Wittenerin schlägt vor: Einfach mal die Ampeln abschalten

Viel befahren ist die Kreuzung Ardeystraße/Husemannstraße/Dortmunder Straße. Eine Anwohnerin wies auf die Belastung durch die Rückstaus in der Husemannstraße hin.
Viel befahren ist die Kreuzung Ardeystraße/Husemannstraße/Dortmunder Straße. Eine Anwohnerin wies auf die Belastung durch die Rückstaus in der Husemannstraße hin.
Foto: WAZ/FotoPool
Drei Bürger besuchten den ersten Verkehrsstammtisch der CDU. Kritik an zuviel und zuwenig Lärmschutz – und an Husemannkreuzung.

Witten..  Die Wittener CDU startet eine neue Reihe von Verkehrsstammtischen. Bei der ersten Ausgabe folgten drei Bürger der Einladung in den Ratskeller. Die nutzten das Forum aber gerne, um Dampf abzulassen.

„Ist das hier der Verkehrsstammtisch der CDU?”, fragt Hartmut Niche (69) in die Runde. Fünf Köpfe nicken zustimmend. „Na dann leg ich gleich mal los. Um es frei nach Heinz Erhardt zu sagen, manche Menschen haben doch nur so große Köpfe, damit sie das Stroh nicht mit den Händen tragen müssen”, beginnt Niche seinen saftigen Vortrag. „Ich komme aus Heven. Und ein Lärmschutz an der A 43 ist völlig überflüssig!” Niche führt aus, dass die Autos bei schönem Wetter kaum zu hören seien. Nur bei Regen höre man leise den Verkehr.

Arnulf Rybicki, Fraktionsvize der CDU, stellte einen Bierdeckel aufrecht hin. „Nehmen wir mal an, das sei der Schallschutz an der A 43”, erklärt er sein Modell. Das Bierglas am Ende des Tisches wird zur Hevener Holland-Siedlung. So erläutert Rybicki die Funktionsweise der von einigen Bürgern geforderten Lärmschutzwand und dass die Verkehrsgeräusche vielleicht nicht für alle Hevener zur Belastung würden, sicher aber für die Holland-Siedlung.

„Vielleicht kann man so einen Lärmschutz auch bei mir in der Schlossstraße bauen”, wirft Frank Rimkus (61) ein. Die befindet sich in Herbede direkt an der A 43. „Das haben sie uns aber schon seit fast elf Jahren versprochen.” Und das sei nur eines der Probleme der Schlossstraße. „Die Straße ist in einem so schlechten Zustand. Trotzdem brettern viele da mit 50 Sachen drüber.”

Julian Fennhahn, CDU-Sprecher im Verkehrsausschuss, schreibt mit. Vor der nächsten Sitzung will er die Probleme in Anträgen festhalten. Manchmal reiche es aber, eine Anfrage an die Stadt zu schreiben. „Dadurch entsteht oft erst ein Problemdruck, und die Missstände regeln sich noch vor dem Ausschuss.”

Dann trägt Heidemarie Pfalz ihr Anliegen vor. „Witten ist die Stadt mit den meisten Ampeln”, käme es ihr vor. Besonders die Kreuzung Husemann-/Ardey-/Dortmunder Straße belaste die Anwohner, durch die Rückstaus in der Husemannstraße. Sie schlägt vor: „Einfach mal die Ampel ausschalten. Dann müssen die Menschen wieder per Blick miteinander kommunizieren.”

„An sich keine schlechte Idee”, meint Arnulf Rybicki, halb im Spaß: „Das sollten wir mal in ganz Witten versuchen . . . ”

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