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Sommerakademie

„Zwischendurch den Kopf freikriegen“

03.08.2011 | 18:47 Uhr
„Zwischendurch den Kopf freikriegen“
Das Thema der diesjährigen Sommerakademie am 03.08.2011 an der UNI Witten / Herdecke lautet : Integrative Medizin. Improvisation mit dem Partner Foto: Walter Fischer / WAZ FotoPool

Witten.Zum zweiten Mal versammeln sich 250 Studenten aus ganz Deutschland und Europa an der Uni Witten/Herdecke. Sie widmen sich sechs Tage lang der integrativen Medizin, die während der „Sommerakademie“ behandelt wird. Das Motto in diesem Jahr: der „Herzimpuls“.

Klinik - Clowning, Anthroposophie und klassische Homöopathie stehen auf dem Kursplan. Dabei geht es um das Herstellen von neuen pflanzlichen Medikamenten oder die Arzt - Patienten Beziehung. Dozent Christian Minck klärt die Teilnehmer über die homöopathische Heilkunst auf. In seinem Kurs können die 35 Studenten selbst Hand anlegen: Mit Mörser und Stößel stellen sie ein rein pflanzliches Medikament her, das hinterher zu den bekannten „Kügelchen“ werden kann.

Selbst aus Japan sind Teilnehmer der Sommerakademie angereist. Kiyoshi Suzuki ist zum dritten Mal in Deutschland und findet vor allem die anthroposophischen Kurse an der Uni spannend. „Ich beschäftige mich in Japan selbst mit diesem Thema, da ich auch Mediziner bin. Und die deutschen Dozenten und Studenten gehen sehr offen mit der Anthroposophie und ausländischen Interessenten um.“

Bis einschließlich Samstag (6. August) dauert die diesjährige Sommerakademie an. Bis dahin können die Studenten nicht nur die Medizin näher kennenlernen, sondern auch einfach die Seele baumeln lassen. Zum Beispiel bei Eveline Mürlebach, Künstlerin und Theaterpädagogin, die mit den Studenten malt und töpfert. Auf einem fünf Meter langen Weg aus kleinen Leinwänden haben sich schon zwischen 50 und 100 Studenten mit Farbe ausgetobt. „Man muss zwischendurch einfach den Kopf freikriegen und arbeiten, wie man möchte. Bei allen anderen Kursen bekommt man gesagt, was man zu tun hat. Hier nicht.“

Besonders ausgefallene Kursangebote sind zum Beispiel der Stimme-Kunst-Medizin Kurs. Philosophiestudent Jonathan Werner aus Hamburg lernt dort wie man die Stimme gezielt einsetzen kann: „Wir haben bewusst geredet. Vokale wirken anders, wenn sie beispielsweise vorne im Mund gesprochen werden.“ Eine weitere Besonderheit ist der Kurs „Das Leben als größte anzunehmende Improvisation“ mit der Künstlerin Susie Wimmer.

Die Teilnehmer üben sich in Körperwahrnehmung und Vertrauen. Zwei Personen führen eine Dritte auf verschiedenen Wegen durch den Raum, wobei die Dritte die Augen geschlossen hält. Sie wurde von den Anderen nur durch den Kontakt mit den Handflächen geleitet - ohne Worte.

Am Samstag brechen die Teilnehmer ihre Zelte in Witten ab. Und das im wörtlichen Sinne. Denn: Viele von ihnen schliefen direkt neben der Uni auf der Wiese.

Franziska Bombach

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