Zauberhafter Spitzentanz im Saalbau

Weihnachtszeit ist Theaterzeit. Da darf auch eine Ballettaufführung wie „Schwanensee“ nicht fehlen. Denn es ist der Stoff, aus dem die Märchenträume sind. Ein Königssohn im heiratswilligen Alter verliebt sich unsterblich in ein wunderschönes Mädchen, das aber in Wirklichkeit ein verzauberter Schwan ist und zum Schwanentheater des Barons von Rotbart gehört. Er verspricht ihr die Ehe, sehr zum Unwillen des Barons, der damit die Existenz seines Schwanentheaters bedroht sieht. Er bereitet eine teuflische List vor.

Der Prinz Siegfried, getanzt von Daniel Sokolov, ist ein hochgewachsener junger Mann, der mit geschmeidigen Bewegungen und enormem Sprungvermögen die Zuschauer auch mit seinem sympathischen Auftreten überzeugte. Seine Partnerin Odette, getanzt von Nathalia Korobeinikova, gefiel mit sicherem Spitzentanz und – trotz aller Akrobatik – ruhigen und fließenden Bewegungen. Beim Liebestanz flossen weibliche Anmut und männliche Kraft ineinander und führten zum ersten tänzerischen Höhepunkt.

Großes Aufgebot auf der Bühne

Das „Russische Staatstheater Astrachan“ präsentierte im Saalbau ein großes Aufgebot an Tänzern. So tummelten sich auf der eher kleinen Bühne manchmal bis zu 18 Schwanenmädchen. Bei diesem Gedränge blieben kleine Ungleichmäßigkeiten beim Tanz oft unvermeidlich.

Bei einem königlichen Fest soll die neue Braut des Prinzen vorgestellt werden. Doch es kommt anders. Der Baron tritt in einer Maske auf und führt dem Prinzen ein schwarz gefiedertes Schwanenmädchen von ungewöhnlicher Schönheit zu. Es ist die zierliche Odile (Maria Stec). Der Prinz vergisst sein Versprechen und tanzt mit Odile einen zweiten Liebestanz, aber diesmal mit anderem Charakter. Im Gegensatz zu der ausgereiften Odette wirkte Odile quirlig, mit knabenhafter Lebendigkeit und jungmädchenhaftem Charme.

Der Prinz ist hingerissen und kürt sie zu seiner Braut. Der Baron lässt die Maske fallen und offenbart damit seine List. Der Prinz erkennt den Verrat, sucht Odette und versinkt mit ihr im See.

Ein großer Ballettabend. Als beste Nebenrolle fiel Benno (Igor Lichanov) – ein Freund des Prinzen - auf, der eine erfrischende Leichtigkeit und Schalkhaftigkeit in seinen Tanz legte. Das Publikum spendete lang anhaltenden Beifall.