Das aktuelle Wetter Witten 29°C
Gericht

Wittener soll Freundin brutal vergewaltigt haben - Opfer rudert vor Gericht zurück

14.02.2013 | 15:44 Uhr
Wittener soll Freundin brutal vergewaltigt haben - Opfer rudert vor Gericht zurück
Überraschend hat ein Prozess im Bochumer Landgericht begonnen. Ein Mann aus Witten sitzt auf der Anklagebank, weil er seine Ex-Freundin vergewaltigt haben soll.

Witten.  Überraschender Prozessauftakt im Bochumer Landgericht: Ein 40-Jähriger sitzt auf der Anklagebank, weil er seine schlafende Ex-Partnerin missbraucht haben soll. Das vermeintliche Opfer jedoch rudert auf einmal zurück: „Ich glaube, da habe ich übertrieben." Man habe sich nur gestritten.

Der Mann, der auf der Anklagebank sitzt, ist gelassen, manchmal setzt er ein schäbig wirkendes Grinsen auf. Die Tat, die dem Wittener seit Donnerstag vor dem Bochumer Landgericht vorgeworfen wird, ist abscheulich: Er soll im vergangenen Jahr seine schlafende Ex-Freundin brutal missbraucht haben. Die sorgte vor Gericht für einen Paukenschlag.

Das Geschehen, das die 36-Jährige bei ihrer Anzeige beschrieb, schockiert. Eigentlich war die Beziehung der beiden beendet, am besagten Tag aber habe sie ihren „Ex“ besucht und sich bei ihm schlafen gelegt. Sie sei aufgewacht, als der Wittener gegen ihren Willen ihre Hose ausgezogen und sie gewürgt habe. Danach soll der 40-Jährige sie vergewaltigt haben. „Ich habe es über mich ergehen lassen“, heißt es im Polizeiprotokoll. Sie habe sich nicht wehren können. Der Angeklagte bestreitet die Tat.

Frau ist bei Aussage verunsichert

Als die 36-Jährige am Donnerstag zu ihrer nächsten Aussage ansetzt, weiß sie, dass diese folgenschwer für ihren Ex-Freund sein kann. Dem Vater der gemeinsamen Kinder (6 und 12) drohen mehrere Jahre Haft. Ist es womöglich der Grund, warum die Frau von der angeblichen Tat, die sie bei der Polizei bis in jede Einzelheit beschrieb, nichts mehr wissen wollte?

„Ich glaube, da habe ich übertrieben“, sagte sie am Donnerstag. Ihre Aussage ist unsicher, oft kann sie sich nicht erinnern, die Worte „vielleicht“ und „eigentlich“ fallen dauernd. Würgen? Brutale Hiebe oder gar ein Missbrauch? Das sei nie passiert. Nur so viel: Es habe einen Streit gegeben, ihr „Ex“ habe sie „am Hals gepackt“ und ihr „eine Backpfeife verpasst“. Doch warum dann die Anzeige, die Missbrauchsvorwürfe?

Affäre mit einem anderen Mann

„Wahrscheinlich, weil ich sauer war“, meinte die Wittenerin. Genauer wurde sie nicht. Ein möglicher Grund: Ihr ehemaliger Partner warf am besagten Tag einen Blick in ihren Kalender und erfuhr von ihrer Affäre mit einem anderen Mann. Daraufhin kam es, das sagen beide, zu einer Auseinandersetzung. Mit welchen Folgen, bleibt wohl immer unklar.

Der 40-Jährige räumt nur ein, seiner Ex-Lebensgefährtin eine „Backpfeife“ verpasst zu haben. Er habe sie beruhigen wollen. Die 36-Jährige leidet unter manischen Depressionen, am Tattag soll sie nach dem Streit „mit dem Hammer gegen Möbel geschlagen“ haben, so der Angeklagte. Mehr sei nicht passiert.

Mit dem Rückzieher der 36-Jährigen scheint eine Verurteilung ihres „Ex“ wegen Missbrauchs vom Tisch, auch wenn noch Zeugen folgen. Der jetzige Freund der Wittenerin gab sich vor Gericht überrascht. Bei ihm war die Frau am besagten Tag weinend aufgetaucht, hatte von der angeblichen Vergewaltigung berichtet. „Ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass das gelogen sein könnte.“

Dennis Sohner

Kommentare
15.02.2013
00:59
Wittener soll Freundin brutal vergewaltigt haben - Opfer rudert vor Gericht zurück
von Xavinia | #3

Der Rückzieher muss nicht zwangsläufig wegen Lügen sein. Der kann auch ganz andere Gründe haben. Aber die sind juristisch unwichtig.
Da reicht oftmals...
Weiterlesen

Funktionen
Aus dem Ressort
Wohin mit dem Rad beim Zeltfestival Ruhr?
Fahrrad-Parkplätze
Bewachte Fahrradplätze gib es beim Zeltfestival nicht. Veranstalter würden Aufgabe gerne einem Händler übertragen, der sie als Werbeauftritt nutzt.
Ambulanz in Witten hat wegen Hitze doppelt so viel zu tun
Gesundheit
Die Hitze setzt gerade älteren Menschen zu. Sie trinken zu wenig und der Kreislauf macht schlapp. Die Krankenhäuser haben alle Hände voll zu tun.
70 Prozent der Wittener Studenten mit Uni zufrieden
Umfrage
Zwar will später kaum einer von ihnen in Witten arbeiten. Aber mit ihrer Uni sind viele Studenten sehr zufrieden, wie eine Umfrage belegt.
Die kühlen Lieblingsplätze der Wittener
Hitzewelle
Die einen finden Luft und Schatten am Celestian-Gebäude, andere an Brunnen oder im Lutherpark. Wir fragten die Wittener nach kühlen Lieblingsplätzen.
Wittener Eltern gehen wohl leer aus
Kita-Beiträge
Das Innenministerium verbietet es überschuldeten Städten wie Witten, nach dem langen Kita-Streik Beiträge zu erstatten. Dabei durften Eltern hoffen.
Fotos und Videos
article
7618982
Wittener soll Freundin brutal vergewaltigt haben - Opfer rudert vor Gericht zurück
Wittener soll Freundin brutal vergewaltigt haben - Opfer rudert vor Gericht zurück
$description$
http://www.derwesten.de/staedte/witten/wittener-soll-freundin-brutal-vergewaltigt-haben-id7618982.html
2013-02-14 15:44
Gericht,Prozessauftakt,Witten,Vergewaltigung,Partner,Streit
Witten