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Kriminalität

Wittener wütete mit Baseballschläger wie im Wahn

14.08.2012 | 18:50 Uhr
Wittener wütete mit Baseballschläger wie im Wahn
Mit Streichhölzern wollte der Unruhestifter das Quad von Jörg F. abfackeln.

Witten.   Ein 32-jähriger Witteners hat am hellichten Tag mit einem Baseballschläger Fensterscheiben und Laternen demoliert. Die seltsame Wut-Tour hat in Wittens Stadtmitte eine verunsicherte Anwohnerschaft hinterlassen.

Ein 32-jähriger Wittener hat in der Steinstraße (Innenstadt) für Angst und Schrecken gesorgt. Mit einem Baseballschläger bewaffnet zog er durch die Straße, zertrümmerte Fensterscheiben, zündete ein Quad an und demolierte Laternen. Die Anwohner sind einen Tag später noch geschockt.

Bei Jörg F. zerbarsten am hellichten Nachmittag plötzlich die Scheiben. Sein Schwager und Neffe sind gerade zu Besuch. Die drei Männer basteln an einem Modellbau-Hubschrauber, als eine leere Flasche Klosterfrau Melissengeist das Glas zerstört und an der Küchenwand zersplittert.

„Erst habe ich gedacht, in der Küche wäre etwas aus Versehen auf den Boden gefallen“, sagt der Wittener. Doch nachdem der Randalierer mit dem Baseballschläger ein zweites Fenster eingeschlagen hatte, kam die Angst. „Er hat geschimpft, ich hätte ihm schlechten Stoff verkauft“, erinnert sich der Augenzeuge und schüttelt den Kopf. Die beiden Männer kennen sich laut F. nur flüchtig. Vor einiger Zeit waren sie sich über einen Laptopkauf nicht einig geworden.

Randalierer zündelte am Quad

Der unter Alkoholeinfluss stehende Täter - Klosterfrau Melissengeist hat einen 79 prozentigen Alkoholgehalt - tobt weiter. Der Störenfried macht sich an dem Quad, einem vierrädrigen Moped, zu schaffen. Mit Streichhölzern will der 32-Jährige das unter dem Küchenfenster abgestellte Fahrzeug anstecken. „Auf dem Trittbrett hat er eine ganze Schachtel angezündet“, sagt Jörg F. Dies hätte böse Folgen haben können. „Der Tank war voll.“ Zum Glück erfasst das Feuer nicht den Benzintank. Es bleibt bei angekokelten Trittbrettern.

Bevor der Randalierer die Steinstraße erreicht, hat er schone eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Am frühen Nachmittag irrte er bereits am Saalbau herum, schlug mit dem Baseballschläger gegen Laternen und Schaukästen. Ortrud Ruppik und Ramona Haffke beobachteten das gewalttätige Treiben, als sie mit ihren Hunden Gassi gingen.

„Schon von weitem haben wir dem Mann angesehen, dass er alkoholisiert war“, meint Ortrud Ruppik. Da hatte der Randalierer die Flasche Melissengeist noch in der Hand. Die beiden Frauen hielten erst einmal Abstand. „Wir hatten Angst, einen auf die Glocke zu kriegen“, sagen die beiden.

Nachbarn entwaffnen Störenfried

Rund eine Stunde trieb der 32-Jährige rund um die Steinstraße sein Unwesen. An dem Haus, wo er die Scheiben zerstört hatte, wollte er keine Ruhe geben. Wegen des Lärms sind weitere Anwohner hinzugekommen. Zwei Nachbarn von Jörg F. versuchen den Widersacher zu vertreiben. Doch der Mann wehrt sich heftig.

Mit dem Holzschläger teilt er jetzt auch noch gegen die Anwohner aus. Einer von ihnen verletzt sich leicht an der Hand. Doch letztlich gelingt es den beherzt eingreifenden Männern, dem Randalierer seine Waffe abzunehmen. Der Baseballschläger ist bei dem aggressiven Streifzug selbst kaputt gegangen. „Daran sieht man, mit welcher Wucht der Kerl zugeschlagen hat“, meint Anwohner Jörg F.

Ohne Waffe zog sich der 32-jährige Wittener schließlich zur Bergerstraße zurück. Dort griffen ihn die inzwischen alarmierten Polizisten auf, die mit drei Streifenwagen vorgefahren waren. Der Randalierer war kaum ansprechbar. Der Mann wurde letztlich in eine psychiatrische Einrichtung überführt.

Zurück lässt er verunsicherte Anwohner. Jörg F. denkt sogar über einen Umzug nach. Ein weiteres Zusammentreffen will er vermeiden. Der Landschaftsgärtner macht sich Sorgen: „Ich darf gar nicht daran denken, was gewesen wäre, wenn meine beiden Kinder etwas abbekommen hätten.“

Stefan Rebein

Kommentare
15.08.2012
11:22
Wittener wütete mit Baseballschläger wie im Wahn
von rally | #4

Also das wundert mich auch, über eine Stunde hat es gedauert bis die Polizei vor Ort ist. Warum greifen die Menschen nicht ihr Handy und rufen 110?...
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2012-08-14 18:50
Witten