Wohin mit dem Rad beim Zeltfestival Ruhr?

Das Fahrrad beim Zeltfestival Ruhr am Pfosten eines Verkehrsschildes anzuschließen, ist für Fred Herberholz (61) keine befriedigende Lösung. Foto: Walter Fischer.
Das Fahrrad beim Zeltfestival Ruhr am Pfosten eines Verkehrsschildes anzuschließen, ist für Fred Herberholz (61) keine befriedigende Lösung. Foto: Walter Fischer.
Foto: Fischer
Was wir bereits wissen
Bewachte Fahrradplätze gib es beim Zeltfestival Ruhr nicht. Die Veranstalter würden die Aufgabe gerne einem Händler übertragen, der sie als Werbeauftritt nutzt.

Witten.. Fred Herberholz (61) ist bekennender Fan des Zeltfestivals Ruhr. Beim „Bombenwetter im letzten Jahr“ ist er mit seiner Frau fast jeden Abend mit dem Rad hingefahren. Nicht immer für ein Konzert. Sie genossen einfach das sommerliche Treiben zwischen den drei großen Zelten – den „Freiraum“ mit den Gastronomen und dem Designer- und Kunsthandwerkermarkt.

Beeinträchtig wurde der Festivalgenuss für den pensionierten Feuerwehrmann aber dadurch, dass es dort keine bewachten Fahrradabstellplätze gibt. Ihre guten E-Bikes schlossen der Hevener und seine Frau wie viele andere auch an Laternen, Schildern oder Sitzbänken an – wenn sie überhaupt noch ein Plätzchen dafür fanden. Das sei aber keine gute Lösung, findet Herberholz: „Es ist immer ein flaues Gefühl, wenn man vom Festivalgelände kommt und hofft, dass das Rad noch auf seinem Platz ist . . .“

Acht Diebstähle beim Festival 2013

Die Sorge des Heveners ist begründet. In Witten und Bochum zusammen wurden in den letzten drei Jahren jeweils zwischen 1200 und 1500 Fahrraddiebstähle gemeldet. Beim Zeltfest kamen 2013 acht Fahrräder abhanden – 2014 aber kein einziges. Laut Polizeisprecher Volker Schütte waren da wegen des schlechten Vorjahres­ergebnisses teils Zivilbeamte vor Ort. Besitzer wurden auch aufgefordert, ihre Räder besser zu sichern.

Fred Herberholz hat die Festivalmacher vor fünf Wochen angeschrieben und gefragt, ob sie nicht bewachte Fahrradplätze anbieten könnten. Es müsste doch möglich sein, dafür ein Areal beispielsweise mit einem Bauzaun abzuteilen. Und natürlich müssten die Fahrradbesitzer bereit sein, ein Entgelt zu entrichten. „Von mir aus kann man dafür zwei Euro nehmen“.

Zeltfestival-Geschäftsführer Heri Reipöler hält bewachte Fahrradplätze grundsätzlich für wünschenswert. „Die Rechnung muss aber auch so halbwegs für die andere Seite passen“, so der Bochumer (52). Anders als bei den kostenpflichtigen Autoparkplätzen lassen sich bewachte Fahrradplätze aus seiner Sicht nicht wirtschaftlich betreiben. 90 Prozent der Leute würden die kostenlose Laternenlösung bevorzugen, schätzt er. Nach seinem Überschlag käme bei 250 Öffnungsstunden des Festivals auf einen Anbieter „eine Investition von 5000 bis 10.000 Euro“ zu. Dem stünden bei vielleicht nur verwahrten 30 Rädern am Tag und zwei Euro Gebühr nach der Mehrwertsteuer mal gerade knapp 50 Euro Tageseinnahmen gegenüber.

Als Veranstalter selbst werde man deshalb keine Plätze anbieten, sagt Reipöler. Er kann sich aber durchaus vorstellen, dass ein Fahrradhändler die Bewachung übernehme und als Werbeauftritt nutze. Der könnte beispielsweise einen kleine Servicestation einrichten – und die abgegebenen Räder auch gleich etwas auf Vordermann bringen – „mit Luftdruck prüfen fängt das an“.

Das Zeltfestival hat die Anfrage von Fred Herberholz deshalb an mehrere Fahrradhändler weitergeleitet. Bisher habe noch keiner Interesse an der Aufgabe gezeigt.

Mitstreiter und Organisator gesucht

Das achte Zeltfestival findet vom 21. August bis zum 6. September (17 Tage) am Kemnader Stausee statt. U.a. treten Anastacia (21.8.) Revolverheld (23. und 28.8.), Rea Garvey (25. 8.) und Hans Liberg (5. 9.) auf.


Fred Herberholz sucht weiter Mitstreiter und einen Organisator für bewachte Fahrradplätze beim Festival – Kontakt über die WAZ-Redaktion, 02302/910 30 30.