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Wittener Sparkasse schließt drei weitere Filialen

19.02.2016 | 14:07 Uhr
Wittener Sparkasse schließt drei weitere Filialen
Der Sparkassenvorstand verkündete am Freitag öffentlich das Aus für die Filialen Wideystraße, Schnee und Sonnenschein. Von rechts: Vorstandsvorsitzender Ulrich Heinemann, Direktor Arno Klinger und Vize Olaf Michel.Foto: Thomas Nitsche

Witten.  5000 Girokonteninhaber an der Wideystraße, am Schnee und Sonnenschein sind betroffen. Von einst 17 Filialen blieben dann noch elf. Kommt noch mehr?

Zwei Jahre nach Schließung der ersten drei Sparkassenfilialen in Witten plant das Kreditinstitut den nächsten Einschnitt. Im Sommer (voraussichtlich Ende August) will sie die Zweigstelle Wideystraße dicht machen, zum Jahresende Schnee und Sonnenschein.

Kommentar
Sparkasse darf Wettbewerbsvorteil nicht verspielen

Die Sparkasse dünnt ihr Filialnetz weiter aus. Ende 2013 waren es noch 17 Zweigstellen,  drei Jahre später werden es nur noch elf sein. Da bleibt die Kundennähe buchstäblich auf der Strecke. Natürlich muss das Geldinstitut aktuellen Entwicklungen wie Online-Banking Rechnung tragen und reagieren, wenn eine Filiale kaum noch besucht wird oder Kosten aus dem Ruder laufen. Aber ist es so?

Nehmen wir das wohlhabende Schnee, wo viele eng mit ihrer Zweigstelle verbunden sein dürften. Glaubt die Bank wirklich, sie mit Überweisungen via Internet oder mobiler Beratung zufriedenstellen zu können? Die Sparkasse hat sich den regionalen Bezug auf die Fahnen geschrieben. Das ist ihr großer Wettbewerbsvorteil. Sie sollte ihn nicht leichtfertig verspielen

Vorstandschef Ulrich Heinemann (56) hat sich am Donnerstagabend bereits grünes Licht vom Verwaltungsrat für diese Einsparung geholt. Es sind gerade Sachkosten wie Strom, Miete oder die Versorgung der Geschäftsstellen mit Geld, die das Haus einsparen will. Die 14 betroffenen Mitarbeiter behalten ihre Jobs, werden aber versetzt, etwa in andere Filialen.

Weniger Sachkosten und immer mehr Online-Banking

Einmal mehr begründet die Sparkasse, die eine Bilanzsumme von zwei Milliarden Euro hat und für die 2015 wieder ein gutes Jahr war, den Abschied von drei weiteren Zweigstellen mit dem immer stärkeren Online-Banking. „Die Kunden kommen nicht mehr so oft. Wenn sie uns noch die Bude einlaufen würden, würden wir den Schnee nicht schließen“, erklärt Heinemann. Mehr als die Hälfte nutzten inzwischen das Internet für ihre Geldgeschäfte.

„Was will der Kunde eigentlich in den Filialen tun?“ fragt sein neuer Vize Olaf Michel (44). Gerade, aber nicht nur die Jüngeren wollten den einfachen Zahlungsverkehr wie zum Beispiel Überweisungen selbst erledigen. „Sogar mein Schwiegervater, der gerade 70 geworden ist, hat mir seine Sparkassen-App auf dem Smartphone gezeigt“, sagt Michel.

Kunden wollen qualifizierte Beratung

Was vor Ort gefragt sei und noch ausgebaut werden solle, sei die qualifizierte Beratung, etwa bei Krediten oder der Altersvorsorge. Diese zunehmende Beratungsleistung und die „Bestandssicherung“, sprich der Erhalt der übrigen Filialen, sind laut Sparkasse die Gründe, warum jetzt noch einmal drei Geschäftsstellen schließen müssen. Darüberhinaus sei nichts mehr geplant, versichert Vorstandschef Heinemann. Sonst würde man „an den Eckpfeiler des Ladens gehen“.

Rund 5000 Girokonteninhaber sind betroffen, davon 3000 an der Wideystraße und jeweils 1000 am Schnee und am Sonnenschein. Die Wideystraße kommt in einem Säulendiagramm des Hauses, wie stark die einzelnen Zweigstellen sind, zwar ganz gut weg. Ihr wird aber die Nähe zur Hauptstelle an der Ruhrstraße (1,2 Kilometer) zum Verhängnis, die die Kunden künftig aufsuchen sollen.

Zwei Kilometer bis zur nächsten Filiale

Die Kunden am Schnee könnten künftig die Filiale an der Siegfriedstraße nutzen (laut Sparkasse 2,5 Kilometer entfernt), die vom Sonnenschein jene am Crengeldanz etwa (1,8 Kilometer). In beiden Ortsteilen sind viele ältere Menschen betroffen. Man könne sich das Bargeld auch bringen und sich mobil beraten lassen, sagen die Finanzmanger. Geldautomaten bleiben weder an der Wideystraße noch am Sonnenschein, am Schnee ist dies laut Institut noch unklar.

Jürgen Augstein

Kommentare
21.02.2016
12:30
Wittener Sparkasse schließt drei weitere Filialen
von KalleBlomquist | #5

"Man könne sich das Bargeld auch bringen (...) lassen, sagen die Finanzmanager." Ich lach mich kaputt. Wer bringt mir das denn dann? Mein Berater, ein...
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2016-02-19 14:07
Witten