe - das allein ist der Gegenstand der Malerei“, meint Werner Block, der sich in seinen Arbeiten bewusst dem Ungegenständlichen widmet. Experimente mit verschiedenen Farbtönen und der Wechselwirkung variierender Helligkeiten prägen seine Werke. Fast wie die quadratischen Farbstudien von Albers muten die meist kleinformatigen Arbeiten an, die sich in der Galerie friesartig um die Wände schlängeln.

„Natürlich stehe ich in einer Reihe mit Künstlern wie Albers oder Mark Rothko“, sagt Block auf Nachfrage. Doch das Besondere an seiner Arbeit sei der serielle Charakter, meint der Künstler, der hauptberuflich als Sport- und Deutschlehrer tätig war. „Im Gegensatz zu Albers wirken meine Bilder nur, wenn man sie nebeneinander betrachtet.“

Über Jahre hinweg beschäftigt sich der 65-Jährige bereits mit seinen abstrakten Farbflächen. In mehreren eigens angelegten Studienbüchern sammelte er mehrfach täglich seine Ideen. Dabei stellte er fest, dass Tageszeit, Konzentration und zufällige Geschehnisse einen deutlichen Einfluss auf die Genauigkeit der Arbeit nehmen können. „Man ist als Künstler auch mit seiner Psyche immer dabei.“

Doch diese persönlichen Einflüsse versuche er nach Möglichkeit zu reduzieren. „Es ist mir wichtig geworden, dass ich mich da raushalte“, erzählt Block. Im Vordergrund solle schließlich nur die Farbgebung stehen. Dass er seine Bilder immer in großen Serien anfertigt, habe aber umgekehrt einen Einfluss auf ihn: „Bei der Arbeit komme ich in einen sehr ruhigen und fast meditativen Zustand“, erklärt er. Dem Künstler und Betrachter bieten die Bilder einen gewissen Ruhepol zur sonstigen Schnelllebigkeit, wie Block sie etwa in Hollywoodfilmen verortet.

Die Serie der 12-Strich-Gemälde möchte Werner Block noch weiter fortsetzen. „Solange mich ein Thema fordert, bleibe ich auch dabei“, erzählt der Maler.

Anna Ernst

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