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Wittener schnüffeln Schwefel in der City

11.02.2016 | 19:06 Uhr
Wittener schnüffeln Schwefel in der City
Die Wittener Studenten Julian Brinkmann (re.) und Simon Brückner rümpfen die Nase über den Gestank in der Innenstadt.Foto: Thomas Nitsche - Funke Foto Services

Witten.   Die Studenten Simon Brückner und Julian Brinkmann beklagen strenge Gerüche in der Innenstadt. Die Quelle des Miefs könnte im Abwasser liegen.

Manchmal, wenn Simon Brückner ein Fenster in seiner Wohnung öffnet, kommt es ihm so vor, als tüftele er noch im Uni-Labor. „Ich habe schon öfter Schwefelgeruch in der Luft festgestellt“, meint der 22-Jährige. Beim Kochen muss dann das Fenster dicht bleiben.

Als Biologie-Student glaubt der junge Wittener zu wissen, was da so streng müffelt. „Den Geruch kenne ich aus dem Labor“, rümpft er die Nase und findet das gar nicht lustig. Seine Vermutung: Schwefel. Im März, als er in die Innenstadt zog, habe er von dem unangenehmen Mief noch nichts gemerkt. „Das fing erst vor ein paar Monaten an“, erinnert er sich. Seitdem verfolge ihn der Geruch.

Und zwar praktisch in der ganzen Innenstadt, „auch am Hauptbahnhof“, sagt Simon Brückner. „Man hat ja den direkten Vergleich, wenn man mit dem Bus von der Uni kommt, wo es nicht so riecht, und dann in Witten aussteigt.“ Woher der Gestank genau kommt, weiß der 22-Jährige nicht. Aber er hat eine Vermutung. „Ich könnte mir vorstellen, dass der Geruch in der Kanalisation entsteht. Man hört ja öfter, dass es von dort unten mal riechen kann.“ Ein naheliegender Gedanke.

Stadtentwässerung schickt alle zwei Jahre ein Spülfahrzeug in die Kanäle

„Dass ein schwefeliger Gestank in der Kanalisation entstehen kann, ist möglich“, sagt Rainer Gerlach, bei der Entwässerung der Stadt (ESW) zuständig für die Kanalunterhaltung. „Im Abwasser kommt alles zusammen.“ Trotzdem seien Schwefelgase aus den unterirdischen Gefilden selten. Eher würden sich von dort unten Fäkalgerüche verbreiten. Dass der spezielle Gestank wirklich aus der Kanalisation kommt, gerade wo es ja zuletzt so viel geregnet habe, „kann ich mir eigentlich nicht vorstellen“, sagt Gerlach. Man sei aber daran interessiert, den Geruchsherd herauszufinden.

Alle anderthalb bis zwei Jahre, aber auch bei speziellen Anlässen, schickt die Stadtentwässerung ein Spülfahrzeug in die Kanäle. Es gebe immer wieder irgendwelche Ablagerungen, die zu Gestank führen, weiß Rainer Gerlach. Wobei es dort, wo Simon Brückner lebt, nur einen kleinen Kanal gebe. Große Geruchsprobleme seien darum eigentlich nicht zu erwarten. Im konkreten Fall kann sich der Fachmann deshalb auch vorstellen, dass der Mief eine menschliche Ursache hat: Vielleicht entstehe der Schwefelgeruch durch Anwohner, die etwas ins Abwasser kippten.

Studenten stellen schlechten Geruch unabhängig vom Wetter fest

Simon Brückner ist nicht der einzige, der den strengen „Duft“ festgestellt hat und gerne mal wieder guten Gewissens durchatmen würde. Auch Kollege Julian Brinkmann rümpft immer öfter die Nase – und kommt zu einem ähnlichen Ergebnis. „Es riecht in der gesamten Innenstadt so – manchmal gar nicht, manchmal sehr stark.“ Und das unabhängig von irgendwelchen Wetterschwankungen, betont der 21-Jährige.

Die beiden Studenten jedenfalls werden – wohl oder übel – weiter mit offener Nase durch die Innenstadt laufen, um dem Geruch auf die Spur zu kommen. In der Wohnung will Simon Brückner aber nur noch das Fenster öffnen, wenn die Luft rein ist. „Man will ja lüften, um frische Luft reinzulassen.“ Und keinen Schwefelgestank

Dennis Sohner

Kommentare
29.02.2016
08:26
Wieder eine neue Woche und keine
von vomDach | #8

journalistische Bestleistung Herr Sohner!

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Wittener schnüffeln Schwefel in der City
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2016-02-11 19:06
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