Wittener SPD-Fraktionschef reagiert auf Vorwürfe Ostermanns

Haben die Bürgermeisterin (re.) oder der Stadtbaurat Informationen an Unternehmer Rolf Ostermann (li.) im Wickmannstreit weitergegeben? Davon geht das Bürgerbündnis aus.
Haben die Bürgermeisterin (re.) oder der Stadtbaurat Informationen an Unternehmer Rolf Ostermann (li.) im Wickmannstreit weitergegeben? Davon geht das Bürgerbündnis aus.
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Was wir bereits wissen
Für SPD-Fraktionschef Richter steht weiter fest, dass die Bürgermeisterin oder der Stadtbaurat Informationen an Rolf Ostermann weitergegeben haben.

Witten..  Der Wickmannstreit geht weiter. Nach der Kritik von Unternehmer Rolf Ostermann am Bürgerbündnis, dem er Verleumdungen und Unterstellungen vorwarf, weil es behauptet, die Bürgermeisterin oder der Stadtbaurat hätten Informationen an ihn weitergegeben, kontert nun SPD-Frakionschef Richter.

Ostermann habe vor der Politik gewusst, dass die Stadt nach ihrer Niederlage vor Gericht eine Berufung prüfen will, das steht für Richter weiter fest. Als Informationsquellen kommen für ihn nur die Bürgermeisterin oder der scheidende Stadtbaurat in Frage.

Richter: Ostermann war vor der Politik im Bilde

Denn als die Politik erstmals im Ältestenrat selbst Kenntnis bekommen habe, hätte der Baudezernent gleich gesagt: Man solle sich keine Sorgen machen, die IHK wolle sich zur Hälfte an den Kosten einer Vorprüfung beteiligen – für Richter ein klarer Beweis dafür, dass Ostermann zu diesem Zeitpunkt als IHK-Vize schon im Bilde war.

„Um nicht missverstanden zu werden: Wir wollen Herrn Ostermann nicht in die Pfanne hauen, sondern nur geklärt wissen, ob die Stadt solche Dinge vor der Politik mit halben Privatpersonen besprechen darf“, erläutert Richter einen entsprechenden Prüfauftrag der großen Koalition an das Rechnungsprüfungsamt.

Unternehmer sei befangen

Ostermann war nach eigenen Angaben von Wickmann-Investor Michael Schöpke bzw. dessen Anwalt am 24. November über das Urteil im Streit um die Nutzung der Annener Gewerbefläche informiert worden. Von einer Berufung der Stadt sei damals noch gar nicht die Rede gewesen, so Richter. Als Ostermann der Verwaltung später eine Kostenbeteiligung anbot, hätte diese ablehnen müssen, meint der SPD-Politiker, zumal der Unternehmer als Verfahrensbeteiligter befangen sei (er hat ein Grundstück auf der Wickmannfläche). Zuallererst hätte die Politik informiert werden müssen – über die Absicht der Stadt, Nichtzulassungsbeschwerde einzureichen, und die Ostermann-Offerte.