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Wittener Unternehmer bringt Kaffee an den Arbeitsplatz

07.01.2016 | 17:42 Uhr
Wittener Unternehmer bringt Kaffee an den Arbeitsplatz
Martin Sesjak bringt mit Coffee at work den Kaffee in die Unternehmen.Foto: Volker Hartmann

Witten.   Mit seiner Firma Coffee at work mischt der Wittener Martin Sesjak die Kaffeeautomaten-Branche auf. In diesem Jahr will er 25 Arbeitsplätze schaffen.

162 Liter Kaffee tranken die Deutschen 2014 im Durchschnitt. Das Lieblingsgetränk verzeichnet von Jahr zu Jahr neue Wachstumsraten. Auch an den Arbeitsstätten gewinnt Kaffeegenuss an Bedeutung. Von diesem Trend profitiert auch die Wittener Firma Coffee at work, die Unternehmen mit Kaffeeautomaten ausstattet.

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Die Szenen aus deutschen Krimis kennt jeder: Erst tritt der gestresste Kommissar wutentbrannt gegen die große Maschine, weil sie den Becher nicht ausspucken will. Und dann schüttet der Polizist den Kaffee angewidert in den Ausguss, weil er ungenießbar ist. Das bittere Image für Kaffee aus Großautomaten will Martin Sesjak aus der Welt schaffen. „Guten Kaffee am Ar­beitsplatz anzubieten, ist auch eine Form der Wertschätzung für die Mitarbeiter“, sagt der Wittener, der das Unternehmen im Jahr 2005 gegründet hatte.

Schwerpunkt liegt im Ruhrgebiet

Nicht nur in den heimischen Küchen stehen immer mehr teure Kaffee-Vollautomaten, Kapsel- oder Pad-Maschinen. Sesjak: „Es gibt auch einen Trend, Kaffeespezialitäten an den Arbeitsplatz zu bringen.“ Inzwischen stehen rund 4000 Automaten der Firma Coffee at work in Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen. Sie kochen 12 000 Tassen pro Stunde. „Wir sind deutschlandweit tätig. Unser Schwerpunkt liegt aber im Ruhrgebiet“, sagt der Kaffee-Manager. Gestartet mit nur einer Sekretärin, gehören inzwischen knapp 100 Menschen zur Belegschaft. Im kommenden Jahr, kündigt Sesjak an, sollen weitere 25 Arbeitsplätze in der vergrößerten Wittener Werkstatt entstehen. In diesem Jahr machte Coffee at work acht Millionen Euro Umsatz. Tendenz steigend. Der Chef hat ehrgeizige Pläne: „Wir wollen jährlich 1000 Neukunden gewinnen und zweistellig wachsen“, kündigt er an.

Vom Porzellan zum Kaffeegeschäft

Sesjak hat Gefallen gefunden am Kaffeegeschäft, dabei wollte er als Jugendlicher eher eine sportliche Karriere machen. Bei den Fußballclubs VfL Bochum und Wattenscheid 09 galt er mal als Nachwuchshoffnung. Sein Vater, ein Wittener Gastronom, drängte den Sohn, Abitur und eine Ausbildung bei der Volksbank zu machen.

„Ich wollte aber nicht auf Dauer das Geld anderer Leute zählen“, begründet Sesjak seinen Entschluss, zur Porzellan-Manufaktur Rosenthal zu wechseln. Die setzte ihn im ehemaligen Jugoslawien als Porzellanverkäufer in der dortigen Gastronomie ein. Doch dann kam der Balkankrieg. Porzellan war in der Kriegsregion nicht länger gefragt. Sesjak sattelte um und rüstete fortan Uno und Nato auf dem Balkan mit Infrastruktur aus.

Name vom Kaffeeröster Melitta gekauft

Als der Krieg beendet war, verlagerte der Unternehmer sein Gastronomiegeschäft ins Ruhrgebiet und nahm Küchenplanungen in sein Portfolio auf. „Zu unseren großen Projekten gehörten die deutschen Vapiano-Restaurants und das Renaissance-Hotel in Bochum.“ Als er sich zunehmend über den Kaffeeautomaten im eigenen Betrieb ärgerte, weil die Filter aus waren und die Maschine ständig kaputt ging, kam Sesjak auf die Idee, das Geschäft mit den Heißgetränken selbst zu betreiben. Nach mehreren Versuchen gelang es ihm, dem Kaffeeröster Melitta den Namen Coffee at work abzukaufen. Den trug eine gescheiterte Tochterfirma, die sich im Service-Geschäft tummeln sollte. „Alle anderen klangvollen Namen für die neue Firma waren schon besetzt“, erinnert er sich.

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2005 ging Sesjak mit Coffee at work an den Start. Das Gastronomie- und Küchengeschäft gab er sukzessive ab. Seit 2010 konzentriert sich der Wittener ganz auf den Kaffee und will sich mit seiner Philosophie von den Wettbewerbern absetzen. „Bei uns gibt es keine Vertragslaufzeiten“, betont Sesjak. Abgerechnet werde nach der Zahl gezapfter Kaffeeportionen. Je mehr getrunken werde, desto niedriger falle der Preis pro Tasse aus. Der Unternehmer spricht von einer Spanne zwischen 41 und 30 Cent. Wartung und Befüllung der Maschinen werden von Witten aus gesteuert. Sesjak: „Mit unserem fairen Konzept haben wir den deutschen Bürokaffee-Markt kräftig umgekrempelt.“

Frank Meßing

Kommentare
09.01.2016
07:06
#5 Nazischläger statt Migrantenschläger
von p.s.a | #6

bringt uns alle nicht weiter.

Nicht die Herkunft ist das Problem, das Problem sind Schläger.

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Wittener Unternehmer bringt Kaffee an den Arbeitsplatz
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2016-01-07 17:42
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