Zahl der Wittener ist 2014 leicht gestiegen

Die Zahl der Wittener hat laut städtischer Einwohnerstatistik im Vorjahr wieder leicht zugenommen. Das Foto entstand bei der 8. Wittener Tafelmusik am 27. Juli 2013 auf der Ruhrstraße in Witten .
Die Zahl der Wittener hat laut städtischer Einwohnerstatistik im Vorjahr wieder leicht zugenommen. Das Foto entstand bei der 8. Wittener Tafelmusik am 27. Juli 2013 auf der Ruhrstraße in Witten .
Foto: Fischer / WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Ende 2014 könnten es laut Stadt wieder 98 000 Wittener gewesen sein – wahrscheinlich ein Einmaleffekt durch Flüchtlinge. Land zählt 2000 weniger.

Witten..  Erstmals seit Jahren ist die Zahl der Wittener wieder gestiegen. Die städtische Statistik verzeichnete Mitte 2014 (aktuellste Zahl) 97 930 Männer und Frauen mit erstem Wohnsitz in Witten – 104 mehr als Ende 2013, als es noch 97 826 waren. Der Streit um die richtigen Zahlen mit dem früheren Landesamt für Statistik, das heute IT NRW (Landesbetrieb Information und Technik) heißt, schwelt weiter.

Die Zahlen beruhen auf dem städtischen Melderegister und den dortigen Zu- und Abgängen. Die Zahl für Ende 2014 soll in Kürze vorliegen. Stadt-Statistiker Gerd Germakowski rechnet mit einer weiteren leichten Zunahme. Möglicherweise werde die Schwelle von 98 000 Einwohnern wieder überschritten. Ralph Hiltrop, Leiter der Stabsstelle Statistik, sieht darin aber nur einen Einmaleffekt durch die gestiegenen Flüchtlingszahlen. Am langfristigen Abwärtstrend werde dies nichts ändern. „Wir werden auf jeden Fall weniger.“ Hauptgrund dafür ist der anhaltende Sterbeüberschuss.

Zwischen 1200 und 1250 Wittener sterben jedes Jahr, nur 700 bis 750 Wittener Kinder werden geboren. Eine Trendumkehr ist nicht in Sicht. Laut einer Prognose von IT NRW wird Witten anno 2025 nur noch 92 617 Einwohner haben. Das Land zählt weiter rund 2000 Wittener weniger als die Stadt.

95 629 Bürger waren es laut IT NRW Ende 2013, die Stadt registrierte 97 826. „Wir glauben, dass unsere Zahlen die richtigen sind“, sagt Hiltrop. Früher lagen sie gerade mal um 350 bis 700 auseinander. Das galt nach der Volkszählung 1987 – sie war eine Vollerhebung, deren Ergebnisse das Land fortschrieb. Die Abweichung stieg sprunghaft an nach dem „Zensus 2011“ – eine stichprobenartige Befragung, deren Ergebnisse das Land auf alle Einwohner hochrechnete und seitdem fortschreibt.

Gegen dieses Verfahren läuft eine Klage der Stadt gegen das Land. Das Verwaltungsgericht hat aber noch keine mündliche Verhandlung angesetzt. Hiltrop: „Wir wollen wissen, warum wir weniger Einwohner haben sollen als nach unserer eigenen Statistik, weil das auch finanzielle Auswirkungen hat.“ Die Zahl von IT NRW ist die amtliche Einwohnerzahl. Sie gilt bei der Berechnung der Schlüsselzuweisungen vom Land. Nach dem Gemeindefinanzierungsgesetz (GFG) 2015 bekommt Witten 42 Millionen Euro. Bei 2000 Einwohnern mehr könnten es rechnerisch 840 000 Euro mehr sein. Trotzdem klagt die Stadt zwar gegen das Land in Sachen (künftige) Berechnung der amtlichen Einwohnerzahl, nicht aber gegen das Gemeindefinanzierungsgesetz.

Eine solche Klage habe man erwogen, aber verworfen, so Kämmerer Kleinschmidt. Vom Gesamtpaket des GFG 2015 habe Witten profitiert, vor allem über die Berücksichtigung von mehr Hartz-IV-Bedarfsgemeinschaften als zuvor. Werde das GFG durch eine Klage gekippt und müssten die Schlüsselzuweisungen landesweit neu berechnt werden, könnte Witten für 2015 mehr verlieren als gewinnen.