Wohnungs-Genossenschaften wollen sich zusammentun

Gut im Geschäft ist die – wie hier am Bommerfelder Ring – ist die Wohnungsgenossenschaft Witten-Mitte.
Gut im Geschäft ist die – wie hier am Bommerfelder Ring – ist die Wohnungsgenossenschaft Witten-Mitte.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Die Wohnungsbaugesellschaften Mitte und Herbede sollen verschmolzen werden. Bessere Bedingungen für größeres Unternehmen. Mitglieder entscheiden

Witten..  Aus zwei mach eins: Die Wohnungsgenossenschaften Witten-Mitte und Herbede sollen zu einem Unternehmen verschmolzen werden. Diesen Vorschlag legen die Vorstände in den Mitgliederversammlungen jetzt zur Abstimmung vor. Stimmen die Mitglieder zu, soll der Zusammenschluss rückwirkend zum 1. Januar gelten.

Die Zusammenarbeit der beiden Genossenschaften ist nicht neu: Bereits seit 2012 besteht eine Kooperation, Mitte übernimmt für das kleinere Unternehmen Herbede seither Geschäftsbesorgungen – wie etwa die Buchhaltung. „Es hat sich herausgestellt, dass beide Unternehmen und deren Mitglieder von den Synergieeffekten dieser Zusammenarbeit profitieren“, so der Mitte-Vorstandsvorsitzende Frank Nolte, der auch in Herbede im Vorstand sitzt.

Anforderungen kaum zu bewältigen

Es sei einfach sinnvoller, als großes Unternehmen aufzutreten. „Man wird anders wahrgenommen, kann zu anderen Konditionen verhandeln.“ Auch die Bewältigung der vorgeschriebenen Aufgaben – wie die Rauchwarnmelderpflicht oder die Legionellenkontrolle etwa – ließe sich mit mehreren Mitarbeitern besser stemmen. Auch Herbede-Geschäftsführerin Evelin Fischer betont: „Die gestiegenen Anforderungen, die an uns gestellt werden, sind für eine kleine Genossenschaft personell kaum noch zu bewältigen.“

Kommt es zum Zusammenschluss, soll die kleinere Genossenschaft – also Herbede – in der größeren aufgehen, auch namentlich. Was aber nicht als „feindliche Übernahme“ oder gar Aufgabe verstanden werden soll. „Beide Genossenschaften sind wirtschaftlich gesund, verfügen über jeweils hohe Eigenkapitalausstattungen sowie einen guten und gepflegten Wohnungsbestand“, heißt es in der Beschlussvorlage.

Mitglieder haben das letzte Wort

„Der Zusammenschluss hat für uns einfach nur Vorteile“, so Fischer. Natürlich habe es im Vorfeld eine Menge Diskussionen gegeben, auch besorgte Nachfragen. „Wir haben uns der Diskussion offen gestellt.“ Aber schließlich sei die Idee des Zusammenschlusses aus einer Anregung aus den eigenen Reihen entstanden. „Unsere Mitglieder haben das selbst vorgeschlagen.“

Entsprechend positiv ist auch die Mitgliederversammlung am Freitagabend verlaufen: Über 90 Prozent stimmten für die Zusammenlegung. Nun muss noch Mitte entscheiden: Hier treffen sich die Mitglieder am kommenden Mittwoch. „Noch ist nichts entschieden“, betonen Nolte und Fischer. „Die Mitglieder haben das Wort.“