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Zeltfestival Ruhr

Spielfreude von OMD wirkt ansteckend

30.08.2011 | 16:55 Uhr
Spielfreude von OMD wirkt ansteckend
Die britische Pop-Band Orchestral Manoeuvres in the Dark (OMD) spielte am Montag, 29. August 2011, beim Zeltfestival Ruhr in Witten. Im BIld: Sänger Andy McCluskey. Foto: Ingo Otto

Bochum/Witten/Hattingen.Orchestral Manoeuvres in the Dark (OMD) haben beim Zeltfestival Ruhr 1500 Fans mit ihren größten Hits aus den 80er Jahren begeistert. Auch 30 Jahre später haben sie nichts von ihrer Kreativität und Bühnenpräsenz eingebüßt.

Die Ü-40-Party kommt nur träge in Fahrt. Spätestens bei „Enola Gay“ jedoch gibt’s kein Halten mehr: Orchestral Manoeuvres in the Dark (OMD) begeisterten 1500 Zuschauer beim Zeltfestival Ruhr. Mit ihrem von „Kraftwerk“ beeinflussten Synthie-Pop zählten Andy McCluskey und Paul Humphreys in den 80er Jahren zu den kommerziell erfolgreichsten Wellenreitern der britischen New Wave. Einfache Melodien, voluminöse Kompositionen, ausdrucksstarker Gesang, lässige Performance: OMD reihten ab 1980 auch in Deutschland Hit an Hit. Der größte erschien 1982: „Maid of Orleans“ avancierte zur weltweit meistverkauften Single des Jahres.

30 Jahre später haben OMD nichts von ihrer Kreativität und Bühnenpräsenz eingebüßt. Zwar war das Zelt 2 überraschenderweise nicht ausverkauft, als das 2006 wiedervereinte Quartett am Montagabend beim Kemnade-Festival gastierte. Das schien vor allem für Sänger Andy McCluskey aber eher Ansporn als Lusttöter zu sein. Nach wie vor großartig bei Stimme, tanzt und tollt der inzwischen 52-Jährige wie ein Irrwisch, dirigiert mit Armen und Händen, wird schweißüberströmt eins mit seinen Songs.

Die Spielfreude wirkt ansteckend. Nach den ersten 20 fast andächtigen Minuten sind die Fans voll da, klatschen und singen beseelt mit, als OMD sämtliche Erfolgstitel der letzten drei Jahrzehnte präsentieren: vom balladesken „If you leave“ bis zur foxtrotttauglichen „Pandora’s Box“, vom herrlich schwülstigen „Walking on the Milky Way“ bis zu „Enola Gay“ und „Maid of Orleans“. Als Zugabe gibt’s den fast vergessenen, gleichwohl genialen OMD-Erstling „Electricity“ (1979).

Nach 90 Minuten wird der Stecker gezogen. Die Fans hätten gern noch weiter in Erinnerungen geschwelgt, müssen aber einsehen, dass sich Frontmann McCluskey total verausgabt hat: „Oh my god, I’m too old for that...“

Jürgen Stahl

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