Zeitung liefert Diskussionsstoff für Wittener Grundschule

Harald Heuer (Funke Mediengruppe, Leiter Kinder-, Jugend- und Bildungsprojekte) schaute in der ZeuskidsKlasse der Brenschenschule vorbei. Links hinten: Ursula Tüchelmann.
Harald Heuer (Funke Mediengruppe, Leiter Kinder-, Jugend- und Bildungsprojekte) schaute in der ZeuskidsKlasse der Brenschenschule vorbei. Links hinten: Ursula Tüchelmann.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Lehrerin Ursula Tüchelmann verwendet gern tagesaktuelle Inhalte in ihrem Unterricht an der Wittener Brenschenschule.

Witten.. Schon lange gehört das Arbeiten mit einer Tageszeitung für viele Viertklässler zum Schulalltag. „ZeusKids“ heißt das Zeitungsprojekt der WAZ, das seit Oktober in 13 Wittener Grundschulen läuft. Die Brenschenschule in Bommern fiel dem Leiter unserer Kinder- und Bildungsprojekte, Harald Heuer, aber besonders auf: Darum besuchte er kürzlich die Rabenklasse und ihre Lehrerin Ursula Tüchelmann.

Erstaunt schaut sich Harald Heuer im Klassenzimmer um. Wie ruhig es hier ist! Bemerkenswert: Die Kinder durchforsten selbstständig einen Zeitungsartikel, markieren die wichtigsten Aussagen und fassen sie schriftlich zusammen. Einen Text über die Vor- und Nachteile der Masernschutzimpfung zu verstehen, finden wir Erwachsenen anspruchsvoll. Die Brenschenschüler offenbar nicht.

Das Lesen einer Tageszeitung gehört in immer weniger Haushalten zum Familienalltag. Leon, Simeon und Edis aber kennen die WAZ. „Der Nachbar gibt uns die, wenn er ausgelesen hat“, sagt Leon (9). Und Edis (10) weiß: „Auf der Kinderseite stehen Witze und Quizfragen, das ist das Beste.“ Oder vielleicht die Tipps, wie man sein Kinderzimmer besser in Ordnung hält?

Nimmt eine Schulklasse am Zeus-Projekt teil, erhalten die Schüler das Schuljahr lang die Kinderzeitung der WAZ. Außerdem gibt es 14 Tage lang kostenlos die „echte“ WAZ für zu Hause.

Die Witze sind das Beste

Dass man tagesaktuelle Themen im Unterricht aufgreift, ist Klassenlehrerin Ursula Tüchelmann wichtig. „Eine Zeitung bietet doch jeden Tag Stoff für Diskussionen“, sagt sie. Ihre Schüler arbeiten viel in Gruppen und „kooperieren“. „Jeder bringt seine Stärken ein. So kann man verschiedene Leistungsniveaus besser auffangen.“

Diesmal sollen es also die Masern sein. Nach der Lektüre schreibt jeder Schüler seine Meinung auf und entscheidet sich: Ist er für die Impfung oder dagegen? Zehn zu elf, lautet das Ergebnis der Abstimmung. Ursula Tüchelmann bittet danach zur Diskussion. Edis sagt: „Die Eltern haben das Sorgerecht und nicht der Staat, also sollten sie über eine Impfung entscheiden.“ Moritz sagt: „Ich finde aber, dass nicht alle Eltern fürsorglich mit ihren Kindern umgehen.“ Simeon pflichtet ihm bei: „Manche Eltern wissen doch gar nicht, wie schlimm Masern sind.“

Die Zeitung hilft oft, sich eine Meinung zu bilden. Aber der Text zur Masernimpfung macht es den Brenschenschülern besonders schwer – sie könnten noch ewig weiter reden. Ursula Tüchelmann vertagt die Diskussion: „Als Hausaufgabe diskutiert ihr darüber mit euren Eltern!“