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Monopoly in Witten

Wittens Schlossallee heißt „Zur Talsperre“

05.01.2016 | 18:38 Uhr
Wittens Schlossallee heißt „Zur Talsperre“
Fühlen sich in der Straße „Zur Talsperre“ rundum wohl: Anette Jarosch (37) mir ihren Kindern Sarah (11) und Lea (2). Foto: Thomas Nitsche - Funke Foto Services

Witten.   Vor 80 Jahren kam das Monopoly-Spiel nach Deutschland. Aber wissen Sie, welche in Witten die teuerste und preiswerteste Straße ist?

Harmlose Familienväter werden zu skrupellosen Immobilienhaien, Kinder bauen Häuser oder Hotels. Wo’s das gibt? Natürlich bei Monopoly. Vor 80 Jahren kam das in den USA erfundene Brettspiel nach Deutschland. Sogar ein „Witten-Monopoly“ wurde im Jahr 2010 auf den Markt gebracht.

„Es war auf 1200 Exemplare limitiert. Die sind längst alle verkauft. Die letzten beiden Spiele haben wir zum Wittener Stadtjubiläum verlost“, erinnert sich Heike Ulrich, Spielwaren-Abteilungsleiterin von Galeria Kaufhof.

Die noble Schlossallee heißt in der Ruhrstadtvariante „Auf Steinhausen“, aus der Parkstraße wird hier der Parkweg. Beides tatsächlich hochpreisige Adressen. Doch sie werden bei den Grundstückspreisen noch getoppt von der Straße „Zur Talsperre“. Zumindest, wenn man der von einem Gutachterausschuss erstellten Bodenrichtwertkarte für Witten glaubt. Bringt es der Parkweg auf 210 Euro pro Quadratmeter und die Bommeraner Straße Dellmannskotten am Trienendorf auf 215 Euro, so liegt „Zur Talsperre“ bei 260 Euro. Diese noble Adresse kennen sie nicht?

Freibad und Wald liegen bei der Straße „Zur Talsperre“ vor der Haustür

Da geht es Ihnen wahrscheinlich wie vielen Wittenern. Denn die kleine Siedlung mit den schmucken, nach der Jahrtausendwende entstandenen Häusern, liegt hoch über dem Annener Freibad, erreichbar über die Ardeystraße.

„Ich wusste gar nicht, dass wir so eine Top-Adresse sind“, meint schmunzelnd Anwohnerin Anette Jarosch (37). Auch die meisten ihrer Nachbarn, die von uns befragt wurden, zeigten sich überrascht von diesem Spitzenwert. „Eigentlich war es ein Zufall, dass wir vor zehn Jahren hierher gezogen sind“, verrät Anette Janosch, die zuvor zur Miete auf dem Sonnenschein wohnte. „Aber wir haben ein Doppelhaus für uns und die Familie meiner Schwester gesucht. So sind wir hier eines Tages vorbeigefahren – und da stand gerade eins leer.“

Auch Tochter Sarah ist begeistert von der Wohnlage: „Ich habe ein großes Zimmer, kann auf unserer verkehrsberuhigten Straße spielen und das Freibad ist ganz nah“, zählt die Elfjährige die Vorzüge auf.

„Das Gesamtpaket stimmt hier: Wald und Schwimmbad sind vor der Haustür, die Nachbarschaft ist gut“, meint ein anderer Anwohner. „Nur die Nahversorgung könnte besser sein. Für ein Brötchen muss man schon ein ganzes Stück joggen oder mit dem Auto fahren.“

Geplanter Ruhrstrand könnte Mühlengraben aufwerten

Am entgegengesetzten Ende der Preisskala, vergleichbar der Badstraße im Monopoly, rangiert in Witten „Am Mühlengraben“ mit hundert Euro pro Grundstücksmeter, knapp darüber die Sprockhöveler Straße mit 110 Euro. „Sicher ist das hier keine grüne Oase. Aber an die vielen Autos gewöhnt man sich mit den Jahren. Und mit dem geplanten Umbau Heven-Ost soll’s ja auch hier bürgerfreundlicher werden“, meint ein 73-jähriger Anwohner, der schon seit seiner Kindheit an der Sprockhöveler Straße wohnt.

Sitzt vor seinem schmucken Fachwerkhaus: Friedrich Kemper (55) wohnt am Mühlengraben. Foto: Thomas Nitsche - Funke Foto Services

Friedrich Kemper vom Mühlengraben vermutet: „Das es hier so preiswert ist, liegt vielleicht daran, dass die umliegenden Straßen Ruhrdeich und Ruhrstraße recht laut sind. Und an dem Obdachlosenasyl gegenüber.“ Der 55-jährige Sanitär- und Heizungsinstallateur wohnt im schmucken Fachwerkhaus am Mühlengraben 5. Er findet’s praktisch: „Ich habe alles vor Ort. Lager, Büro und gepachtete Parkplätze für die Firmenwagen.“ Und beim Kanuslalom auf dem Mühlengraben sitze er im Garten in der „Pole position“. Kemper: „Wenn irgendwann tatsächlich der Ruhrstrand kommt, wird’s hier eine Top-Adresse.“

Michael Vaupel

Kommentare
06.01.2016
07:43
Wittens Schlossallee heißt „Zur Talsperre“
von CarstenRensinghoff | #1

Ich wohne an der (lauten) Sprockhöveler Straße - und ich wohne gerne dort! Ich habe den öffentlichen Personennahverkehr nicht weit von meiner Wohnung...
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Wittens Schlossallee heißt „Zur Talsperre“
Wittens Schlossallee heißt „Zur Talsperre“
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2016-01-05 18:38
Witten