Wunder der Erde wunderbar in Witten inszeniert

Vollen Einsatz zeigten die Teilnehmer bei der  Premiere von „Wunder der Erde“ im Saalbau.
Vollen Einsatz zeigten die Teilnehmer bei der Premiere von „Wunder der Erde“ im Saalbau.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Im Saalbau zeigten das Tanztheater Abrakadabra und das symphonische Blasorchester Blow die Entstehung unseres blauen Planeten.

Witten..  Unser blauer Planet und die Wunder der Erde begeisterten die Besucher des Saalbaus am Wochenende. Das symphonische Blasorchester Blow und das Tanztheater Abrakadabra präsentierten erstmals gemeinsam eine bunte Show voller Phantasie – zum Staunen und Nachdenken.

Die Inszenierung beginnt ganz leichtfüßig und spielerisch. Die große, blaue Weltkugel fliegt wie ein Volleyball hin und her. Lebensfreude pur. Doch dann gibt es Streit, die Ernüchterung naht. Alles liegt im wahrsten Sinne des Wortes am Boden. Der blaue Planet trägt Trauer und kehrt schwarz verhüllt zurück. In Traumblasen erleben die Kinder ihre Zukunftsvisionen.

Dann übernimmt das Blasorchester unter Leitung von Michael Eckelt und spielt das bekannte Stück „What a wonderful world“. Passend dazu flimmert eine Lobpreisung an die Schöpfung über die Leinwand. Wunderschöne Naturaufnahmen, die die Wirkung der Musik verstärken. Die gesamte Choreografie des Abends ist ein harmonischer Wechsel, aber auch ein wohldosiertes Miteinander von Orchester und Tanztheater. Die rund 60 Musiker und 70 jugendlichen Tänzer aus Witten und Umgebung stellen die Entstehung und Schönheit unseres Planeten in eindrucksvollen Bildern und Tönen dar.

Die Erde schreit, die Küsten weinen

Die Harmonie zwischen beiden Ausdrucksformen ist beeindruckend. Bei der Sequenz des Windjammer-Bootes auf hoher See ist die Musik erst ruhig und ausgeglichen. Bei Sturm wird sie hektisch und aufbrausend wie das Meer. Um dann wieder leise zu verklingen.

Zwischen den einzelnen Szenen trägt ein Kind als Überleitung kurze, nachdenkliche und wachrüttelnde Gedichte vor. In der Passage „Was ist mit uns?“ erfüllt eine zarte Kinderstimme den gesamten Theatersaal, so dass die Besucher beinahe eine Gänsehaut bekommen. „Die Erde schreit. Die Küsten weinen. Was haben wir der Welt angetan?“

Beindruckend ist die Darstellung der Wolken – zum bekannten Chanson von Reinhard Meys „Über den Wolken“. Fünf Mädchen tanzen scheinbar schwerelos unter einem großen, weißen Tüll-Stoff. Auf der Leinwand sieht man einen tiefblauen Himmel mit hellen Wolken.

Publikum macht eifrig mit

Ebenso gelungen ist die Verbildlichung des Stücks „Raindrops keep falling on my head“. Eine kleine Tänzerin hat eine Gießkanne in der Hand und benetzt symbolisch die Weltkugel. Dann darf sogar das Publikum teilnehmen und Regentropfen im Saalbau hörbar machen: Einzelne Tropfen durch das Schnipsen mit den Fingern; einen sanften Landregen durch Trommeln auf die Schenkel. Wunderbar sind optisch und akustisch die vier Elemente dargestellt. Eigentlich hätte man dieser Lebensfreude noch länger zuschauen können. Doch die Vorstellung verging im Sauseschritt.