Wittener Wanderfreunde feiern 125. Geburtstag

Der Sauerländische Gebirgsverein (SGV), Sektion Witten und Umgebung, feierte sein 125-jähriges Bestehen auf dem Gelände der Zeche Nachtigall mit vielen Besuchern.
Der Sauerländische Gebirgsverein (SGV), Sektion Witten und Umgebung, feierte sein 125-jähriges Bestehen auf dem Gelände der Zeche Nachtigall mit vielen Besuchern.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Ortsgruppe Witten des Sauerländischen Gebirgsvereins (SGV) feiert e Geburtstag. Nicht mit einer Wanderung, sondern auf der Zeche Nachtigall.

Witten..  Das Rennsteiglied auf einer Zeche im Ruhrgebiet? Das passt doch irgendwie nicht zusammen. Verwundert biegt die fünfköpfige Wandergruppe aus Hagen auf das Gelände der Zeche Nachtigall ein. Sie folgt den Klängen des bekannten Wanderlieds und steht schließlich vor einem beschwingt singenden Männerchor. Rund 300 Besucher hören zu und schunkeln mit. „Na, was ist denn hier los?“, fragt sich Hans Eisleben (64). Eigentlich wollten er und seine Hagener Freunde nur auf dem Rundwanderweg A3 das Muttental erkunden.

Doch sie sind hier, bei der Jubiläumsfeier des SGV-Witten, genau richtig gelandet. Die 160 Vereinsmitglieder haben sich nämlich das Wandern auf die Fahne geschrieben. „Frisch auf“, so lautet der Wandergruß seit 125 Jahren. Am Sonntag feiern sie auf dem Gelände des Industriemuseums ihr Bestehen. Wanderschuhe brauchen die Besucher heute nicht, dafür aber gut geölte Stimmen. Denn Volkslieder wie „Horch, was kommt von draußen rein“ oder „Im Frühtau zu Berge“ müssen bei jedem Naturburschen sitzen. Den Ton geben die Kutscherhausjungen aus Wattenscheid an.

Auch Volker Westheide (52) hat schon fleißig mitgesungen und blickt nun zufrieden über den Festplatz. Für die nächsten Jahre wünscht sich der zweite Vorsitzende des Vereins vor allem: „Dass uns diese schöne Stimmung im Verein erhalten bleibt und wir weiterhin viele Menschen für das Wandern begeistern können.“

Birte Heidemanns Jubiläumswünsche gehen noch einen Schritt weiter: „Natürlich soll der Spaß am Wandern immer im Vordergrund stehen. Aber auch ernste Themen wie Umwelt- und Naturschutz sollten im Verein einen größeren Stellenwert bekommen.“ Seit drei Jahren setzt sich die 41-Jährige im SGV-Witten dafür ein und hat die Funktion des Wegewarts übernommen. Gemeinsam mit anderen Mitgliedern ist sie für die richtige Beschilderung der Wanderwege zuständig. Damit sich zum Beispiel auch die Gruppe aus Hagen nicht verläuft, erneuern die Wegewarte regelmäßig die Bezeichnungen an den Bäumen. Für 240 Kilometer Strecke sind sie insgesamt verantwortlich.

Den Verein plagen Nachwuchssorgen

Auch die 86-jährige Magdalene Wolf ist auf dem Festplatz unterwegs. Seit über 30 Jahren ist sie im Verein und kennt die meisten Wanderwege genau. „Jetzt laufe ich aber nur noch vom Wasserturm in Bommern bis zur Steigerhütte.“

Die Steigerhütte ist das Vereinsheim des SGV-Witten. Hier starten die Mitglieder jeden Mittwoch und Sonntag zum Wandern. Wie viele Vereine hat auch der SGV Nachwuchssorgen. So liegt das Durchschnittsalter mittlerweile bei über 70 Jahren. Das können die spontanen Gäste aus Hagen nicht verstehen. Sie haben sich mit selbst gebackenem Kuchen und Bratwurst gestärkt und wollen weiter auf dem Rundweg. „Alles Gute zum 125.“, ruft einer noch, bevor die Gruppe im grünen Muttental verschwindet.