Zwei Schwestern sind die „Kellerkastenkinder“

Sandy (19) und Lorena (15) betreuen auf der Annener Kirmes das Dosenwerfen. Gekonnt schwingen sie sich über den Tresen, heben Bälle auf und verteilen Preise. Die Schwestern gehören zur jüngsten Generation der Schaustellerfamilie Aufermann.

Ihr Onkel Heiner nennt sie liebevoll die „Kellerkastenkinder“ und jeder Budenbesitzer weiß, was damit gemeint ist. Kellerkasten nennt man den kleinen Anbau an der Unterseite der Schaustellertrucks. In den werden die Kinder, scherzhaft gesagt, hineingeboren. Soll heißen: Sandy und Lorena sind von klein auf dabei – von Stadt zu Stadt, von Kirmes zu Kirmes.

Jedes Wochenende unterwegs

„Es ist toll, immer unterwegs zu sein und so viele verschiedene Leute kennenzulernen“, sagt Lorena. Die beiden jungen Mädchen können sich ein Leben ohne den Rummel gar nicht mehr vorstellen. Bei ihren Klassenkameraden stoße der Lebensstil aber manchmal schon auf Unverständnis. „Es ist schwierig, denen zu erklären, warum wir jedes Wochenende unterwegs sind. Aber wir machen das einfach gern“, erklärt Sandy. Ihre Schwester ergänzt: „Deshalb haben wir auch nur Freunde, die auch Kinder von Schaustellern sind.”

Die jungen Aufermanns wissen jetzt schon, wohin ihr Weg sie führen wird: „Unsere Eltern haben uns immer die Wahl gelassen. Aber wir wollen auf jeden Fall den Betrieb weiterführen.“