Woanders geht’s harmonischer zu

Zoff in der Wittener SPD: Bürgermeisterin Sonja Leidemann tritt im Septemeber gegen Frank Schweppe an, der zurzeit noch erster Beigeordneter im Wittener Rathaus ist. Noch ist Leidemann seine Vorgesetzte. Die Wittener SPD möchte Leidemann aus der Partei ausschließen, die klagt dagegen.                                         Foto:Thomas Nitsche
Zoff in der Wittener SPD: Bürgermeisterin Sonja Leidemann tritt im Septemeber gegen Frank Schweppe an, der zurzeit noch erster Beigeordneter im Wittener Rathaus ist. Noch ist Leidemann seine Vorgesetzte. Die Wittener SPD möchte Leidemann aus der Partei ausschließen, die klagt dagegen.  Foto:Thomas Nitsche
Foto: Funke Foto Services
Auch viele Nachbarstädte wählen am 13. September neue Stadtspitzen. Sozialdemokratisch werden die vielerorts wohl bleiben

Witten..  Wie Witten wählen auch viele umliegende Städte am 13. September ihre Bürgermeister neu. In Hattingen, Bochum, Essen, Herne und Oberhausen werden das mit ziemlicher Sicherheit wieder Sozialdemokraten sein. Nicht überall allerdings sind die in der Frage der Nachfolge so zerstritten wie in der Ruhrstadt. In vielen anderen Ruhrgebietshochburgen steht bei den Wahlen vor allen Dingen ein Generationswechsel an – der Kandidatenwechsel läuft aber fast überall ohne Streit ab.

Streit in Essen

Ählichen Ärger wie in Witten gab es in den vergangenen Monaten bei den Genossen in Essen. Zankapfel war auch hier der Wiederantritt des Amtsinhabers: amtierender Oberbürgermeister Reinhard Paß (60).

Die Essener SPD hatte sich ob seiner Kandidatur tief zerstritten – Stimmen aus der Rathausfraktion hielten Paß für „nicht geeignet“, das Amt erneut auszuüben. Der Machtkampf gipfelte zu Beginn des Jahres in einem Mitgliederentscheid, an dem sich rund die Hälfte der 4000 Essener SPD-Mitglieder beteiligten. Paß’ parteiinterne Konkurrentin Angelika Kordfelder (60), zurzeit noch Bürgermeisterin in Rheine, bekam dabei 900 Stimmen – die Mehrheit allerdings bekam Paß mit 1250 Stimmen.

Damit blieb der parteiinterne Umsturz in der Nachbarstadt aus: Die SPD in Essen geht erneut mit Amtsinhaber Reinhard Paß in den Oberbürgermeister-Wahlkampf. Es wäre seine zweite Amtszeit.

Lehmann für Hattingen

In Hattingen tritt eine der wenigen Frauen an der Spitze der Ruhrgebietsstädte ab. Dagmar Goch (66) verabschiedet sich nach zwei Amtszeiten als Hattingens Bürgermeisterin in den Ruhestand, ihr Nachfolger wird Manfred Lehmann (55). Der Diplom.Finanzwirt lebt seit 2006 in Hattingen, ist verheiratet und hat drei Kinder.

Generationswechsel in Bochum und Herne

In Bochum hat Sozialdemokratin Ottilie Scholz (67) angekündigt, für das Oberbürgermeisteramt nicht mehr zur Verfügung zu stehen. Ihr Nachfolger soll der 44-jährige Thomas Eiskirch werden, der zurzeit für die SPD im Landtag sitzt. In Herne wird Horst Schierek von Frank Dudda, zurzeit SPD-Fraktionschef in Herne, als Kandidat der SPD abgelöst. Dudda ist 51 und damit 16 Jahre jünger als sein Vorgänger Schierek (67), der seit 2004 an der Spitze des Rathauses von Herne steht.

Oberhausener Genossen nominieren Kämmerer

In Oberhausen tritt Klaus Wehling (68) nicht mehr an. Seit 2004 führte er die Geschäfte im Oberhausener Rathaus. Sein Nachfolger soll in diesem Jahr der derzeitige Kämmerer Apostolos Tsalastras (50) werden – darauf einigten sich die Genossen vor Ort schon Ende vergangenen Jahres einvernehmlich.

Dortmund wählte OB 2014

In Dortmund findet im September keine Bürgermeisterwahl statt. OB Ullrich Sierau (59) war bereits im Rahmen der Kommunalwahl 2014 wieder gewählt worden. Im ersten Wahlgang hatte er allerdings keine Mehrheit bekommen - erst die Stichwahl entschied.