Wittener Schülerin diskutiert bei Web-Days in Berlin

Sie konnte in Berlin viel diskutieren und neue Erkenntnisse sammeln: Michelle Worien aus Witten war vom 14. bis zum 16. Oktober bei den Web-Days.
Sie konnte in Berlin viel diskutieren und neue Erkenntnisse sammeln: Michelle Worien aus Witten war vom 14. bis zum 16. Oktober bei den Web-Days.
Foto: Jürgen Theobald
  • Die Schülerin Michelle Worien war eine von 62 Teilnehmern der Web-Days in der Hauptstadt
  • Mit Jugendlichen aus ganz Deutschland hat sie dort über Verbraucherschutz in der digitalen Welt gesprochen
  • Nun plant sie einen eigenen Youtube-Kanal zum Thema Datenschutz

Witten.. „Ich will wissen, was genau mit meinen Daten passiert“, sagt die 18-jährige Michelle Worien. Genau deshalb wollte die Wittener Schülerin unbedingt an den „Web-Days 2016“ in Berlin teilnehmen.

Insgesamt 150 Jugendliche haben sich dort beworben, 62 von ihnen wurden nach Berlin eingeladen – Michelle war eine davon. Dort hat sie sich ein Wochenende lang mit dem Verbraucherschutz im Internet beschäftigt. Das Thema Datenschutz stand dabei genauso auf dem Plan wie das Thema Cybermobbing. Die Jugendlichen haben in kleinen Gruppen über Maßnahmen nachgedacht, um den Verbraucherschutz in der digitalen Welt zu verbessern. Als Höhepunkt war eine Diskussion mit Bundesjustizminister Heiko Maas geplant. Leider musste dieser kurzfristig absagen. „Ich war schon ziemlich enttäuscht, dass er nicht da war. Immerhin hat er für diese Veranstaltung geworben“, sagt die Wittenerin.

Medienkompetenz als Schulfach

Nichts desto trotz konnten die Jugendlichen mit einigen Politikern und Verbraucherschützern über ihre Ideen diskutieren. Michelle hat sich in ihrer Arbeitsgruppe mit dem Thema „Medienkompetenz und mediale Bildung“ auseinandergesetzt. Sie selbst erlebt in ihrem Schulalltag veraltete Computer und unzureichende Stundenpläne: „Ich kann das Volumen der Sonne berechnen, aber weiß nicht, wie ich meine Daten richtig schütze“. Sie fordert deshalb eine bessere technische Ausrüstung der Schulen und vor allem eine angepasste Ausbildung der Lehrer und die dazu passende Veränderung des Stundenplans. Auch die anderen aus ihrer Gruppe sehen dort viel Bedarf. Ein Fach wie „Medienkompetenz“ wäre nach Meinung der Jugendlichen zeitgemäß. Auch, wenn Heiko Maas selbst nicht vor Ort war, werden die Forderungen aller Jugendlichen an die Bundesregierung weitergegeben. Jetzt wartet Michelle auf eine hoffentlich positive Antwort.

Bis dahin will sie aber nicht untätig herumsitzen. Sie selbst geht in die elfte Klasse der Holzkamp-Gesamtschule. Auch dort wird sie nach den Ferien das Thema direkt ansprechen. Sowohl bei Schüler-Vertretern, als auch bei den Lehrern.

Youtube-Channel soll informieren

Auf den Web-Days in Berlin haben sich die Jugendlichen außerdem Projekte überlegt, die sie selbst zuhause umsetzen. Michelle und ihre Gruppe wollen einen eigenen Youtube-Channel gründen. Dort werden Jugendliche dann über Themen wie Datenschutz informiert und können mit den Gründern gemeinsam diskutieren. Der Kanal „You(th)can“ wird wahrscheinlich ab Anfang nächsten Jahres online gehen. Später sollen dort auch Gäste wie Lehrer oder andere Youtuber zu Wort kommen. Zusätzlich dazu wird es dann auch einen Blog geben, in dem alle Nachrichten zu dem Thema besprochen werden können.

Auch, wenn die anderen Gruppenmitglieder teilweise aus Bayern oder Sachsen kommen, ist Michelle zuversichtlich, dass sie das Projekt gemeinsam umsetzen können. Natürlich hofft sie aber auch weiter auf die Unterstützung der Bundesregierung: „Wir schicken regelmäßig Erinnerungen an unsere Forderungen, damit die uns bloß nicht vergessen. Und nächstes Jahr kommen natürlich noch neue dazu“, sagt Michelle, die sich 2017 auf jeden Fall wieder für die Web-Days bewerben wird.