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Wittener wollen Studienträume erfüllen

07.02.2016 | 21:22 Uhr
Wittener wollen Studienträume erfüllen
Großer Moment: die Gründung der „Chancen“-Genossenschaft im Arbeitscafé „Raum“ an der Wiesenstraße 25. FFoto: Jürgen Theobald

Witten.   Erst studieren, dann zahlen: Wittens Erfolgsmodell soll auf andere Unis übertragen werden. „Chancen“-Genossenschaft hat schon über eine Mio Euro.

Das erfolgreiche Modell des „Umgekehrten Generationenvertrags“ an der Wittener Uni, bei dem Studienbeiträge erst ab Eintritt ins Erwerbsleben bezahlt werden müssen, wird bald bundesweit angeboten. Dazu ist am Wochenende (6. 2.) im Arbeitscafé „Raum“ an der Wiesenstraße 25 eine „Chancen“-Genossenschaft gegründet worden.

Vielleicht ist diese 25 ja eine Glückszahl: Denn genau so viele Gründungsmitglieder trafen sich nun dort.

Die beiden Vorstände der „Chancen e. G.“, Florian Kollewijn (26) und Olaf Lampson (23), waren selbst Vorstände der Studierenden-Gesellschaft und haben maßgeblich zur Weiterentwicklung des Modells an der Wittener Uni beigetragen. „Wenn es damals vielleicht auch nicht revolutionär war, so war es zumindest komplementär zu bestehenden Unis“, so die beiden zum Start des „Umgekehrten Generationenvertrags“ 1995. Mit dem jeweils zurückgezahlten Geld wurden wieder neue Studenten gefördert. Das System der Studierenden-Gesellschaft sei „ideel und professionell“, wofür die aktuelle Bilanzsumme von 20 Mio Euro spricht.

Erst Studenten an privaten, später auch an staatlichen Hochschulen fördern

Bis dahin dürfte es zwar für die „Chancen“-Genossenschaft noch ein weiter Weg sein: Aber immerhin wurden zum Start bereits eine Million Euro eingesammelt. Und zwar von den beteiligten Institutionen Stiftung Evidenz und Investmentgesellschaft Concolor AG in der Schweiz sowie der GLS Treuhand in Bochum, einer Schwester der dortigen GLS Bank. Wer bei der „Chancen“-Genossenschaft mitmachen möchte, kann das grundsätzlich mit mindestens fünf Anteilen zu je hundert Euro, Studenten mit mindestens einem Anteil zu hundert Euro. Der Beitritt ist nach Eintragung ins Genossenschaftsregister unter www.chancen-eg.de möglich.

„Laut Statistik entscheiden sich 18 Prozent der Befragten aus finanziellen Gründen gegen ein Studium. Dem wollen wir entgegenwirken“, so Joachim Rang, künftiger Aufsichtsratsvorsitzender der „Chancen“-Genossenschaft und Leiter des Vermögensmanagements der GLS Treuhand. „Anfangen werden wir mit der Studentenförderung an vier privaten Ausbildungseinrichtungen. Aber wir wollen unsere Aktivitäten zügig auf staatliche Universitäten ausweiten“, sagt der 40-jährige Wirtschaftswissenschaftler, der selbst an der Wittener Uni studierte.

Die ersten 40 Studenten werden ab Sommersemester gefördert

Im Sommersemster will das „Chancen“-Team die ersten 40 Studenten fördern, im Wintersemester sollen es nochmal 80 Leute werden. Ausgewählt werden Studenten der Medizinischen Hochschule Brandenburg, die Ärzte ausbildet, der im Gesundheitswesen tätigen Praxishochschule Köln, der für Politologen zuständigen Hertie School in Berlin sowie der dort ebenfalls ansässigen Games Academy, die Spieledesigner ausbildet.

Die „Chancen“-Vorstände Florian Kollewijn und Olaf Lampson haben sich für die Zukunft ehrgeizige Ziele gesteckt: „Bis zum Jahr 2020 wollen wir über 700 Studenten gefördert und zwölf Millionen Euro ausgeliehen haben.“

Michael Vaupel

Kommentare
08.02.2016
08:19
Erst studieren dann zahlen
von p.s.a | #1

eine wunderbare Idee, die in den 1970igern in reiner Form Realität in Deutschland und anderswo war.

Erst wurde studiert, und dann wurde bezahlt....
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2016-02-07 21:22
Witten