Wittener zeigen Gesicht gegen häusliche Gewalt

Dr. Edelgard Priddat (v.l), Katharina Teller und Lydia Knier übergaben 4000 Euro an Andrea Stolte (2.v.r) von der Frauenberatung EN.  Gleichzeitig präsentierten sie ihre neue Plakat-Kampagne.Foto: Thomas Nitsche - Funke Foto Services
Dr. Edelgard Priddat (v.l), Katharina Teller und Lydia Knier übergaben 4000 Euro an Andrea Stolte (2.v.r) von der Frauenberatung EN. Gleichzeitig präsentierten sie ihre neue Plakat-Kampagne.Foto: Thomas Nitsche - Funke Foto Services
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Was wir bereits wissen
Soroptimistinnen suchen Mitstreiter für ein nachhaltiges Projekt. 361 Menschen wurden schon gefunden.4000 Euro Spende gehen an Frauenberatung EN.

Witten..  Rund 100 Soroptimistinnen suchen 1000 Stimmen gegen häusliche Gewalt. 361 haben sie im letzten Jahr bereits gewonnen. „Darauf sind wir sehr stolz“, betont Edeltraut Priddat. „Frauen und auch Männer aus der Ruhrstadt haben dem Projekt ihre Stimme gegeben.“

Eine Stimme bedeutet ein Euro pro Monat oder zwölf Euro im Jahr. Das ist ein kleiner Betrag für den Einzelnen. Wenn 1000 Menschen mitmachen, hat diese Summe eine große Wirkung für die Arbeit der Frauenberatung im Ennepe-Ruhr-Kreis.

Mit zahlreichen Aktionen unterstützen die engagierten Frauen aus den drei Wittener Service-Clubs selbst diese einmalige Idee. So kamen 4000 Euro im letzten Quartal zusammen. „Dieses Geld ist für das 1000-Stimmen-Projekt bestimmt. Also für die Frauenberatung“, ergänzt Lydia Knier. Für wichtige Zusatzangebote soll dieses Spende jetzt verwendet werden. „Für Sozialberatung, Begleitservice und Sprachkurse brauchen wir zusätzliche Honorarkräfte, doch deren Bezahlung würde unser Budget sprengen“, sagt Leiterin Andrea Stolte.

Jede vierte Frau ist von Gewalt betroffen

Sie findet das 1000-Stimmen-Projekt hervorragend. „Wir sind glücklich, wenn wir monatlich einen festen Betrag zusätzlich haben“, freut sie sich. „Das gibt uns mehr Planungssicherheit und den ratsuchenden Frauen kurzfristige Unterstützung.“ Dass das Projekt gut ist, darüber sind sich alle einig. Aus diesem Grund wollen die Soroptimistinnen auch, dass die Idee noch bekannter in der Ruhrstadt wird.

Sie haben sich etwas Neues ausgedacht – eine Plakataktion. Sie fragen die Bürger, ob sie bereit sind, eine konkrete Aussage gegen Gewalt zu machen und öffentlich mit ihrem Namen und Konterfei dazu zu stehen. Jeweils sechs Statements kommen auf ein DIN-A-3-Plakat. „Wir hängen diese in Geschäften und Praxen auf“, so Katharina Keller. „So wollen wir die Bevölkerung für das Thema häusliche Gewalt sensibilisieren.“

Sechs Plakate mit insgesamt 26 Köpfen haben die Frauen schon. Weitere sind in Planung. „Für diese öffentlichen Statements suchen wir noch Mitstreiter, die Gesicht zeigen wollen“, so Edeltraut Priddat. Sehr persönliche Gedanken haben die Wittener bislang geäußert. „Ich bin dabei, weil Gewalt niemals das richtige Mittel ist“ oder „... weil Frauen und Kinder, die von Gewalt betroffen sind, die bestmögliche Hilfe und Unterstützung brauchen.“ Mit dieser Kampagne soll jeder im Alltag und beim Einkaufen dran erinnert werden, dass Gewalt in Witten keinen Platz hat. Und dass ganz viele Menschen so denken. Denn schließlich ist jede vierte Frau von Gewalt betroffen. Die 1000-Stimmen-Aktion ist ein vorbildliches und nachhaltiges Pilotprojekt der Wittener Clubschwestern. Eifrig werben sie weiter, um die 1000 tatsächlich „voll“ zu kriegen.