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Immer mehr Wettbüros

Zockerparadies Bahnhofstraße

10.02.2012 | 14:12 Uhr
Zockerparadies Bahnhofstraße
Hattrick - Sportwetten will bald in Witten sein Geschäft eröffnen. Foto: Walter Fischer / WAZ FotoPool

Witten.Man nennt es „Standortsicherung“. Der potenzielle Betreiber eines Wettbüros sichert sich auf der Bahnhofstraße ein Ladenlokal, weil er auf eine baldige Genehmigung von Sportwetten setzt.

Und dann darf gezockt werden. Noch gilt der alte Glücksspielstaatsvertrag weiter, der Sportwetten mit Ausnahme von Pferdewetten untersagt - allerdings gilt er als bald auslaufendes Modell. Wer Fußballergebnisse tippen will, geht entweder zu Oddset oder zum Toto oder zum illegalen Glücksspiel ins Internet. Bis zu fünf Milliarden Euro werden nach Schätzungen bundesweit pro Jahr bei - noch illegalen - Sportwetten umgesetzt.

Ein Grund also, sich an der unteren Bahnhofstraße schon mal nach Räumlichkeiten umzusehen. Die ist durch Spielhallen, Dönerbuden und Billigläden als „Trading-down-Zone“ gekennzeichnet - ein Gebiet also, das von seriösen Geschäftsleuten gerne gemieden wird. Die umsatzstarken Spielhallen und Wettbüros aber sind dafür bekannt, dass sie jede Miete zahlen, wenn nur der Standort stimmt.

„Wir sehen das gar nicht gerne, aber die Stadt Witten hat leider eine unrühmliche Spitzenstellung in diesem Gebiet erreicht“, seufzt Dieter Weitz vom Planungsamt. Ein Grund ist die gute Verkehrsanbindung. „Wir stellen fest, dass Betreiber vermehrt versuchen, sich Standorte zu sichern.“

Probleme mit Kriminaldelikten

Eine Arbeitsgruppe aus Stadt, IHK, Polizei und der Sucht- und Drogenhilfe der Diakonie will die Problematik im Auge behalten, denn der Masterplan Vergnügungsstätten kennt das volle Programm: „Neben der Suchtgefahr treten im Umfeld von Einrichtungen im Glücksspielbereich häufig vermehrte Probleme mit Kriminaldelikten auf, was auch von der Polizei Witten im Rahmen der Arbeitsgruppe bestätigt wurde - Geldwäsche-Verdachtsfälle, Beschaffungskriminalität, Verabreden von Verbrechen in anonymer Atmosphäre, Hehlerei.“

Anders als bei Spielhallen gibt es für Wettbüros keine Erlaubnispflicht, so Angelika Wendland vom Ordnungsamt. Das Bauordnungsamt müsse lediglich der Nutzung zustimmen. Ein entsprechender Antrag liegt dort vor und wird in der nächsten Woche entschieden. Das künftige Wettbüro richtet sich derweil schon ein.

Man möchte fast wetten, der Antrag kommt durch.

Bernd Kassner

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Kommentare
10.02.2012
19:09
Zockerparadies Bahnhofstraße
von ratzefummel | #1

das darf doch wohl nicht wahr sein ist die untere bahnhofstr. nicht schon genug durchsetzt mit fragwürdigen lokalen.dadurch wird das milieu durchaus nicht besser und das sollte doch aufgewertet werden durch den umbau des berliner platzes usw.
schade

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