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Die Legende lebt

05.09.2010 | 14:51 Uhr
Die Legende lebt

Bochum/Witten.Die Wattenscheider Ska-Band The Frits gab beim Zeltfestival am Kemnader See eines ihrer seltenen Konzerte.

Es gibt so Abende. Da schwelgt man in Erinnerungen an die gute, alte, wilde Zeit, als man sich noch einer jugendlichen Subkultur zugehörig fühlte. Als man am Wochenende wild tanzte und über die Stränge schlug.

So war das am Samstagabend im großen Zelt beim Zeltfestival am Kemnader Stausee. Dass die Nostalgie nicht in tränenfeuchte Sentimentalität ausartete, war der Verdienst der Skaband The Frits (Hattinger erinnern sich bestimmt noch an deren legendäre Auftritte Anfang der 1990er Jahren beim Altstadtfest). Denn Zeit zum Durchatmen ließen sie dem Publikum nur sehr gelegentlich. Hüpfen, tanzen, Arme schwingen – eine gute Stunde lang bestimmte der Ska die Bewegung der Menge.

The Frits do it again

Auftritte von Veteranen sind ein Risiko. So blieb das Publikum in der vergangenen Woche bei den H-Blockx doch sehr übersichtlich. Anders bei The Frits. Vielleicht lag es daran, dass das Konzert ­keinen gesonderten Eintritt kostete. Vielleicht aber auch daran, dass das Publikum ­seine raren lokalen Helden liebt.

Eigentlich tritt die Band, die in den 1980er Jahren in Wattenscheid gegründet wurde, schon lange nicht mehr auf. Doch nachdem sie im vergangenen Jahr nach zehnjähriger Bühnenabstinenz das große Zelt gerockt hatten, ließen sie sich diesmal nicht lange bitte – obwohl die Ankündigung im Zeltfestival-Programmheft sich anders liest. Von Heulen, Zähneknirschen und massivem Betteln seitens der Veranstalter ist da die Rede.

Heulen hin, Betteln her: Es hat sich gelohnt. The Frits lassen ihr Publikum stampfen, schwingen und singen. Auch nach zehn Jahren Sendepause sind die Fans textsicher, und das nicht nur beim Monty-Python-Cover „Always Look on the Bright Side of Life“ oder der Frits-Version des alten Specials-Hits „Concrete Jungle“. Bei „Streetfighter“ geht es gar richtig rund – sogar Becher werden auf die Bühne geworfen. Übermut macht sich breit. Das Solo von Gitarrist Karsten Riedel, dem wohl bekanntesten Mitglied der Frits (mittlerweile feiert er Erfolge als Theatermusiker), trägt seinen Teil dazu bei.

The Frits sind die einzige Band, die beim Zeltfestival mit eigenem Bühnenhintergrund auftritt. Darauf: das unverzichtbare Schachbrettmuster. Und auch die Fans sind vorbereitet. Sie haben ein Banner für die Frits gemalt, sogar mit Herzchen.

„Wir sind alt“, betont Sänger Frank „Baumi“ Baumgart mehrfach. Wer seit mehr als zwei Jahrzehnten Musik macht, kann wohl kaum behaupten, blutjung zu sein. Altersschwach sind sie jedenfalls noch lange nicht.

Rund eine Stunde spielen The Frits. Dann ist Schluss. Schließlich gibt es anschließend noch eine Party in einem der Zelte. Bleibt zu hoffen, dass dieses Konzert nicht ihr letztes beim Zeltfestival war.

Nina Estermann

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