Das aktuelle Wetter Witten 1°C

Kriminalität

Wittener soll seine Kollegin mit K.o.-Tropfen betäubt haben

12.01.2010 | 09:00 Uhr
Wittener soll seine Kollegin mit K.o.-Tropfen betäubt haben

Witten. 14 Stunden nach einem gemeinsamen Kaffeetrinken mit ihrem Arbeitskollegen wachte eine 56-jährige Frau aus Witten in seiner Wohnung auf. Offenbar wurde die Frau mit K.o.-Tropfen betäubt. Der 30-Jährige wurde daraufhin festgenommen und sitzt nun in Untersuchungshaft.

Für eine 56-jährige Wittenerin wurde das Kaffeetrinken mit einem Arbeitskollegen zum Albtraum. Schon kurz danach ging es ihr nicht gut, sie fühlte sich benommen und verwirrt. An die folgenden 14 Stunden kann sie sich nicht mehr erinnern. Im Krankenhaus stellten die Ärzte fest: Sie wurde mit K.O.-Tropfen betäubt.

Wie die Polizei erst gestern mitteilte, tranken die 56-Jährige und ihr 30-jähriger Kollege am Donnerstagnachmittag nach Feierabend gemeinsam Kaffee. Gegen 15.20 Uhr verließen sie das Büro und fuhren mit dem Bus der Linie 376 in Richtung Zentrum. Zu diesem Zeitpunkt fühlte sich die Frau schon nicht mehr gut, sagte sie aus. Wahrscheinlich am Boni-Center stiegen die beiden dann gegen 15.45 Uhr aus. Danach setzt die Erinnerung der Frau erst wieder am Freitag gegen 5.30 Uhr ein, so die Polizei. Sie wachte, vollständig bekleidet, auf dem Sofa des Kollegen in seiner Wohnung in der Brüderstraße auf.

Weil die Frau noch benommen war, brachte sie ihr Kollege zu ihrer Wohnung und verschwand schnell wieder. Angehörige sorgten dann dafür, dass die 56-Jährige ins Krankenhaus kam. Dort stellten die Ärzte fest, dass sie K.O.-Tropfen bekommen hat.

Ob die 56-Jährige in den 14 Stunden sexuell belästigt oder verletzt wurde, will die Polizei aus „ermittlungstaktischen Gründen” noch nicht sagen. Die Wittenerin kann sich selbst an überhaupt nichts erinnern. Sie sei in der Klinik aber intensiv untersucht worden, so die Polizei. Die Ermittlungen hat das Fachkommissariat für Sexualdelikte aufgenommen. Bereits am Freitag wurde die Frau aus dem Krankenhaus entlassen. Wie sie die K.O.-Tropfen geschluckt hat, ist laut Polizei noch unklar.

Der 30-jährige Wittener ist festgenommen worden. Er sitzt in U-Haft. Der Mann bestreitet nicht, dass die Frau in seiner Wohnung war, will sich zu dem Vorfall aber nichts näher äußern. Weil die Spurensicherung mit weißen Schutzanzügen seine Wohnung an mehreren Tagen durchsucht hat, hatten Anwohner schon vermutet, dass jemand im Haus ermordet wurde.

Die Polizei sucht nun dringend Zeugen, die die 56-Jährige und ihren Kollegen am Donnerstag im Bus oder auf dem Weg zur Wohnung des Mannes gesehen haben. Die Frau muss auffällig benommen gewesen sein. Der 30-Jährige ist fast zwei Meter groß und schlank, die 56-Jährige klein und schlank. Hinweise nimmt die Polizei unter 0234/909-41 20 oder 0234/909-41 25 entgegen.

Die Polizei bittet darum, dass sich auch Frauen melden, denen Ähnliches passiert ist, die aber vielleicht nicht wissen, ob ihre Erinnerungslücke durch K.O.-Tropfen verursacht wurde. Polizeisprecher Volker Schütte: „Es ist nicht auszuschließen, dass der Mann eventuell mit weiteren Fällen zu tun hat.”

Claudia Vüllers

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/2375700/create

Neueste Aktivität
Aktuelle Fotos und Videos
Sport trifft Theater
Bildgalerie
1Live Party
Bildgalerie
Hammer viel los...
Bildgalerie
Aus dem Ressort
Schwächungspakt Kultur
Drohende Kürzungen
In der kommenden Saison wird es möglicherweise weder Theateraufführungen noch Konzerte im Saalbau geben, die von der Wittener Kulturgemeinde veranstaltet werden. Einen entsprechenden „Brandbrief“ erhielten alle Abonnenten und die rund 1800 Mitglieder vom Vorsitzenden Dr. Gert Buhren (66).
Text
Verlust an Lebensqualität
Kulturkürzungen
„Die Situation ist dramatisch“, sagt Heinz Bekemeier, Vorsitzender der Theatergemeinde Volksbühne. Denn auch ihr droht das Aus, sollten die städtischen Zuschüsse gänzlich wegfallen.
Text