Wittener zeigt seinen Film über Orchester im Kongo
16.02.2010 | 17:33 Uhr 2010-02-16T17:33:00+0100
Witten. Mehrere Wochen lang hat der Wittener Filmemacher Claus Wischmann das "L'Orchestre Symphonique Kimbanguiste" in Kinshasa begleitet. Sein Dokumentarfilm hat am Mittwochabend bei der Berlinale Premiere.
Der junge Geiger steht mitten in der Millionenmetropole Kinshasa, den Trubel um sich herum blendet er völlig aus. Er ist Mitglied des „L'Orchestre Symphonique Kimbanguiste”, des einzigen Symphonieorchesters Zentralafrikas. Doch von akustisch perfekt ausgeklügelten Proberäumen kann er nur träumen. Der Wittener Filmemacher Claus Wischmann hat das Ensemble begleitet. Sein Film „Kinshasa Symphony” feiert am Mittwoch auf der Berlinale Premiere.
Es wird ein ganz besonderer Moment für Wischmann sein, wenn um 21.45 Uhr das Licht im "Cinema Paris" gedämmt wird und die ersten Bilder über die Leinwand laufen. „Ich bin schon sehr nervös”, gibt Wischmann zu. Kein Wunder – bei der Berlinale tummeln sich die ganz Großen des Filmgeschäfts. Mit hunderten andere Filme ging „Kinshasa Symphony” ins Rennen um die Teilnahme an der Berlinale – und wurde ausgewählt. „Dass das geklappt hat, ist toll”, freut sich Wischmann. „Was Besseres hätte gar nicht passieren können.” Schon jetzt hätten andere Festivals angefragt, ob er seinen Dokumentarfilm nicht auch dort zeigen wolle.
Es war schwierig, Finanziers zu finden
Noch vor drei Jahren war an Berlinale und roten Teppich überhaupt nicht zu denken. Denn Finanziers für seinen Film zu finden, war zunächst schwierig. Durch Zufall hatte der Wittener von dem Orchester in Kinshasa gehört, dessen Musiker in den letzten 15 Jahren zwei Putschen, mehreren Krisen und einem Krieg trotzten. Die meisten Musiker haben sich das Spielen selbst beigebracht. Sie kümmern sich neben ihrer normalen Arbeit um die Reparatur ihrer Bässe, Geigen und Blasinstrumente, schneidern die Kostüme selbst und organisieren ihre Noten. Oft bleibt ihnen nur der Abend und die Nacht, um zu proben.
Einige dieser Musiker haben Claus Wischmann und sein Kollege Martin Baer begleitet. Zum Beispiel Jose´phine Nsimba: Sie muss jeden Morgen um fünf Uhr raus, um auf dem Markt Omeletts zu verkaufen. Ihre Einnahmen reichen gerade für die Miete. Doch ihr achtjähriger Sohn ist krank und muss operiert werden.
WDR und RBB waren Koproduzenten
„Wir sind sehr offen aufgenommen worden”, erinnert sich Wischmann an die Dreharbeiten im Mai und Oktober. Aber um den Musikern so nahe zu kommen und an ihrem Leben teilzuhaben, dafür mussten die Filmemacher erstmal ihr Vertrauen gewinnen. „Über Gefühle beispielsweise wird dort nur in der Familie geredet”, erklärt Wischmann. Doch mit vielen Gesprächen sei die Annäherung gelungen. „Die Musiker haben gemerkt, dass wir die Sache ernst nehmen.”
Bei der Berlinale-Premiere heute Abend sind vier der Musiker aus Kinshasa mit dabei. Mehr ließ der Kongo trotz einer eindringlichen Bitte des Berlinale-Leiters Dieter Kosslick nicht ausreisen, bedauert Claus Wischmann. Ein besonderer Augenblick ist die Premiere aber dennoch für alle. Denn der Film zeigt den Zuschauern eine Welt, in der die Musik trotz aller Schwierigkeiten den Menschen Mut macht.
Der Film wurde vom WDR und dem Rundfunk Berlin-Brandenburg koproduziert. Fördermittel kamen von der Filmförderungsanstalt FFA, Medienboard Berlin-Brandenburg, der EU und dem Deutschen Filmförderfonds. Die Schirrmherrschaft hat die deutsche Unesco-Kommission. In die Kinos soll der Film im April oder Mai kommen.
09:35
Bei der Berlinale-Premiere heute Abend sind vier der Musiker aus Kinshasa mit dabei. Mehr ließ der Kongo trotz einer eindringlichen Bitte des Berlinale-Leiters Dieter Kosslick nicht ausreisen,
ja ja die armen schwarzen,
auf die vier muest ihr aufpassen, die koennten die
idee bekommen, und in d/land bleiben