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Wurden Staatsbeamte zu Straftätern?

17.12.2008 | 18:12 Uhr

Sechs Polizisten sitzen auf der Anklagebank des Wittener Amtsgerichts. Sie sollen einen Wittener und dessen Sohn unrechtmäßig festgenommen und dabei Gewalt angewendet haben.

Hausfriedensbruch, Freiheitsberaubung und gefährliche Körperverletzung – wegen dieser Vorwürfe müssen sich seit gestern sechs Polizeibeamte, darunter zwei Frauen, vor dem Wittener Amtsgericht verantworten. Bei einer Verurteilung drohen mindestens sechs Monate Haft.

Alles begann Ende 2007 mit einem Anruf bei der Polizei Witten. Eine Frau gab an, dass sie gerade von ihrem Mann, einem Wittener Landwirt, per SMS erfahren habe, dass er sich das Leben nehmen wolle. Er hätte Gewehre in seinem Haus. Zwei Polizeibeamte machten sich auf zum Anwesen des Mannes. Sie forderten Unterstützung an, weil sie befürchteten, dass der Bauer seine Schusswaffen gegen sie richten könne. Das gaben die Polizisten am Mittwoch vor dem Wittener Amtsgericht an.

Die Staatsanwaltschaft wirft den Polizeibeamten dagegen vor, unrechtmäßig in die Wohnung eingedrungen zu sein nund diese auch nach mehrmaliger Aufforderung nicht verlassen zu haben. Stattdessen wären die Beamten auf den Bauern und dessen Sohn losgegangen. Dieser soll mit einer Taschenlampe auf den Kopf geschlagen worden sein und habe einen Nasenbeinbruch und mehrere Prellungen erlitten. Der Vater sei zu Boden gerissen und gefesselt worden. Anschließend wären beide zur Polizeiwache gebracht worden. Der Bauer trug keine Schuhe. Sein Sohn sei während der Fahrt von einem Polizisten festgehalten worden, während ein anderer auf den Wehrlosen einschlug.

Der angebliche Schläger mit der Taschenlampe gab vor dem Amtsgericht an, dass dies „in keinster Weise den Tatsachen entspricht.” Ein anderer Beamter sagte, dass sowohl Vater als auch Sohn sehr agressiv auftraten, zunächst gegenseitig aufeinander los gingen und schließlich den Polizisten Prügel androhten. „Mein Kollege bekam daraufhin Schläge ab”, so der Angeklagte. Er selbst bekam dann auch die Fäuste des Sohnes zu spüren. Der Polizist erlitt Schürfwunden und Prellungen. Er gab zu, dass er sich mit Schlägen verteidigt habe. Nachdem der Sohn aber mit Handschellen gesichert war, hätte niemand mehr auf ihn eingeschlagen.

„Von Anfang an rechtswidrig” nannte der Staatsanwalt den Polizeieinsatz. Denn die Beamten hätten keinen Suizidgefährdeten angetroffen, sondern lediglich einen Mann, der auf dem Sofa lag, Bier trank und Fernsehen schaute. Aber anstatt zu gehen, hätte die Polizei „eine Übung” veranstaltet, so der Ankläger.

Die Angeklagten gaben dagegen an, dass der Bauer in einer Stimmung war, die schwer einzuschätzen gewesen sei. „Wenn er uns ruhig gesagt hätte, dass er keinen Selbstmord plane, dann wäre der Einsatz für uns beendet gewesen”, so ein Polizeibeamter vor dem Amtsgericht.

weiterer Bericht folgt

Daniel vom Bruch

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Kommentare
13.01.2010
02:23
Wurden Staatsbeamte zu Straftätern?
von Schnittlauchs | #61

Polizisten sind doch oftmals diese lächerlichen Ich bins Typen die immer so tun als ob Ihnen die Welt gehört... LOL

15.12.2009
21:30
Wurden Staatsbeamte zu Straftätern?
von leserundschreiber | #60

Schade das dieses Kommentarportal für persönliche Angriffe missbraucht wird die noch nicht einmal auf eigener Erfahrung aufgebaut sind sondern nur aus Erzählungen stammen. Wenn man selber nicht den Mut hat sich bei beruflichen Streitigkeiten persönlich mit der betreffenden Person auseinander zu setzen und stattdessen sich nur auf Gerüchte verlässt die man nach den sechsten Bier erzählt bekommt ohne die Person genauer zu kennen oder den genauen Sachverhalt, den dann noch mit großer klappe hier falsch wider gibt, dann wird es RICHTIG peinlich.
Weiter denke ich mal dass das Thema etwas verfehlt wurde, denn Angriffe oder Rache hat meiner Meinung nach hier nichts zu suchen.
Egal welcher Berufstand oder welche Meinung einem von vermeintlichen Vorbildern anerzogen wurde, wichtig ist doch nur der tatsächliche Sachverhalt. Man lernt halt das wichtigste im Leben und nicht auf der Uni.

14.12.2009
16:30
Wurden Staatsbeamte zu Straftätern?
von alter-hase | #59

Lieber TomBremer,
der Jungbauer hat nicht nur Probleme mit der Rechtschreibung, sondern auch mit der Flächenberechnung.

28.11.2009
15:52
Wurden Staatsbeamte zu Straftätern?
von TomBremer | #58

Lieber Bauer von deer,

Sie haben so überhaupt nicht verstanden, worum es in dem Prozess ging.

Wenn wir, lieber Bauer von deer, zu Ihren Gunsten mal annehmen, der Geschädigte sei wirklich so peinlich, wie Sie ihn empfinden, und weiter annehmen, die Polizisten haben sein Verhalten korrekt beschrieben, dann gibt dies den Beamten noch lange nicht das Recht, das zu tun, was sie in der Nacht auf dem Bauernhof gemacht haben.

Darum ging es in diesem Prozess.

Sie, lieber Bauer von deer, maßen sich an, einem Menschen, der Ihnen offensichtlich persönlich unsympathisch ist und peinlich erscheint, nur aus diesem Grund sein Recht zu verweigern.

Ich wohne übrigens nicht auf dem Hof. Mag sein, daß der Bauer sich nicht immer so angepasst verhält wie es andere Bauern erwarten. Das macht ihn aber noch lange nicht rechtlos.

Lieber Bauer von deer,
peinlich ist einzig Ihre Rechtschreibung.

28.11.2009
10:34
Wurden Staatsbeamte zu Straftätern?
von deer | #57

frage mich die ganze zeit, wer tom bremer ist!? wohnt er mit auf dem hof oder ist er einer derjenigen, die gerne mit dem bauern einen trinken?! jedenfalls kenne ich den bauern und das verhalten, das durch die polizisten beschrieben wird, passt zu ihm. schön und bezeichnend ist ja da euch die tatsache, dass die kommentare desselben gestrichen wurden, leider kenn ich diesen inhalt nicht, aber es spricht für sich! dieser bauer ist in der tat eine peinlichkeit für unseren berufsstand, schon immer gewesen un d wird es wohl auch immer bleiben, mehr kann man dazu nicht sagen...

14.09.2009
11:22
Wurden Staatsbeamte zu Straftätern?
von TomBremer | #56

Lieber Kalle J.,

wenn Sie meinen letzten Kommentar (der zugegebenermaßen mit der „heißen Nadel“ gestrickt war) aufmerksam gelesen hätten, wäre Ihnen aufgefallen, daß ich nicht von Übergriffen, sondern von „Kollegen die sich nicht an Gesetz und Recht gebunden fühlen“ geschrieben habe. Nicht daß dies weniger schlimm wäre! Nun ja, hier zur Erinnerung eine kleine Auswahl spektakulärer Berichte, der erste Beitrag ist übrigens ganz aktuell von heute morgen:

- Video zeigt: Polizeibeamte prügeln auf Demonstranten ein.
Ein Polizeisprecher teilte mit: „An der Echtheit des Videos bestehe kein Zweifel“. Es gebe Erkenntnisse darüber, dass Polizisten auf die „rechtmäßige und legitime Frage“ nach ihrer Dienstnummer mit Gewalt reagiert hätten. „Die Vorgehensweise der an der Festnahme beteiligten Beamten hat die Polizei veranlasst, ein Strafverfahren wegen Körperverletzung im Amt einzuleiten…“

- Polizist sammelt Kinderpornos.
Wegen Kinderpornografie ermitteln Polizisten gegen eine Kollegen. Nachdem auf dessen Dienstcomputer kinderpornografische Bilder gefunden wurden, ist der Beamte vom Dienst suspendiert, so ein Polizeisprecher. Es sei sofort ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden, dies ist bei der Staatsanwaltschaft anhängig.

- Polizist nach Bankraub zu Haftstrafe verurteilt
Wegen eines Bankraubs und Strafvereitelung ist ein Polizist zu fünfeinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden. Außerdem müsse der 53-jährige Kommissar damit rechnen, vom Dienst suspendiert zu werden und keine Pension zu erhalten, sagte eine Sprecherin des Landgerichts. Der Beamte hatte den Bankraub zuvor gestanden. Dabei hatte er in einer Sparkassenfiliale 7170 Euro erbeutet. Außerdem hatte er nach Angaben des Gerichts mehr als 20 Akten zu Unfallfluchtdelikten in einem Schrank versteckt und so unerledigt «beiseite geschafft».

- Polizeibeamter zu 90 Tagessätzen verurteilt
Mildes Urteil, kurzer Prozess. Ein Polizist, der einen Journalisten geschlagen hat, ist zu einer Mindestgeldstrafe verurteilt worden. Staatsanwaltschaft und Gericht verzichten auf ein öffentliches Verfahren. Das rasante Vorgehen der Justiz lässt in Strafverteidigerkreisen vermuten, dass man den Fall offenbar ohne Öffentlichkeit schnell vom Tisch haben wollte. Denn so viel ist gewiss: Eine mündliche Gerichtsverhandlung wäre von einem großen Medienaufgebot begleitet gewesen.


Lieber Kalle J., es geht mir bei meinen Kommentaren nicht um die zugegeben allgemein schwierigen Verhältnisse, die Sie in Ihrem letzten Kommentar ausführlich und sehr anschaulich dargelegt haben und um die ich Sie und die Kollegen wahrlich nicht beneide. Ich habe nicht den Hauch eines Zweifels um den Wahrheitsgehalt Ihrer Schilderungen und bewundere den Idealismus, den Sie und Ihre Kollegen offenbar immer noch aufbieten können, um unter den geschilderten Bedingungen überhaupt noch zu arbeiten.

Es geht mir um die Vorkommnisse auf dem Bauernhof. Hier haben die Kollegen sich offensichtlich zu weit exponiert und dafür vor Gericht „was auf die Finger“ bekommen.

Das war leider nötig.

08.09.2009
22:27
Wurden Staatsbeamte zu Straftätern?
von kallej | #55

TomBremer,

jetzt haben Sie mir zuletzt sehr nett geschrieben, nun so ein - tut mir leid - dummer Kommentar!

Nahezu jeden Tag lesen Sie von Übergriffen der Polizei? Komisch, lese auch viel und regelmäßig, ist wohl an mir vorüber gegangen!

Die polizeilichen Übergriffe sind Grund für die vielen Widerstände, für die vielen Körperverletzungen zu unserem Nachteil, für die Pöbeleien, die Beleidigungen?

Sorry, hier fehlt Ihnen anscheinend jede Kompetenz - und hier bin ich absolut ehrlich!

Wer vor Ort, zumindest in einer anonymeren Großstadt, derzeit Dienst versieht, registriert praktisch täglich Gewalt gegen uns! Das ist mein Alltag:

Ansatzlos, ohne auch nur irgendwie beteiligt zu sein, geht der Bürger an mir vorüber und kommentiert, laut und zum Mithören gedacht, meine Maßnahmen. Hintergründe? Interessieren ihn nicht, er will mir seine - in den allermeisten Fällen stumpfe - Meinung in provokanter Art auf den Weg geben. Rückfragen meinerseits nicht erlaubt! Geschwindigkeitsmessungen vor Grundschulen? Heckenschützenmaßnahmen! Kontrolle von Kindersitzen an Kindergärten? Abzocke! Schnappe ich mir einen 15-jährigen, misshandle ich gleich Kinder (er hatte auf dem Schulhof gedealt, zwei gezockte Handys in der Tasche)!

Schreibe ich ein Ticket für ein Parken in der Fußgängerzone (warum gibt es eigentlich immer noch keine Drive-In-Innenstadt-Cafes?), filmen mich gleich zwei Passanten mit ihren Handy -so, dass ich das auch ja wahrnehme. Die Frage nach dem Warum wird mir nicht gestattet, bin ja gewissermaßen Freiwild!

Der Nachbar klagt über zu laute Musik um 03:45 Uhr und die Polizei solidarisiert sich offenbar mit ihm - so nicht, der Ruhestörer bestimmt, wann es laut sein darf und wie laut laut ist!

Wie oft höre ich ein Nazi oder das bei uns berühmte Das machen Sie nur weil ich schwarze Haare habe ...

Mein Rechtsanwalt macht sie fertig, bald sind die Sterne ab oder ein Wir sehen uns bald auch mal privat - kein Thema! Und ja, das Land braucht immer Geld und ich muss mir neue Sterne durch viele Maßnahmen verdienen ...

Dreimal durfte ich in den letzten vier Wochen hören, dass der von mir Festgenommene sich in Richtung einer von ihm harmlos wahrgenommenen Richterschaft amüsierend äußerte. Sperren Sie mich ruhig ein, der Richter lässt mich sowieso wieder laufen! Sie können mir gar nichts!

Wie schon geschrieben - Grün-weißer-Partybus laut in meiner Gegenwart gesungen, vor mir auf den Boden rotzen, lautes und provozierendes Schreien - leider Standard! Mitten im Gespräch mit mir das Telefonat auf dem Handy annehmen - Standard! In meiner Gegenwart, trotz gegenteiliger Aufforderung, in mir unbekannter Sprache reden - Standard!

Sind Sie in den letzten Wochen mal aufmerksam durch die Straßen gefahren und haben gelesen, wie oft ACAB (für ALL COPS ARE BASTARDS) auf Mauern und Brücken gesprayt wurde?

Schon mal, TomBremer, (bitte jetzt nicht gleich in die Vorurteilsschiene stecken, es sind Beispiele!), an irgendeinem Bahnhof im Ruhrgebiet Kontakt mit libanesischen Jugendlichen gehabt? Können Sie sich Sinti- oder Roma-Angehörige bei der Festnahme nach Trickbetrug zum Nachteil älterer Menschen vorstellen? Haben Sie mal den türkischen Familienvater erlebt, wenn ihn meine Kolleginnen auf seinen Familienterror ansprechen? Nein?

Das war der Alltag - soll ich jetzt mal über die letzten Widerstände zum Nachteil meiner Kollegen und meiner Person schreiben? Spätestens jetzt würde es ernst, sehr ernst!

Bilanzierend - jeder von uns Polizisten kann Ihnen fest versichern (hier bin ich, wie erbeten, überaus ehrlich), dass diese massive Gewaltentwicklung zu unserem Nachteil nun wirklich nicht von uns provoziert oder schuldhaft mitverursacht ist. Okay, vielleicht im niedrigen, einstelligen Prozentbereich!

Das soviel Gewalterfahrung aber auch zornig macht und Zorn vielleicht kein guter Ratgeber ist, das gehen wir konform!

TomBremer - schreiben Sie demnächst doch bitte wieder über Sachen, von denen Sie mehr verstehen!

Wie immer - Glück auf - KalleJ

07.09.2009
12:53
Wurden Staatsbeamte zu Straftätern?
von TomBremer | #54

Lieber Kalle J.,

ich stimme mit Ihnen überein, die Gewalt gegenüber der Polizei hat zugenommen, es wird „draußen“ immer schlimmer.

Warum?

Laut Artikel 20 Abs. 3 des Grundgesetzes ist „die vollziehende Gewalt…an Gesetz und Recht gebunden“.
Ich lese jeden Tag aufmerksam die Zeitung, und es vergeht nahezu kein Tag, sicher keine Woche, an dem nicht über einen oder sogar mehrere Ihrer Kollegen berichtet wird, die sich nicht an Gesetz und Recht gebunden fühlen. Die Bürger reagieren darauf, in dem sie es mit dem Respekt gegenüber der Polizei dann auch nicht mehr so genau nehmen, und schon befinden wir uns in einer Spirale, die sich dann irgendwann immer schneller dreht und aus der es sehr schwierig ist, zu entkommen.

Was war zuerst da, das Huhn oder das Ei? Ich denke, es ist müßig, darüber zu diskutieren. Wichtig ist, wie entkommen wir diesem Dilemma? Da man ja wohl kaum alle Bürger zum Thema Deeskalation schulen kann, bleibt dies wohl an den Kollegen der Polizei hängen. Dies ist sicherlich nicht die Motivation, mit der die Kollegen seinerzeit diesen Beruf (bei vielen Gott sei Dank auch Berufung), gewählt haben. Aber wie bei so vielen anderen Berufen ändert sich das Berufsbild mit der Zeit eben, und die Zeit kann man nun mal nicht anhalten.

Lieber Kalle J., ich darf Sie zitieren:
„Allerdings, und damit noch einmal meine (immer noch ganz subjektive) Sicht der Dinge - es wäre den Betroffenen sehr einfach möglich gewesen sich der polizeilichen Gewalt zu entziehen - durch Einsicht, durch Zurückhaltung, durch Kommunikation ...!“

Es benötigt schon ein Übermaß an Einsicht und Zurückhaltung, wenn man sich als einfacher Bürger einer plötzlich und unerwartet ins eigene Wohnzimmer eingedrungenen einer dreifach überlegenen Exekutive gegenüber sieht, die alle auf einen einschreien und so überhaupt nicht zur Deeskalation beitragen. Ich wünsche Ihnen und jedem anderen Bürger die Kraft, in einer ähnlichen Situation diese durch Kommunikation entschärfen zu können. Zumal dann, wenn vielleicht auch noch ein wenig Alkohol im Spiel ist. Aber noch ist der abendliche Genuß von drei Flaschen Bier ja nicht strafbar und sicherlich auch nicht moralisch verwerflich, zumindest nicht auf dem heimischen Sofa.

Ich zitiere Sie weiter:
„Ein ehrliches Gefühl - so manchem polizeilichen Gegenüber hätte ich gern in der Vergangenheit auch körperlich mal gezeigt, dass ich mich nicht wehrlos seinen Pöbeleien hingeben muss ... ich hab es nicht gemacht, ich werde es auch hoffentlich nie machen, die auch hier vielzitierte Faust in der Tasche habe ich aber immer öfter!“

Dies ehrt Sie, lieber Kalle J., sehr. Aber vielleicht gibt es Kollegen, bei denen sich die auch bei Ihnen immer öfter auftretende „Faust in der Tasche“ nicht mehr in der Tasche halten konnte…

Denken Sie mal drüber nach.
Bitte sein Sie ehrlich.

25.08.2009
11:10
Wurden Staatsbeamte zu Straftätern?
von kallej | #53

Nun, da persönlich angesprochen, auch noch einmal ein persönlicher Kommentar meinerseits ...

Bin zunächst etwas überrascht, dass Sie meine Identität recherchiert haben - Vorname, Dienstgrad und Hobby passen tatsächlich (hätte gern erfahren, welche Wege Sie hierfür gegangen sind).

War auch etwas überrascht, dass das Verfahren gegen die DGLin so, sagen wir einmal, reibungslos verlief - und zugegebenermaßen auch etwas enttäuscht! Steckte nicht in ihrer Haut, hätte mir aber etwas mehr Kampfeslust und mehr der Argumente gewünscht, die auch hier ausgetauscht worden sind.

Weiter, kann ich hier jetzt ja auch einmal schreiben, habe ich mit meiner Meinungsäußerung (habe noch einen anderen Weg als diesen beschritten) auch nicht unerheblichen Gegenwind innerhalb meiner Behörde und von anderen Seiten erfahren müssen. Mitunter schon seltsam, wie mit der freien Meinung umgegangen wird ...

Daher auch meine Zurückhaltung zuletzt, hielt dieses Forum jetzt aber auch gewissermaßen für ausdiskutiert.

Aber, lieber TomBremer, mit Ihrer Argumentation, dass hier nur die gültigen Rechtsnormen angewendet worden sind, liegen Sie m. E. immer noch leider auf dem Holzweg, wir drehen uns argumentativ im Kreis!

Wo haben sich denn die Beamten angreifbar gemacht, wo sehen Sie gültige Rechtsnormen verletzt, wo hätte das Recht von StA und Richtern gebeugt werden müssen? Bitte im Detail! In dem diese auf die richterliche Anordnung zum Betreten und Durchsuchen einer Wohnung verzichteten? Übermaßverbot? Fahrlässig falsche Lageeinschätzung? Ich hatte den Eindruck, dass wir alle Argumente nun ausgetauscht haben - und mit Ihren haben Sie mich immer noch nicht überzeugen können! Müssen Sie aber auch nicht, akzeptiere Ihre Haltung, hatte mir nur vor Gericht mehr versprochen (doch vor Gericht und auf hoher See ...)

Allerdings, und damit noch einmal meine (immer noch ganz subjektive) Sicht der Dinge - es wäre den Betroffenen sehr einfach möglich gewesen sich der polizeilichen Gewalt zu entziehen - durch Einsicht, durch Zurückhaltung, durch Kommunikation ...!

Ich verfolge mit großem Interesse derzeit die vielen Veröffentlichungen zur Thematik Steigende Gewalt gegen Polizeibeamte (auch weil vielleicht gerade - mal wieder - viele blaue Flecken meine Oberarme zieren). Es wird, und hier kann man mir glauben oder nicht, tatsächlich draußen immer schlimmer!

Schon Kinder rotzen mittlerweile vor uns auf die Straße, von hinten auf unsere Uniformen oder auf unsere Fahrzeuge. Niemand würde seinem Zahnarzt sagen, wie seine Zähne zu behandeln sind, dem Installateur, was mit der defekten Heizung zu machen ist - was wir dürfen oder was wir machen müssen, das weiß (angeblich) aber fast jeder! Und immer mehr Bürger wähnen sich in ihrem schickeren Kopf oder mit allzu großer Klappe auf der sicheren Seite und sind vernünftigen Argumenten nicht mehr zugänglich, halten mit Fäusten dagegen, testen uns aus, ziehen erst zurück, wenn sie keine Chance mehr sehen, wenn man ihnen mit großer Kraftanstrengung die Arme auf den Rücken gebogen hat (dann kann man uns aber immer noch beschimpfen, bedrohen, bespucken). So wie in unserem Fall leider auch - und vom Gericht gewissermaßen auch so bestätigt!

Ein ehrliches Gefühl - so manchem polizeilichen Gegenüber hätte ich gern in der Vergangenheit auch körperlich mal gezeigt, dass ich mich nicht wehrlos seinen Pöbeleien hingeben muss ... ich hab es nicht gemacht, ich werde es auch hoffentlich nie machen, die auch hier vielzitierte Faust in der Tasche habe ich aber immer öfter!

Ich verabscheue auch blind prügelnde Polizisten, Misshandlungen von gefesselten Personen, das Recht selbst in die Hand nehmende Beamte - doch ich möchte (staatliche, richterliche) Rückendeckung, wenn ich angegriffen werde, wenn ich guten Gewissens gehandelt habe, wenn ich für den Bürger Kopf und Kragen riskiert habe - auch wenn ich vielleicht mich taktisch etwas ungeschickt oder rechtlich etwas zweifelhaft verhalten habe. Dieser Schutz muss mir (in einem nachvollziehbaren Rahmen) als Polizeibeamten zugestanden werden!!!

Liege ich da so falsch, darf ich das nicht von meinem Staat (für den ich den Kopf hinhalte) auch so erwarten?

Glück auf - KalleJ

24.08.2009
18:06
Wurden Staatsbeamte zu Straftätern?
von TomBremer | #52

Lieber Stefan B., ich freue mich, daß meine Kommentare auch nach so langer Zeit noch Emotionen hervorrufen - denn genau das habe ich damit bezweckt. Was mich hingegen etwas bedrückt, ist der Umstand, daß offensichtlich immer noch nicht verstanden wurde, wo das Problem liegt.
Ich hatte ja bereits erläutert, daß die gültigen Rechtsnormen nicht von Richtern und Staatsanwälten, sondern vom Gesetzgeber geschaffen werden. Gehen Sie mal in sich, dann sollten Sie dies hoffentlich nachvollziehen können (ansonsten…). Den Richtern und Staatsanwälten obliegt lediglich, anhand der bestehenden Gesetze, Verordnungen usw. anzuklagen und zu urteilen.

Und nichts anderes haben Richter und Staatsanwalt im vorliegenden Fall gemacht. Wären sie zu anderen Ergebnissen gekommen, hätten sie das Recht beugen müssen, denn daß bei diesem Einsatz „nicht alles Rund gelaufen“ ist, hat ja unter anderem auch Ihr fleißiger Kollege PHK Karl-Heinz „Kalle“ J. festgestellt. Schade, daß er sich vor einem halben Jahr aus dieser Runde abgemeldet hat, ich hätte mich gerne nochmals mit ihm ausgetauscht. Aber wahrscheinlich lassen ihm die Inliner keine Zeit.

Wenn Sie, lieber Stefan B. ein Problem mit dem Ausgang der Verfahren haben, so müssen Sie die Sache anders angehen als Richter und Staatsanwalt in Pension zu wünschen: Sorgen Sie bei der Wahl unserer Volksvertreter dafür, daß diejenigen gewinnen, die die Gesetzeslage in Ihrem Sinne beeinflussen - Sie haben in den nächsten Wochen die Möglichkeit dazu.

Gehen Sie zur Wahl!

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