Wittener Waldorfschüler stürzt in Wolfsschlucht

Foto: imago/Eibner
Was wir bereits wissen
Bei einer Klassenfahrt der Blote Vogel Schule in die Eifel spielte der Junge wohl zu nah an der Felskante. Er kam mit einem gebrochenem Arm davon.

Witten..  Glück im Unglück hatte ein zwölfjähriger Junge, der die Blote Vogel Schule besucht. Bei einem Klassenausflug in der Vulkaneifel stürzte er am Dienstag in der Wolfsschlucht einen sechs Meter tiefen Abhang hinab. Dabei brach er sich einen Arm.

„Wir haben eine Vulkan-Exkursion unter sachkundiger Führung gemacht“, erzählt eine Lehrerin, die mit der sechsten Klasse von Montag bis Freitag auf großer Fahrt und in einem Jugend-Hüttendorf untergebracht ist, am Telefon. 29 Kinder und vier Erwachsene waren auf dem Wanderweg entlang der Wolfsschlucht zwischen Manderscheid und Bettenfeld unterwegs. Mittags hätten sie eine Rast eingelegt und ein Picknick gemacht. Dabei sei der Sturz geschehen – wohl ohne Fremdverschulden. Vermutlich, so auch die Auffassung der Polizei, hatte der Junge zu nah an der Felskante gespielt.

Mit Rettungshubschrauber ins Krankenhaus gebracht

Er sei aber ansprechbar gewesen und habe geweint: Sein Arm tue ihm weh. Nach dem ersten Schrecken war schnell der Notruf abgesetzt – in diesem Moment die einzige Möglichkeit, Hilfe zu holen, denn sonst habe dort kein Netzempfang bestanden, so die Lehrerin. Rettungskräfte der Feuerwehr und des DRK waren kurze Zeit später vor Ort. Der Junge wurde mit dem Hubschrauber in ein Wittlicher Krankenhaus geflogen und gründlich untersucht. Doch alles sei tatsächlich glimpflich verlaufen: „Der Junge hat viel Glück gehabt“, sagt Polizeihauptkommissar Martin Nellinger. Ob möglicherweise die Aufsichtspflicht verletzt wurde und deswegen Ermittlungen wegen fahrlässiger Körperverletzung aufgenommen werden, steht laut Nellinger noch nicht fest: Der Fall werde an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet.

„Der Junge wird heute entlassen“, sagt die Lehrerin, die das Kind besucht hat. Wie der Waldorfschüler nach Witten transportiert wird, sei noch unklar: Vermutlich werde ein kleiner Bus der Blote Vogel Schule eingesetzt. Auch die Mutter, die selbst kein Auto hat und wegen des Bahnstreiks nicht mit dem Zug anreisen konnte, habe inzwischen eine Mitfahrgelegenheit gefunden.

Jedes Jahr ab dem vierten Schuljahr bietet die Schule am Annener Berg eine gemeinsame Fahrt an, um den Klassenzusammenhalt zu stärken. Und, wie in diesem Fall, die Natur zu erfahren. „Es ist schade, dass der Junge jetzt nicht weiter dabei sein kann“, bedauert seine Lehrerin. Trotzdem sei die Stimmung beim Rest der Waldorfschüler inzwischen wieder ganz gut. „Es war ein aufregender Tag“, sagt sie. Doch es wird hoffentlich nicht das einzige Erlebnis sein, dass den Kindern in Erinnerung bleibt.