Wurde Kater Luca einfach abgeknallt?

Was wir bereits wissen
Haustier schleppte sich noch verletzt bis in den Nachbargarten, musste eingeschläfert werden. Röntgenbild zeigt eine Kugel in seinem Bauch.

Witten..  „Wer macht denn so etwas?“, fragt Andrea Stempelmann (43) und kann es noch nicht fassen: Ein Unbekannter hat auf ihren Kater Luca geschossen. Sie fand das Haustier, das nachts gerne seine Runde im Umfeld des Hammerteichs drehte, vormittags im Nachbargarten am Parkweg. Da war es schon stark ausgekühlt und brachte nur noch ein klägliches Miauen hervor.

Äußere Verletzungen waren dem Kater erst nicht anzusehen. Die Besitzerin brachte ihn zum Tierarzt. Der konnte Luca schon nicht mehr helfen und schläferte ihn ein. Der Veterinär hatte aber ein Röntgenbild gemacht: Das zeigt eine Kugel im Bauch des Katers! Daraufhin fanden sie die vom Fell bedeckte Einschussstelle am Bauch. Der Gedanke, das Projektil herausschneiden und prüfen zu lassen, kam der Wittenerin nicht. Dafür war ihr der Schrecken zu sehr in die Knochen gefahren.

Nachdem sie das Röntgenbild Jägern gezeigt hat, bleiben für sie nur zwei Möglichkeiten – beide gefallen ihr nicht. Die eine: Es könnte eine Schrotkugel aus der Flinte eines Jägers sein. Die seien am Hammerteich schon mal unterwegs. Dann wäre die Kugel „Randschrot“ aus einer Streuladung. In diesem Fall fragt sie: „Wie kann es sein, dass dieser dann so dilettantisch schießt, dass das Tier innerlich verblutet?“ Dann wäre es doch waidmännische Pflicht gewesen, dem Tier nachzustellen und es von seinem Leiden zu erlösen.

Zweite Möglichkeit: Jemand, der nicht der Jägerschaft angehört, hat mit einer Luftpistole oder einem Luftgewehr auf den Kater geschossen. Davor graut der 43-jährigen Mutter noch mehr: „Wenn hier jemand einfach Tiere ,abknallt’, wäre das wohl ein Straftatbestand und man müsste sich fragen, ob so jemand nicht demnächst auch noch auf andere Lebewesen schießt.“

Wie es auch war: „Der Schütze sollte sich im Klaren sein, dass er nicht nur auf eine Katze geschossen hat, sondern auch auf die Seelen von zwei Kindern!“, sagt Andrea Stempelmann. Ihre Kinder, sechs und acht Jahre alt, waren „in Tränen aufgelöst“. Der drei Jahre alte Schmusekater Luca sei ein Teil der Familie gewesen.

Dass auch Katzen „Jäger“ seien, sei ihr durchaus bewusst, sagt An-drea Stempelmann, „Wenn er tatsächlich mal einen jungen Vogel gefangen hat, war das auch für uns immer etwas gruselig.“ Aber Luca habe sicherlich nicht den Singvogelbestand am Parkweg gefährdet.

„Das Vorgehen des Schützen bleibt moralisch verwerflich“, sagt die Wittenerin. Traurig fragt sie wieder: „Wer macht den so etwas?“

Nicht Anzeige erstattet

Die Katzenbesitzerin hat die Polizei telefonisch über den Vorfall informiert. Einen schriftlichen Strafantrag hat sie nicht gestellt. Ein „Papiervorgang“, der doch vom Staatsanwalt eingestellt werde, sei überflüssig.


Wichtig ist ihr aber, die Öffentlichkeit zu informieren und zu sensibilisieren, für den Fall, dass sich so etwas wiederholt.