Zwei heiße Kandidaten für Supermarkt in Witten-Schnee

Gespannt lauschten die Teilnehmer bei der Bürgerversammlung auf dem Schnee, was es Neues zum Thema Supermarkt und Nahversorgung gibt.
Gespannt lauschten die Teilnehmer bei der Bürgerversammlung auf dem Schnee, was es Neues zum Thema Supermarkt und Nahversorgung gibt.
Foto: Barbara Zabka / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Netto ist einer der beiden heißen Kandidaten für einen neuen Supermarkt auf dem Schnee. Dort widmete sich jetzt eine Bürgerversammlung dem Thema.

Witten..  Die Entscheidung für einen neuen Supermarkt auf dem Schnee rückt näher: Der Eigentümer der leerstehenden Immobilie an der Ecke zur Ardeystraße, die Harpen GmbH, befindet sich derzeit in Gesprächen mit zwei heißen Kandidaten. Einer davon ist dem Vernehmen nach Netto.

„Wir warten nur noch auf eine Entscheidung von Harpen, wer dort einzieht“, sagte Bürgermeisterin Sonja Leidemann bei einer Bürgerversammlung auf dem Schnee. Ein Harpen-Vertreter war eingeladen, hatte aber kurzfristig „aus Termingründen“ abgesagt. Am Montag will Leidemann in einem Schreiben Druck auf das Immobilienunternehmen machen. Die planungsrechtlichen Voraussetzungen für einen neuen Supermarkt seien geschaffen, betonte sie. Gemeint sei der Beschluss, einen Bebauungsplan aufzustellen, der auch einen größeren Neubau bis zu 1100 Quadratmeter erlauben würde. Bisher waren nur bis zu 799 Quadratmeter in reinen Wohngebieten erlaubt.

Der Edeka-Markt, der im Oktober 2013 ausgezogen war, hatte lediglich eine Ladengröße von knapp unter 800 Quadratmetern. Ein Neubau des Gebäudes in gleicher Größe kam sowohl für die Harpen GmbH, als auch für Vollsortimenter wie Rewe und Edeka nicht infrage - zu unrentabel.

Mit den 1100 Quadratmetern wären wohl alle einverstanden: Netto, das schon im vergangenen Juni Interesse angemeldet hatte, die Stadt Witten, aber auch Herdecke und Dortmund. „Die Nachbarstädte haben zugestimmt“, erklärte Leidemann auf Anfrage. Jetzt muss Harpen Immobilien nur noch einen Investor finden. Leidemann zufolge hatten die Dortmunder mehrere Gespräche mit möglichen Betreibern geführt -- darunter Edeka, Cap Markt, Emmas Enkel und ein Bio-Markt. Zwei sollen nun noch übrig sein, einer ist offenbar Netto. „Das wird so sein“, bestätigte Frank Neuhoff von Harpen gegenüber unserer Zeitung indirekt. Zu dem anderen Kandidaten sagte er nichts.

Es wird auf jeden Fall einen Neubau geben

Eine Sanierung oder ein Anbau an das bestehende Gebäude sind vom Tisch. „Es wird einen Neubau geben“, kündigte Neuhoff an. Alles andere sei nicht rentabel. Von fünf Prozent Rendite, die das Dortmunder Immobilienunternehmen machen will, ist die Rede. Dass schon bald ein neuer Lebensmittelladen öffnen wird, ist aber unrealistisch. Harpen erwartet allein für das Genehmigungsverfahren eine Dauer von einem bis zu anderthalb Jahren. In dieser Zeit könnten aber bereits erste Schritte eingeleitet werden, etwa die Vorbereitung von Bauanträgen. Auch die Gespräche mit den Interessenten würden einige Zeit dauern.

Wenn wirklich Favorit Netto auf dem Schnee einziehen würde, wäre das für die Bürgerinitiative akzeptabel. Wortführer Friedhelm Specht hatte zuletzt gesagt, mit dieser Lösung „könnten wir wirklich gut leben“. Und die jetzige Situation ohne Lebensmittelladen? Wer mit Bürgern spricht, erfährt, dass viele mit dem derzeit angebotenen kleinen Wochenmarkt auf dem Schnee gar nicht so unzufrieden sind. Aber das sehen längst nicht alle so: „Wenn ich um fünf von der Arbeit komme, habe ich nichts mehr von dem Markt“, sagte eine Frau auf der Bürgerversammlung.

Bei allen positiven Signalen in Richtung neuer Supermarkt: Dass dieser am Ende wirklich kommt, sei „zu einem sehr hohen Prozentanteil so“, sagte Frank Neuhoff von Harpen. Aber Versprechungen will er vor Ende des Genehmigungsverfahrens und der Vertragsgespräche noch keine machen: „Eine Garantie gibt es nicht.“