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Wo Musik Schule macht

19.02.2010 | 16:08 Uhr
Wo Musik Schule macht

Zwei Bläserklassen und die Bigband der Holzkamp-Gesamtschule spielten am Donnerstagabend im Foyer der Schule.

Die Aula ist erfüllt von Stimmengewirr – vier Bläserklassen sitzen auf der Bühne, das sind beinahe mehr Musiker als Zuhörer. Aber nur beinahe. Mit einem Mal nimmt das Schlagzeug mit Trommel und Tuba einen Rhythmus auf und von oben über die Treppe kommt die 8b der Holzkamp-Gesamtschule – alle mit ihren Blasinstrumenten, lauthals spielend. Mit „Everybody needs somebody” von den Blues Brothers ziehen sie ein und eröffnen das Konzert der Bläserklassen.

Drei Tage lang wurde

intensiv geprobt

Nach drei Tagen MIT, den schon traditionellen Musikintensivtagen der Schule, an denen zehn Stunden pro Tag geprobt und musiziert wurde, präsentieren sich die Klassen gut aufgelegt. Die Schüler der achten Klasse, die in der fünf mit dem Musizieren im Klassenverband begonnen haben, treten zum letzten Mal gemeinsam auf, denn hier endet ihre „Bläserklasse”. Dafür aber können sie auch am meisten und wagen sich an die schwersten Lieder. Mit viel Schwung und Pathos spielen sie so Filmmusik aus dem „Phantom der Oper”, bei dem gruselige Zusammenklänge des berühmten Musicals das Horrorszenario nachzeichnen. Unterstützt vom Schlagzeug wird den Klarinetten, Flöten, Trompeten, Posaunen und Tubas der Rhythmus vorgegeben. Den Schülern macht das Spielen sichtlich Spaß, auch wenn nicht jeder Ton immer sitzt. Das einsame, manchmal doch eher triste Üben zuhause wird durch das orchestrale Zusammenspiel zum sozialen Ereignis. Zudem klingt es gemeinsam schon richtig nach Musik.

Im Publikum sitzen vornehmlich Eltern, die die einzelnen Stimmen ihrer Zöglinge von Zuhause kennen – jedenfalls nicken sie zustimmend im Takt. Mit „Can you feel the love tonight”, dem Elton-John-Klassiker aus „Der König der Löwen” und der Titelmelodie von „Spiderman” – die Jugendlichen sind flexibel und zeigen in verschiedenen Richtungen, was sie können. Dabei spielen sie zwar keine klassische Musik auf ihren klassischen Instrumenten, aber das kann ja noch kommen.

Den Achtklässlern ebenbürtig zeigen sich „The Brass Teens”, die siebte Klasse, die fetzig Lieder aus der WDR-Serie „Der Familie Popolski”, spielen. Aber auch die noch Jüngeren, die erst kürzlich ihre Instrumente erstmalig in die Hand genommen haben, zeigen, dass sie schon üben und gerne weiterlernen wollen.

Rund 80 Musiker standen am Donnerstagabend in der Holzkamp-Schule auf der Bühne – ein wahrhaft gewaltiges Konzert.

Börries Hornemann

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