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Eislaufen Hammerteich

Wittener trotzen Verbot

12.02.2012 | 18:10 Uhr
Wittener trotzen Verbot
Von zahlreichen Schlittschuhläufern wurde der Hammerteich bevölkert. Foto: Fischer / WAZ FotoPool

Witten.Die Stadt hat den Hammerteich zwar offiziell nicht freigegeben. Aber das störte kaum jemanden, der am Samstag seine Runden auf dem zugefrorenen Gewässer drehte. Zeitweise tummelten sich um die 100 Läufer auf der dicken Eisdecke.

Sie kommen in Scharen, viele mit, manche auch ohne Schlittschuhe, andere mit Schlitten, auf dem sich die Kinder über das Eis ziehen lassen. Die Wittener lassen sich das Vergnügen auf dem Hammerteich nicht nehmen. Die meisten ignorieren das Schild „Betreten der Eisfläche verboten“.

Ursel Nietzke (49) hat keine Bedenken, wenn sie mit ihren Kindern und ihrem Mann Mathias auf dem Eis Schlittschuh läuft und Hockey spielt. „Wenn an der Insel im hinteren Bereich des Teichs die Eisdecke schon relativ dick ist, hat sie in der Mitte mindestens 20 Zentimeter“, meint die Wittenerin. Ohne Angst lässt sie ihre Söhne Eishockey spielen. Schließlich bekommt man diese Gelegenheit eher selten. „In den Eishallen dürfen die Jungs nie Hockey spielen. Deswegen sollen sie sich hier austoben.“

Der vierjährige Felippo lässt es da eher ruhiger angehen. Er liegt mit geschlossenen Augen auf dem Bauch auf einem Schlitten und lässt sich von seiner Mama Claudia Gießmann ziehen. Sie kennt das Schlittschuhlaufen an der frischen Luft noch aus ihrer eigenen Kindheit. „Damals sind wir immer an den Talsperren gewesen und dort aufs Eis gegangen. Das ist viel gefährlicher als der Hammerteich, dessen Eisschicht auf jeden Fall tragend ist“, sagt die Mutter. Dann legt sie sich wieder in die Kufen. Flott gleitet der Schlitten über die glatte Fläche.

So macht der Winter Spaß! Kinder kreischen vor Freude.

Bei strahlendem Sonnenschein kann man glatt vergessen, dass man sich auf zugefrorenem Wasser befindet. Doch wer innehält, merkt schnell, dass das Eis unter den Füßen arbeitet und sich bewegt. Manch ein Wasserbewohner lässt sich von dem ungewohnten Treiben oberhalb der Eisschicht nicht stören. Eine Schildkröte verharrt unter der eisigen Decke am Ufer.

Tobias Flemming und seine Töchter Indra (4) und Soraya (2) beobachten das Tier. Sie kennen es schon gut. „Im Sommer haben wir sie öfter gesehen, als sie am Uferrand paddelte“, so der 39-Jährige. Nach kurzer Zeit haben die Mädchen aber keine Lust mehr und fordern wieder die volle Aufmerksamkeit ihres Papas. In einer Schlittenkolonne mit Tobias Flemming als menschliche Lokomotive vorneweg geht es wieder über den großen gefrorenen Teich.

Franziska Bombach

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Kommentare
13.02.2012
12:11
Peter Pass
von p.s.a | #5

das ist selbstverständlich die beste Lösung, doch wenn die Stadt einfach keinen Bock darauf hat muss man halt andere Lösungen andenken, die unter Umständen sogar privatwirtschaftlich darstellbar sind.

Was nicht geht, ist das der kommunale Hausjurist zufrieden ist, aber dann Menschen einbrechen, weil sie keinen Anhaltspunkt haben wie gefährlich das Eis ist.

1 Antwort
Wittener trotzen Verbot
von Peter.Pass | #5-1

Völlig korrekt gesprochen, p.s.a.!
Wenngleich an meinen Aussagen haarscharf vorbei....
Das städtische Hausjurist hat ÜBERHAUPT keinerlei Aufgabe bei einem derartigen Eisvergnügen, da halt "eigene Gefahr". Das EINZIG(S)TE, was die Stadt zu leisten hätte, wäre die Eisdickemessung. Und, ich schwöre, DLRG usw. wären sofort dabei, wenn man die denn fragen täte.
By the way.... wir sind am Samstag sowohl am (völlig verwaisen, obwohl zugefrorenen) Annener Freibad vorbeidgekommen und später an einem Hagener (oder Wetteraner - zumindest auf der Stadtgrenze dieser beiden Städte). An beiden Freibädern war das alte Wasser drin. In Witten war´s dunkel und öder und leer. In Hagen/Wetter beleuchtet und voller Eisläufer.
Sie und Herr_Matthias haben bestimmt recht, wenn sie die Frage nach der Öffnung durch die Stadtwerke ins Gerede bringen !!!!!

13.02.2012
11:12
Wittener trotzen Verbot
von Peter.Pass | #4

Ach, Leute, warum versucht ihr hier krampfhaft Möglichkeiten für´s nette Eisvergnügen zu finden, wenn die Stadt doch einfach keinen Bock darauf hat?
Wer auch nur ansatzweise über´n Tellerrand schaut, der hat in den letzten Tagen aus ganz Norddeutschland Berichte sehen können, wo selbst großstädtische Bürgermeister glüccklich vor die Kameras treten und das Eis auf diesem oder jenem (durchaus auch größeren) See "freigeben". Die Krux dabei ist nur folgende (und JEDEM norddeutschen Kind schon mit der Muttermilch beigebracht sozusagen): "DAS BETRETEN DES EISES ERFOLGT AUF EIGENE GEFAHR!"
Soll sagen: die jeweilige Kommune gibt (anhand der örtlichen Messungen) zwar "frei", ist aber von der Haftung ausgeschlossen. Die Messungen machen dort mal die Feuerwehr, mal die Kommune selber - je nachdem. Aber GENERELL heißt es dortzulande: ab 14 - 15 cm Eisdicke "Feuer frei".
Warum also wird in Witten und auch den umliegenden Kommunen nicht einfach mal drauf vertraut, dass "der normale Bürger" SELBER weiß, was er zu tun hat oder eben auch nicht? Hierzulande wird immer allles "vorgeschrieben" und erklärt, warum was nicht zu sein hat. Dabei geht´s beim Eisvergnügen letztlich doch nur darum, letztendlich ´ne Eisstärke zu messen. Da braucht man keinerlei Odrnungsamt für (und erst recht nicht den Hinweis, warum grad DAS sowas nicht leisten könne.) Das hätte auch die Feuerwehr machen können - zumal sie ja grad in letzter Zeit dort grad ´ne Übung abgehalten hatte.
Naja, im gesamten norddeutschen Raum kommt dann auch automatisch sowas wie DLRG, Freiwillige Feuerwehr etc pp. und organisiert selbsttätig auch den Glühweinverkauf oder auch Grillwurst oder oder oder. Und ist natürlich, wenn´s mal brenzlich sein sollte, eben auch sofort vor Ort.
Man sieht also: sowas GEHT seit Jahrzehnten auch "ohne Schaden" - wenn man den Bürger nicht stets bevormunden zu meinen müßte ........

13.02.2012
07:33
Das Freibad ist einfach zu klein
von p.s.a | #3

und die Stadtwerke müssten Aufsicht führen. Der Reiz des Hammerteichs ist doch seine Grösse und seine Kostenfreiheit.

Da ist es besser am Kemnader See oder auf einem Sumpfacker der Umgebung eine künstliche Eisfläche zu schaffen. Die ist dann auch länger nutzbar.

Die Gefahr am Hammerteich ist jetzt, da die Stadt nicht mehr misst und ein Schild hingestellt hat, juristisch zwar beseitigt, real existiert sie natürlich weiter. Da kann man nur hoffen, dass alles gut geht.

12.02.2012
19:24
Wittener trotzen Verbot
von Herr_Matthias | #2

Die Stadt Witten könnte ja mal zusammen mit den Stadtwerken überlegen, das zugefrorene Annener Freibad zum Schlittschuhlaufen und Eishockey spielen freizugeben.

12.02.2012
19:24
Vorschlag
von Herr_Matthias | #1

Die Stadt Witten könnte ja mal zusammen mit den Stadtwerken überlegen, das zugefrorene Annener Freibad zum Schlittschuhlaufen und Eishockey spielen freizugeben.

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