Jan Delay macht Zeltfestival zur Disko No. 1
21.08.2010 | 09:28 Uhr 2010-08-21T09:28:00+0200
Witten/Bochum.Hip-Hopper Jan Delay trotzt dem Schweiß, lässt sein Publikum tanzen und verwandelt das Zeltfestival so in eine überdimensionale „Disko No. 1“. Ein gelungener Auftakt für das Festival am Kemnader Stausee.
Da steht er, schweißgebadet, im weißen Unterhemd, seine Anzughose ist klatschnass – Jan Delay badet im Applaus, während Schweiß von seinem Kinn tropft. Wie hatte es so weit kommen können?
Endlich ist der Sommer wieder da. 37 Grad, die Sonne erwärmt die kleine weiße Zeltstadt, die wieder am Kemnader Stausee aufgebaut ist. Menschen in T-Shirts und Miniröcken chillen auf Bierbänken und fangen die späten Sonnenstrahlen ein. Wobei – klein kann man das Zeltfestival mittlerweile nicht mehr nennen. Ein Stand mit feinem Essen reiht sich an den anderen. Schmuckperlen, gefilzte Taschen und Gewürze werden verkauft. „Bochum kulinarisch“ trifft auf Musik. Und überall drängen sich Besucher, um den Auftakt des Zeltfestivals zu erleben.
Der Beginner hat Verspätung
3900 Fans sind allein gekommen, um Jan Delay zu sehen. Denn der ist nicht nur Headliner, sondern auch der Eröffner, der Beginner. Nur schwer löst man sich von den sommerlichen Liegestühlen, drängt ins aufgeheizte Zelt und wartet im Pulk vor der Bühne, fächelt sich Luft zu. Denn Jan Delay kommt nicht. Star-gemäß lässt er seine ungeduldigen Fans eine halbe Stunde warten.
Doch mit dem ersten Beat ist die Wartezeit vergessen, denn der dröhnt mächtig. Für den Start hat Jan Delay einen bewährten Hit ausgesucht. „Türlich, türlich“ tanzt die Menge sofort mit. In schicken Anzügen in rosa, blau und türkis steht die Big Band auf der Bühne. Der Hip-Hopper selbst trägt einen hellblauen Dreiteiler, ein pinkes Hemd, weiße Krawatte und Hut. Ob er sich damit einen Gefallen getan hat?
„Scheiß auf die Hitze!“
„Verdammt heiß hier“, sagt der Hamburger Jung’. „Aber jetzt wird gefeiert. Scheiß auf die Hitze!“ Vom ersten Song an fordert er sein Publikum. Jan Delay dirigiert, wie gesprungen, getanzt und mitgesungen wird. Schließlich sollen auch die Fans in die ausgefeilte Koreographie passen. Und es passt alles.
Nur nicht das Outfit. Schon nach dem zweiten Song gibt der ehemalige Beginner auf. Anzugjacke, Hemd und Krawatte müssen weg. Mitten im dritten Song muss das weiße Unterhemd her, sonst passen die Reggae-Klänge von „Vergiftet“ nicht. „Ich hab ein bisschen Angst vor später, wenn es anstrengend wird“, mault er. Dann lässt er die heißen Scheinwerfer aus- und wieder einschalten, macht zwischendurch Pause.
Doch das Publikum ist gnadenlos, trotz Sauna-Temperaturen. Kaum setzt sich Jan Delay, um Luft zu holen, da grölen sie die Fußball-Hymne „Seven Nation Army“. Das wiederum kann der Soul- und Funk-Liebhaber natürlich nicht auf sich sitzen lassen – und lässt seine Fans spontan „Girl from Ipenema“ singen. Vielleicht eine Übung für die nächste WM.
König des Samplens
Überhaupt ist Delays Show eine einzige mitreißende Animation. Zu „Oh Jonny“ wirbeln die Fans Pullover, T-Shirts, Hand- und Taschentücher in der Luft, zu „Irgendwie, irgendwo, irgendwann“ sollen die Feuerzeuge gezückt werden, und bei „Everybody dance now“ gibt es Stopp-Tanzen. Die Musik stoppt, 3900 Leute verharren in ihrer Tanzposition, im Freeze – nur weil Jan Delay es so will. Naja, und das Publikum will es auch.
Schließlich werden die Musiker auf der Bühne auch gefordert. Bei „Disko“ zeigen sie, dass auch Jungs aus einer Big Band tanzen können. Ganz klar stehlen ihnen aber die drei Sängerinnen die Tour, die mit ihren Stimmen, ihren glitzernden Kleidern und den gekonnten Disco-Moves mitreißen. Das und die vielen Zitate aus bekannten Hits wie „Pump up the Jam“, „This ist how we do it“ oder „Everybody“ verwandeln das Zelt in eine riesige Party. Jan Delay ist einfach ein König des Sampelns.
Deswegen wohl rufen die Fans Jan Delay und seine Band gleich zweimal zurück auf die Bühne. In der Zugabe müssen dann alle – auch Bläser, Schlagzeuger und Keyboarder – noch mal ihre Rap-Künste unter Beweis stellen. Keiner bleibt von Jan Delays mitreißender Art verschont, keiner bleibt unbegeistert. Ein grandioser Auftakt für ein Zeltfestival im Sommer.
14:32
...oh Mann.
Gings hier nicht eigentlich um Jan Delay? Blankenstein und Bierpreise, nee is klar.
Schönen Gruß aus der Provinz.
18:11
Warum reden hier überhaupt Kulturbanausen mit :-)...Burg Blankenstein ich lach mich schlapp
16:54
@ 11 - sehr geehrter Herr Hans Muff,selbstredend gebe ich Ihnen natürlich Recht,wir leben ja nun
einmal in einem freien Land in dem offensichtlich jeder machen kann was er möchte.Gut finde ich es
auch,daß Sie auf die soziale und kulturelle Komponente einer solchen Veranstaltung
hinweisen.Ich und mein Burgfräulein hatten uns auch schon überlegt da mal hinzufahren,aber es
war einfach zu warm.Wenn wir auf der Suche nach sozialen Kontakten sind,suchen wir die
schöne und luftig gelegene Burg Blankenstein auf,da oben kann man sich toll entspannen,
vielleicht versuchen Sie das ja auch einmal.
Mit freundlichen Grüßen an Sie Herr Muff verbleibt
Hochachtungsvoll
Graf Engelbert
11:00
@9 & 10 -
Es muss wohl jeder selbst wissen,wessen Musik und wen er mag,oder?Ich glaube das war hier nicht das Thema.
Aus den angegebenen Preisen erkenne ich keine aussergewöhnliche Preiskultur-3,30 für ein 0,4er Pils ist im Gastrobereich sogar eher ein kleiner Preis.
@10 - klar kann man auch zuhause bleiben,sich mit Discountware selbstversorgen und es sich gemütlich machen,allerdings suchen Menschen,die solche Veranstaltungen besuchen auch die soziale und kulturelle Komponente.Nur zahlen will es meist niemand...
09:41
Warum geht Ihr da überhaupt hin zu so einem Blödsinn?Macht es wie ich und bleibt schön in
Eurer Burg,äh natürlich zu Hause und macht es Euch da gemütlich.Da gibt es 1,5 l Wasser für
0,19 Cent und ein schönes Holsten für 0,45 Cent.
@ 9,Sie haben ja so Recht,dieser Blödmann soll
in Hamburg bleiben und die Hamburger verarschen,das es bei uns hier welche gibt,die für den bezahlen ist schon sehr verwunderlich!
21:31
Der Doofschwätzer Jan Delay ist wirklich ein Schwachmat allerunterster Güte. Bleib in Hamburg, Birne!
18:47
@Heike61
OMG
google ist dein Freund
18:28
Ist das nicht der, der bei DSDS in der Vorrunde ausgeschieden ist? Scheint ja doch noch seinen Erfolg bekommen zu haben.
17:52
...aus meiner Sicht: Ja es war warm. Aber so schlimm nun auch wieder nicht, da habe ich mit Sicherheit schon wärmere Lokalitäten erlebt.
Der Ein- und Ausgangwar: zu eng, war auch der Grund, wieso es erst später losging. Um halb 8 stand die Hälfte noch draußen.
Preis: keine Ahnung - so voll wie es an der Theke war, haben wir es erst gar nicht probiert. Dafür lief ein Eismann herum, der uns quasi am Platz bedient hat.
Delay & Band selbst: fuhr ins Gebein, gefiel super, trotz der schlechten Akustik. Wie letztes Jahr: Die Stimmen waren ein Soundbrei und nicht zu verstehen.
Fazit: Es gibt was zu verbessern, aber hoffnungslos mies war es nun auch nicht.
17:39
Ich kann mich den Vorrednern nur anschließen.
Das Konzert und die Musiker waren spitze und haben sich echt gequält. Aber immerhin, im letzten Jahr wurden noch nicht einmal die Notausgänge zur Belüftung geöffnet. Die Organisation ist eine Katastrophe, solange
a) die Bauzäune der Umwehrung (hier auch die Notausgänge) von außen mit Fahrrädern zugestellt werden und somit die Notausgänge gar nicht nutzbar sind
b) die Belüftung und die erforderlichen Luftwechselraten überhaupt nicht beachtet werden. Es gibt ausreichend dimensionierte Zeltheizungen, die auch als Frischluftgebläse geeignet sind. (Vergleiche aus SBauVO NRW und FlBau NRW).
c) die Getränke zur Theke im dunklen Versammlungsraum befördert werden müssen. Die Sackkarre in den Hacken ist sehr schmerzhaft und durch einen zusätzlichen Kühlwagen an der Theke völlig unnötig.
d) der Besucherstrom am Ende nach einer halben Stunde das Zelt noch immer nicht umrundet hatte. Hier sollte man für die, die (mit den Kindern) nachhause wollen die Notausgänge öffnen. Auch wenn die Massen dann nicht an den Verkaufsständen vorbeiströmen.
Ich hoffe die Veranstalter und die Verantwortlichen bei den Behörden wissen um ihre Verantwortung.