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Zeltfestival 2011

Veranstalter ziehen positive Bilanz des Zeltfestivals

05.09.2011 | 17:38 Uhr
Veranstalter ziehen positive Bilanz des Zeltfestivals
Das Zeltfestival Ruhr endete am Sonntag mit einer Helikopter-Kunstflug-Show. Von dem Modell wurden auch Feuerwerkskörper abgeschossen. Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool

Bochum/Hattingen/Witten.115.000 Besucher, 50.000 verkaufte Tickets, 42 Veranstaltungen: Die Organisatoren ziehen eine positive Bilanz für das vierte Zeltfestival. Der Termin für 2012 steht (17.8 bis 2.9.) und die Verhandlungen mit den ersten Künstlern laufen bereits.

Nach dem Festival ist vor dem Festival. Der Termin für 2012 steht (17.8 bis 2.9.) und die drei Organisatoren – Heri Reipöler, Björn Gralla und Lukas Rüger – verhandeln bereits mit den ersten Künstlern. „Wie in diesem Jahr werden wir ein bisschen Glück benötigen, um ein vergleichbar gutes Programm auf die Beine stellen zu können“, sagt Heri Reipöler. Nicht alle Musiker und Kabarettisten seien jederzeit buchbar, „man muss immer sehr genau auf die Tourneepläne schielen“.

Glück? Das gilt bestimmt für Größen aus dem Musikgeschäft wie Joe Cocker , Bap , Culcha Candela oder ZAZ, ansonsten sind andere Tugenden gefragt. Reipöler: „Unsere Hartnäckigkeit und die guten Kontakte, die wir über die Jahre aufgebaut haben, sind viel wert.“

Mehr beheizte Außenflächen geplant

Die Zahlen für 2011 scheinen dies zu belegen: 115.000 Menschen besuchten das Zeltfestival Ruhr, 50.000 davon lösten ein Ticket für eines der 42 Gastspiele. „Wenn auch unser Paradigma einer erfolgreichen Veranstaltung nicht einzig durch Besucherzahlen gespeist wird, freuen wir uns über diese Zahlen natürlich ungemein“, sagt Reipöler.

Kommentar
Eine öffentlich-rechtliche Perle

Kein Wunder, dass eingefleischte Wittener sich maßlos darüber ärgern, wenn vom Zeltfestival Bochum die Rede ist. Die Veranstaltung am Kemnader Stausee hat sich in nur vier Jahren zu einem Aushängeschild gemausert. Mit diesen Federn kann man sich vortrefflich schmücken.

Längst hat die Region diese Festival-Perle entdeckt. Das zeigen die Besucherzahlen und die Nummernschilder der Besucher-Autos. Wie es scheint, ziehen die ZFR-Macher aus Bochum aus alledem keine falschen Schlüsse. Nicht höher, weiter, schneller lautet die Devise, sondern hipper, wetterfester, schicker. Der Dreh an der Wohlfühlschraube führt allerdings unweigerlich zur weiteren Selektion des Publikums. Ein Festival der kleinen Preise und der kleinen Leute ist das ZFR nicht.

Nicht nur die Macher kommen aus Bochum sondern auch die Gönner: Sparkasse und Stadtwerke vorneweg, aber auch USB, Gelsenwasser, Bogestra und EGR unterstützen die Veranstaltung. Das ist öffentlich-rechtliche Wirtschaftsförderung im wahrsten Sinne des Wortes, da die Besucher nicht nur den Machern, sondern auch den regionalen Gastronomen die Kasse gut gefüllt haben dürften.

2012 wollen die ZFR-Macher weiter am Wohlfühlfaktor arbeiten. Das Konzept mit mehr beheizten Außenflächen und einem Programm auf der Piazetta – mit dem Zauberer Kris – sei voll aufgegangen. Reipöler: „Wir hatten ja auch bei Bepflanzung und Dekoration etwas verändert. Für die Besucher fließt das alles in ein stimmungsvolles Ambiente zusammen.“

2012 soll es möglicherweise mehr Toiletten geben

Verbessern könnten sich im kommenden Jahr die Rahmenbedingungen. Gegenüber dem Festival-Gelände wird bekanntlich ein neuer Parkplatz gebaut, außerdem denken die Organisatoren darüber nach, eine zweite Toilettenanlage in der Nähe des großen Zeltes aufzustellen. „Die Lage der Toiletten ist rein logistisch bedingt. Nur an dieser Stelle gibt es auf dem Gelände einen Zugang zum Kanal. Möglicherweise werden wir daher 2012 eine zusätzliche Anlage mit einem Tank aufstellen.“

Nicht ändern wird sich hingegen das künstlerische Konzept. „Wir bleiben breit aufgestellt, Nischen bedienen wir nicht“, sagt Reipöler. Weiteres Wachstum scheint zudem schwierig. „Wir haben unsere Kapazitätsgrenzen erreicht.“ Und auch bei der Preisgestaltung sieht Reipöler keinen Handlungsbedarf. „Ich habe nicht das Gefühl, dass wir ausgrenzen. Zwei Euro Eintritt für den Zugang zum Gelände sind sicher nicht zu viel und die Preise für Konzerttickets und in der Gastronomie sind marktüblich.“

Harmonie pur auf der Piazza

Feuershow und Brass Pop

Ganz besonders stimmt die Veranstalter zufrieden, dass es während der 17 Festivaltage keinen Stress mit oder unter den Besuchern gab. „Wir hatten bei deutlich über 100.000 Besuchern nicht einen einzigen Polizeieinsatz, auf der Piazza herrschte Harmonie pur“, sagt Björn Gralla.

Thomas Schmitt

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