Wittener Stadtwerke: „Wettbewerb nimmt weiter zu“

Stadtwerke-Geschäftsführer Andreas Schumski (2.v.li) mit den Hauptabteilungsleitern Rainer Altenberend (Technik, 2.v.r.) und  Neuzugängen Markus Borgiel (Vertrieb, li.) und Christian Potthoff (Personal, r.).Foto: Thomas Nitsche - Funke Foto Services
Stadtwerke-Geschäftsführer Andreas Schumski (2.v.li) mit den Hauptabteilungsleitern Rainer Altenberend (Technik, 2.v.r.) und Neuzugängen Markus Borgiel (Vertrieb, li.) und Christian Potthoff (Personal, r.).Foto: Thomas Nitsche - Funke Foto Services
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Was wir bereits wissen
Die Stadtwerke sehen Bürgernähe als Trumpf. Trotz Digitialisierung bleibt Kundencenter Ruhrstraße. Herausforderung sind Werben um Nutzer und Nachwuchs

Witten..  Die Stadtwerke versorgen aktuell 45 000 von rund 50 000 Wittener Privathaushalten mit Energie.

Das sind zwar zehn Prozent weniger als vor 15 Jahren, aber dennoch könnten sich die Stadtwerker bei solch soliden Zahlen recht entspannt zurücklehnen. „Aber der Wettbewerb wird weiter zunehmen. Also müssen wir permanent den Service im Griff haben“, sagt Geschäftsführer Andreas Schumski.

Um für die Zukunft gerüstet zu sein, hat sich das Unternehmen einiges vorgenommen. Dazu gehören passgenau abgestimmte Angebote für verschiedene Kundengruppen im privaten und gewerblichen Bereich, verstärkte Digitalisierung, Auftritte in sozialen Netzwerken wie Facebook sowie Investitionen in den Bestand und die Erneuerung von Strom- und Gasnetzen. Nicht zu vergessen das Werben um die nächste Mitarbeiter-Generation. „Wir sind voll im demografischen Wandel“, weiß Christian Potthoff, der unter anderem für das Personalwesen der Stadtwerke zuständig ist.

Stadtwerke haben 22 Azubis und 54 Mitarbeiter in Altersteilzeit

In Zahlen heißt das: Von den knapp 280 Mitarbeitern sind 22 Auszubildende, aber auch 54 Personen in Altersteilzeit. „Die werden uns in den nächsten Jahren verlassen. Es ist wichtig, dass ihr Wissen nicht verloren geht, sondern auf die jüngeren Mitarbeiter übertragen wird“, so Potthoff. Der 38-jährige Diplom-Ökonom, selbst Neuzugang der Stadtwerke, will das „Personalmanagement professionalisieren“, um das Unternehmen im scharfen Wettbewerb um Nachwuchs „als attraktiven Arbeitgeber darzustellen.“ Dazu gehörten Überlegungen, künftig ein Duales Studium anzubieten oder Hochschulabsolventen für Praktika oder mit der Möglichkeit, ihre Abschlussarbeit über ein Unternehmensfeld der Stadtwerke zu schreiben, anzusprechen.

Trotz Digitalisierung und hartem Wettbewerb im Energiemarkt seien die bestehenden Stadtwerke-Arbeitsplätze absolut sicher, betont die Geschäftsführung: „Betriebsbedingte Kündigungen sind vollkommen ausgeschlossen.“ Bei freiwerdenden Stellen müsse man natürlich überlegen, ob sie so wieder besetzt werden sollen. Denn Arbeitsplätze und Anforderungsprofile seien in stetem Wandel.

Idee „Neubürgerbonus“: Stromrechnung wäre mit Rabatt in Möbelhaus verbunden

Was auch für Kundenwünsche und Angebote gelte: Für Kunden, die von der Anmeldung bis zur Rechnung auf Erledigung per Computer setzen, wird etwa über einen vereinfachten Online-Tarif nachgedacht. Oder man könnte, so Vertriebsspezialist Markus Borgiel, „Zusatznutzen“ für Kunden schaffen. Beispiel „Neubürgerbonus“: Mit der Stromrechnung in der ersten Wittener Wohnung könnte dann z. B. ein Rabatt in einem Möbelhaus verbunden sein.

Bei allem digitalen Wandel sei eines jedoch unumstößlich, so Geschäftsführer Schumski: „Unser Kundencenter an der Ruhrstraße stellen wir nicht in Frage. Wir wollen zeigen, dass wir nah am Bürger sind. Denn das ist unser Trumpf.“

Beim Windpark vor Borkum mit 40 Anlagen, an dem die Wittener Stadtwerke mit zwei Prozent beteiligt sind und der zwei Jahre Zeitverzögerung hatte, laufe inzwischen alles nach Plan, so Schumski. „Er läuft sogar so gut, dass unsere Partner überlegen, 40 weiter Anlagen dort zu errichten. Aber da sind wir nicht mehr dran beteiligt.“