Wittens Bürgermeisterin kritisiert finanziellen Druck

Jahresempfang der IHK-Mittleres Ruhrgebiet im Kunstmuseum der Stadt Bochum mit (v.li.) Thomas Eiskirch, Dirk Glaser, Sonja Leidemann, Jürgen Fiege und Frank Dudda.
Jahresempfang der IHK-Mittleres Ruhrgebiet im Kunstmuseum der Stadt Bochum mit (v.li.) Thomas Eiskirch, Dirk Glaser, Sonja Leidemann, Jürgen Fiege und Frank Dudda.
Foto: Matthias Graben
Was wir bereits wissen
Die IHK Mittleres Ruhrgebiet hatte die Stadtoberhäupter aus Witten, Hattingen, Bochum und Herne zum Empfang geladen. Dort konnten sie loben und kritisieren.

Witten..  Beim Jahresempfang der IHK Mittleres Ruhrgebiet standen Wittens Bürgermeisterin Sonja Leidemann, Bochums Oberbürgermeister Thomas Eiskirch, Hernes Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda und Hattingens Bürgermeister Dirk Glaser WDR-Moderator Tom Hegermann vor mehr als 500 Gästen im Kunstmuseum Bochum eine knappe Stunde lang Rede und Antwort zur Situation und den Zukunftsperspektiven ihrer Städte.

Dabei setzten sie teils unterschiedliche, teils ähnliche Akzente. Wittens Bürgermeisterin Sonja Leidemann prangerte mehrmals die mangelhafte Finanzausstattung der Kommunen durch das Land an. Man brauche dringend Geld „für unsere Infrastruktur“. Der finanzielle Druck auf die Kommunen wachse durch die Aufnahme von Flüchtlingen, der Spielraum zur Gestaltung werde immer kleiner – dies würde insbesondere Kommunen in der Haushaltssicherung, wie Witten, enorm belasten. Sie würde sich wünschen, „nicht so gute Stadtviertel aufwerten“ zu können – doch dafür gebe es kein Geld.

Arbeit und Erholung finden

Wie auch die anderen drei Stadtoberhäupter betonte Hattingens Bürgermeister Dirk Glaser die gewachsene Bedeutung der Hochschulen für die Region. Auch seine Stadt müsse sich neu positionieren, um als „kleinere Stadt“ neben den größeren Nachbarn eine Nische zu finden. Glaser machte deutlich, dass sich Industrie und Tourismus aus seiner Sicht „nicht beißen“. Hattingens Lage sei auf jeden Fall „ein Vorteil“ – und davon ausgehend wolle er in seiner Amtszeit Akzente setzen. Sonja Leidemann pflichtete ihm aus regionaler Sicht – mit Blick auf den „schönsten Radweg Deutschlands, den Ruhrtalradweg“ – bei. Im Ruhrgebiet gehe beides: Arbeit und Erholung finden.

IHK-Präsident Jürgen Fiege hatte zuvor in seiner Begrüßung allen vier Stadtoberhäuptern demonstrativ die Hand zur Zusammenarbeit gereicht. „Ich möchte Ihnen versichern, dass die IHK Mittleres Ruhrgebiet Ihre Arbeit in den nächsten Jahren unterstützen möchte. Wir wollen wie Sie nur das Beste für Bochum, Herne, Witten und Hattingen.“ Gleichzeitig nutzte Fiege den Empfang, um sich bei allen Ehrenamtlichen zu bedanken, ohne die „unsere IHK überhaupt nicht funktionieren würde“. Allein in den Gremien der IHK Mittleres Ruhrgebiet fielen pro Jahr etwa 55 000 Stunden ehrenamtlicher Arbeit an.